Wofür entscheidest du dich?
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Das Wahre ist das Ganze.
Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen.
Es ist von dem Absoluten zu sagen, dass es wesentlich Resultat, dass es erst am Ende das ist, was es in Wahrheit ist; und hierin eben besteht seine Natur, Wirkliches, Subjekt oder Sichselbstwerden zu sein!
Jahr: 1831
Unbekannt
Unbekannt
Hüte dich vor Männern, die stets in der bedingten Form mit könnte sein, dürfte und vielleicht sprechen.
Es kann ja aus Bescheidenheit stammen, oder auch aus Feigheit!
Diese aber ist stets der Gegensatz zu allem, was als männlich gilt!
Jahr: 1847
Gebt euren Kindern schöne Namen,
darin ein Beispiel nachzuahmen,
ein Muster vorzuhalten sei.
Sie werden leichter es vollbringen,
sich guten Namen zu erringen,
denn Gutes wohnt dem Schönen bei!
Jahr: 1866
Das Krebsgewächs der Diktaturen schießt empor bei Konjunkturen. Weh Dir, hast du ne andre Meinung als Dir vorgeschrieben in der Zeitung. Vater zittert vor dem Sohn, ist im Haushalt ein Spion? Spitzel lauschen an den Türen, nur um auszuspionieren. Das Volk bekommt den scheuen Blick, erst rechts, dann links und dann zurück bevor sie mal zu sprechen wagen und nur vertrauten Freunden sagen, wie ihnen so zu Mute ist, wie die Gesinnungsfolter sie zerfrisst. Schon ist es ein geflügelt Wort: "Der größte Lump im ganzen Land das ist und bleibt der Denunziant!"
Jahr: 1937
Der Frostriese flieht – gut traf der Streich -
Hinab zu Nifelheims Schatten;
Ostara, sie segnet das sieghafte Reich,
Schmückt Wälder, Wiesen und Matten.
Ein Läuten durchklingt die Stadt und das Land,
Macht durch die Welten die Runde;
Von einem, der einst den Tod überwand,
Singt jauchzend die fröhliche Kunde.
Es lodern die Flammen, die Feuer rings auf
In allen heimischen Landen,
Und jubelnd hallt`s durch die Berge im Lauf:
Der Frühling ist wieder erstanden!
Die Fackel geht von Hand zu Hand -
Wenn einem sie der Tod entwand,
Nimmt sie der nächste wieder auf;
Der flammende Stafettenlauf
Geht weiter...
Die Zeit rinnt schnell, und niemand frägt
Wie lang die Fackel jeder trägt.
Nur daß sie rein und leuchtend brennt,
Und daß in ihr ein Herz mit brennt,
Ist wichtig
So tragen denn auch ich und du
Die Fackel fernen Zielen zu
Ein kleines Stück - Mag hell sie lohn!
Vor uns im Dunkeln warten schon
Die andern
Die Fackel geht von Hand zu Hand -
Wenn einem sie der Tod entwand,
Nimmt sie der nächste wieder auf;
Der flammende Stafettenlauf
Geht weiter...
Jahr: 1901
Ich habe gewagt und gesungen,
Da die Welt noch stumm lag und bleich,
Ich habe den Bann bezwungen,
Der die schöne Braut hielt umschlungen,
Ich habe erobert das Reich.
Ich habe geforscht und ergründet
Und tat es euch treulich kund:
Was das Leben dunkel verkündet,
Die heilige Schrift, die entzündet
Der Herr in der Seelen Grund.
Wie rauschen nun Wälder und Quellen
Und singen vom ewigen Port:
Schon seh ich Morgenrot schwellen,
Und ihr dort, ihr jungen Gesellen,
Fahrt immer immerfort!
Und so, wenn es still geworden,
Schaut er vom Turm bei Nacht
Und segnet den Sängerorden,
Der an den blühenden Borden
Das schöne Reich bewacht.
Dort hat er nach Lust und Streiten
Das Banner aufgestellt,
Und die auf dem Strome der Zeiten
Am Felsen vorübergleiten,
Sie grüßen den alten Held!
Jahr: 1857
Unbekannt
Geh nur immer grade
Fort auf deinem Pfade!
Nur nicht so mit schwerem
Bündel dich belade!
Ob dich Sonne senge,
Oder Tau dich bade;
Geh nur immer grade
Fort auf deinem Pfade!
Frage nicht, wie bald man
Dich zur Einkehr lade,
Nicht, wieweit der Strom noch
Hat zum Meergestade!
Geh nur immer grade
Fort auf deinem Pfade!
Wenn es länger währet,
Ist es eine Gnade;
Wenn es schneller endet,
Ist es auch kein Schade:
Geh nur immer grade
Fort auf deinem Pfade!
Unbekannt
Aus reinster Tiefe muß es stammen
Und wie des Himmels Blau so treu,
Was eure Seelen fügt zusammen,
Dann bleibt's euch ewig frisch und neu.
Aus erster Lieb' und erster Wonne
Sproßt jede Blüt' am Lebensbaum;
wie ging die Zeit, wie ging die Sonne
Dahin? – Ihr wißt es selber kaum!
Jahr: 1896
Ach, er schüttelt wild die Blütenzweige,
der Sturmwind, hart und ungehemmt.
Treibt vom frühen Blatt die Wasserneige,
trocknet, was vom Regen überschwemmt.
Und er weckt die alten starren Eichen,
vertreibt die müden Winterträume.
Wolkentürme müssen vor ihm weichen,
frischer Atem weht durch alle Räume.
Was verborgen liegt im Schoß der Erde,
was in Lüften und in Bächen schwingt
folgt dem Zeitenlauf der Sonnenpferde,
bis im Feld die Lerche wieder singt.
Jahr: 2024
Zur Nacht sind wir aufgebrochen,
beim Nachbarn hat’s schon gebrannt.
Die Panzer kamen gekrochen,
wir sind ums Leben gerannt.
Die Männer, die Buben erschossen,
die Frauen - wer redet es aus?
Umsonst alle Tränen geflossen
Würgeengel Mongolenfaust!
Wir sind übers Haff gefahren
bei Tauwetter übers Eis,
die Wagen, die Pferde waren,
wir selber vom Schneesturm weiß.
Wie viele im Wasser versunken!
Die Tiefe gibt keinen mehr her.
Wir haben Schmelzwasser getrunken,
wir froren und hungerten sehr.
Gepfercht dann in Kolbergs Gassen!
Die Russen schossen hinein –
mein Gott, du hast uns verlassen!
Unsere Herzen wurden zu Stein.
Wir suchten per Schiff zu entkommen.
Auf hoher See torpediert,
ein Prahm hat uns übernommen.
Der Prahm wurde bombardiert.
Wir sind in der See getrieben,
bei zwanzig Grad Kälte und Wind,
wo ist meine Schwester geblieben?
Die Mutter? Mein Mann? Und mein Kind?
Wir wurden an Land gespien,
wir lagen dort kalt und erstarrt,
wir haben um Hilfe geschrien –
die Herzen der Menschen sind hart.
Wir können es nicht erzählen,
die anderen glauben es nicht,
wir müssen uns einsam quälen.
Wann kommt das große Gericht?
Jugend vergiss das nicht!
An den größten Idealen
Baumeln lustige kleine Schellen,
Mit dem Ernst des Lebens prahlen
Meist die seichtesten Gesellen!
Jahr: 17.04.1864
Unbekannt
Ein Tanzbär war der Kett` entrissen,
Kam wieder in den Wald zurück,
Und tanzte seiner Schar ein Meisterstück
Auf den gewohnten Hinterfüßen.
"Seht", schrie er, "das ist Kunst; das lernt man in der Welt.
Tut es mir nach, wenn`s euch gefällt,
Und wenn ihr könnt!" - "Geh", brummt ein alter Bär,
"Dergleichen Kunst, sie sei so schwer,
Sie sei so rar sie sei,
Zeigt deinen niedern Geist und deine Sklaverei."
Die wenigen, die was davon erkannt,
Die töricht gnug ihr volles Herz nicht wahrten,
Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten
Hat man von je gekreuzigt und verbrannt.
Jahr: 1832
Unbekannt
Deutsche Jugend, auf zum Streite
rüste Dich mit Herz und Hand
Beug dem Joch dich fremden Geistes
nicht im eignen Vaterland
Über unsrer Väter Erde
ist ein heißer Kampf entbrannt
deutsche Jugend auf zum Streite
rüste dich mit Herz und Hand
Deutsche Sitte, deutschen Glauben
deutsche Ehre, deutschen Mut
laßt mit treuem Sinn uns pflegen
als der Deutschen höchstes Gut
lasset diese heil´gen Güter
schirmen uns mit unserem Blut
Deutsche Sitte, deutschen Glauben
deutsche Ehre, deutschen Mut
Vaterland wir schwören Treue
dir zum Heil, bis in den Tod
Tod dem heimatlosen Geiste
der des Deutschen Heim bedroht
Neu erglüh in unsern Herzen
deutschen Ruhmes Morgenrot
Vaterland wir schwören Treue
dir zum Heil, bis in den Tod!
Jahr: 1884
Frühlingswunder leuchtet wieder
Zauberhaft erwacht der Spross
Linde, Haselnuss und Flieder
Wo der Samen sich vergoss
Unergründlich in dem Kreisen
Liegt beschlossen still und tief
Was Du suchst auf Deinen Reisen
Kostbar wie ein Siegelbrief
In dem lauen Morgenwehen
Spricht zu Dir die Ewigkeit
Ahnen kannst Du, doch nicht sehen
Früchte, die dem Heil geweiht
Jahre kommen und vergehen
Wahre achtsam Deine Zeit!
Jahr: 2025
Wozu?
Wofür?
Es nistete der Feind schon in der Stadt,
als ihr ihn wähntet draußen vor den Toren.
wer ihm den Schlüssel wohl gegeben hat?
Sie thronten oben, zum Verrat geboren.
Was gelten noch die Eide, die wir schworen?
Wozu ein letzter Griff noch nach dem Schwert,
da Blut und Lied und Sagen längst verheeret?
Wozu? Wofür? Die Schlacht ist doch verloren!
Wozu noch Kampf? Was ist noch Opfer Wert?
Ein Kind. Am Weg ein Kreuz. Ein Lindenbaum.
Und Muttersprache, wenn auch schon versehrt,
ein altes Lied von ferne, hörbar kaum.
Gefallen ein Stein. Vom Reich ein Traum.
Und seltsam: Dieser Traum blieb unzerstört.
Gesattelt wird! Holt Waffen, Zeug und Zaum!
Das, was uns blieb, ist aller Opfer wert.
Jahr: 1941
Wir geben das Feld nicht verloren!
Freiwillig nicht.
Keinen Schritt hier zurück!
Vorwärts den Kampf in die Reihen der Feinde!
Nicht kämpfen rät nur der Dolch im Rücken.
Ihr aber sollt das Kampfschwert zücken.
Wir sind der Freiheit verschworen,
und fechten es aus.
Bleib, Feigling, zuhaus.
Und sind wir nur drei,
nie stirbt unser Ruf:
Es lebe die Freiheit!
Jahr: 1973
Es ist im Leben wie im Schachspiel: Wir entwerfen einen Plan; dieser bleibt jedoch bedingt durch das, was im Schachspiel dem Gegner, im Leben dem Schicksal zu tun belieben wird.
Jahr: 1860
Bist auch der Glanz der Welle nur,
du, einer Sehnsucht und ein Spiel,
folgst du auch spürend nur der Spur -
heiß deinen Tod nicht Zweck und Ziel!
So du dein Herz verschwendet hast;
es wuchs und trug von Ewigkeit
sein Teil an aller Wesen Last
und trägt ihn weiter in der Zeit.
Was dich als Sehnsucht Gottes brennt:
des Lebens zehrend bange Not,
das ist der Gott, der sich bekennt
im Leben wider allen Tod.
Heiß deinen Tod nicht Zweck und Ziel,
folgst du auch spürend nur der Spur
und fühlst du auch, des Lebens Spiel
sei Glanz auf einer Welle nur!
Jahr: 1944
Und ließest du die Heimat auch
weltwärts gewendet das Gesicht,
kannst trennen dich von Baum und Strauch,
von deiner Heimat nicht.
Sie ist von dir so sehr ein Teil
wie Vater, Mutter, Weib und Kind,
die nicht von dir geschieden, weil
sie fortgegangen sind.
Vertriebest du aus deinem Tag
herzlos die Heimat Stück für Stück,
bei Nacht in deines Herzens Schlag,
kehrt sie als Traum zurück.
Sie ist in deinem letzten Hauch,
ist in dem Blick, der dir zerbricht.
Denn ließest du die Heimat auch,
die Heimat läßt dich nicht!
Jahr: 1964
In deinem Lande sei einheimisch klug,
im Fremden bist du nicht gewandt genug!
Jahr: 1749
Wir sind das Volk der Dichter,
Ein jeder dichten kann,
Man seh’ nur die Gesichter
Von unser einem an.
Der Schelling und der Hegel,
der Schiller und der Hauff,
das ist bei uns die Regel,
das fällt hier gar nicht auf!
Jahr: 1837
Held mit blonden Haaren
Und dem schweren Schwert!
Wir waren, ach wir waren
Deiner Tat nicht wert.
Mannhaft vor dem Feinde,
Fallend noch opfergroß:
So nicht im Schoß der Freunde
Fiel uns das schwere Los.
Wir schlugen uns zu Stücken,
Ehrgier, Wurmsucht, Neid.
Gegen die Speere im Rücken
Ist keiner gefeit.
Immer ersteht dem lichten
Siegfried ein Tronje im Nu.
Weh, wie wir uns vernichten
Und das Reich dazu!
Jahr: 1945
Ihr müßt das Herz an eine Karte wagen,
Die Ruhe über Wolken ziemt euch nicht;
Ihr müßt euch mit in diesem Kampfe schlagen,
Ein Schwert in eurer Hand ist das Gedicht.
Jahr: 1875
Alle klingenden Schätze magst Du vergeuden -
Wenn Du nur eins nicht vergeudest - die eilende Zeit!
Fülle die Stunden Dir randvoll mit Taten und Freuden -
Keine behänge mit Flittern der Nichtigkeit!
Denn wie ein Traum nur, aus dem wir zufrühe erwachen
Ist unser Leben... und währte es hundert Jahr!
Über den Strom des Vergessens entführt uns der Nachen,
Kaum, daß wir schauernd der herbstlichen Neige gewahr...
Siehe der Bäume gesegnetes Blühen und Tragen!
Erdenwanderer, blühe und trage wie sie!
Dann mag getrost einst der große Ernter Dich fragen,
Ob Dir Dein Dasein zu heiliger Fülle gedieh'!
Jahr: 1971
Unbekannt
Siehst Du, wie über Dir der Himmel sich wölbt, der Himmel, unter dem Du lebst, die Bahn der Sonne vom Morgen zum Abend und nachts der Gestirne Stand und Weg? Kennst du den Sturm, der von Norden her graue Wolken wälzt über die schauernde Erde, und kennst Du den sanften Hauch, der sommerabends leise in den Blättern spielt? Siehst Du die Eiche, wie sie kahl starrt im Winter, grünend zum Frühling und gilbend zum Herbst, allzeit verändert und allzeit vertraut, – siehst Du, wie die Meereswogen gleich schäumenden Rossen einherstürmen und brüllend am Steindamm sich bäumen, und siehst Du, wie das Flüßchen sanft durch eine grüne Au sich windet? Hörst Du die Sprache, darin du die ersten Worten lalltest, darin Du denkst und Deinen Glauben und Deine Liebe hegst, – hörst Du den Ton der knarrenden Türe in Vaters Haus, Dir seit der Kindheit vertraut, und hörst Du alljährlich den Schrei der ziehenden Wildgänse? Kennst Du das Gold des späten Abendsonnenglanzes, der das Sommerland, zaubrisch verwandelt, zu letztem Tagesblick erschließt, und kennst Du den tausendfachen Widerschein der Winterfrühsonne auf harschem Schneefeld? Weißt Du, wie nach Frühlingsregen die Scholle dampft vor heiliger Fruchtbarkeit, – weißt Du, wie der süße Sommerduft über dem blühenden Kornfeld steht, und weißt Du, wie die blauen Kornblumen leuchten im goldreifendem Felde? Kennst Du das alles, fühlst Du es? Es ist alles ein Stück von Dir, es ist in Dir Blume und Baum und Kornfeld, Strom und Meer und Sturm und Abendsonnenschein, es ist in Dir die frische Scholle und die grünende Wiese, das Schneefeld, der Schrei der Wildgänse und die jagenden Wolken im Herbststurm, das Lächeln der Mutter wie Sprache und Art Deines Volkes. – Du lebtest und wuchsest, und alles war in Dir, schon von den Vätern her, von deren Blute Du bist. Mensch, das alles ist Heimat – wahre die Heimat in Dir! Stark und gut bist Du, Heimatmensch, und trägst das Leben, – schwach und erbärmlich ist der Mensch ohne Heimat!
Jahr: 1910
Unbekannt
Zwei Knaben wollten Schach ziehen. Weil ihnen ein Springer fehlte, so machten sie einen überflüssigen Bauern durch ein Merkzeichen dazu. "Ei", riefen die anderen Springer, "woher Herr, Schritt vor Schritt?" Die Knaben hörten die Spötterei und sprachen: "Schweigt! Tut er uns nicht eben die Dienste, die ihr tut?"
Was ist die Heimat? Ist’s die Scholle,
Drauf deines Vaters Haus gebaut?
Ist’s jener Ort, wo du die Sonne,
Das Licht der Welt, geschaut?
Die Heimat ist, wo man dich gerne
Erscheinen, ungern wandern sieht:
Sie ist’s, ob auch in weiter Ferne
Die Mutter sang dein Wiegenlied!
Anders sein und anders scheinen,
Anders reden, anders meinen,
Alles loben, alles tragen,
Allen heucheln, stets behagen,
Allem Winde Segel geben,
Bös’ und Guten dienstbar leben;
Alles Tun und alles Dichten
Bloß auf eignen Nutzen richten:
Wer sich dessen will befleißen,
Kann politisch heuer heißen!
Jahr: 1655
Völker verrauschen,
Namen verklingen,
Finstre Vergessenheit
Breitet die dunkelnachtenden Schwingen
Über ganzen Geschlechtern aus.
Aber der Fürsten
Einsame Häupter
Glänzen erhellt,
Und Aurora berührt sie
Mit den ewigen Strahlen
Als die ragenden Gipfel der Welt!
Heilig ist der Wald,
Des Volkes Freund!
Wer ihn zerstört
Des Lebens Feind!
Freiheit schenkt der Wald
Und Lebenslust!
Gesundung auch
Der Menschen Brust!
Frieden schenkt der Wald
Der Stadt, dem Land!
Waldeinsamkeit,
Die Zwietracht bannt!
Schützt den Wald
Und fordert vereint:
Hände davon,
Gleich wie gemeint!
Heilig ist der Wald,
Des Volkes Freund!
Wer ihn zerstört
Des Lebens Feind!
Jahr: 1926
Der Maurer schreitet frisch heraus,
er soll dich niederbrechen;
da ist es mir, du altes Haus,
als hörte ich dich sprechen:
Wie magst du mich, das lange Jahr′
der Lieb′ und Eintracht Tempel war,
wie magst du mich zerstören?
Dein Ahnherr hat mich einst erbaut
und unter frommem Beten
mit seiner schönen, stillen Braut
mich dann zuerst betreten.
Ich weiß um alles wohl Bescheid,
um jede Lust, um jedes Leid,
was ihnen widerfahren.
Dein Vater ward geboren hier
in der gebräunten Stube,
die ersten Blicke gab er mir,
der munt′re, kräft′ge Bube.
Er schaute auf die Engelein,
die gaukeln in der Fenster Schein,
dann erst auf seine Mutter.
Und als er traurig schlich am Stab
nach manchen schönen Jahren,
da hat er schon, wie still ein Grab,
in meinem Schoß erfahren;
In jener Ecke saß er da,
und stumm und händefaltend sah
er sehnlich auf zum Himmel.
Du selbst - doch nein, das sag′ ich nicht,
ich will von dir nicht sprechen,
hat dieses alles kein Gewicht,
so laß nur immer brechen.
Das Glück zog mit dem Ahnherrn ein,
zerstöre du den Tempel sein,
damit es endlich weiche.
Noch lange Jahre kann ich stehn,
bin fest genug gegründet,
und ob sich mit der Stürme Wehn
ein Wolkenbruch verbündet,
kühn rag′ ich wie ein Fels empor,
und was ich auch an Schmuck verlor,
gewann ich′s nicht an Würde?
Und hab′ ich denn nicht manchen Saal
und manch geräumig Zimmer?
Und glänzt nicht festlich mein Portal
in alter Pracht noch immer?
Noch jedem hat′s in mir behagt,
kein Glücklicher hat sich beklagt,
ich sei zu klein gewesen.
Und wenn es einst zum letzten geht,
und wenn das warme Leben
in deinen Adern stille steht,
wird dies dich nicht erheben,
dort, wo dein Vater sterbend lag,
wo deiner Mutter Auge brach,
den letzten Kampf zu streiten?
Nun schweigt es still, das alte Haus;
mir aber ist′s, als schritten
die toten Väter all heraus,
um für ihr Haus zu bitten,
und auch in meiner eig′nen Brust,
wie ruft so manche Kinderlust:
Laß stehn das Haus, laß stehn!
Indessen ist der Mauermann
schon ins Gebälk gestiegen,
er fängt mit Macht zu brechen an,
und Stein′ und Ziegel fliegen.
Still, lieber Meister, geh von hier,
gern zahle ich den Taglohn dir;
allein das Haus bleibt stehen.
Jahr: 1863
Unbekannt
So wie das Zerstören des edleren Pflanzenwuchses ein Land auf ewig zur verbrannten Wüste machen kann, so wird sich auch ein zu übel misshandeltes Volk nie mehr erholen.
Es gibt (wenigstens scheinbar) absolut zerstörende Mächte, unter deren Hufschlag kein Gras mehr wächst!
Jahr: 1818
Frei sein, heißt denken, reden und handeln, wie die Notwendigkeit es will, – und seine Not zu wenden, weiß, wer solcherweise Freiheit sich erwirkt!
Jahr: 1876
Nur einmal bringt des Jahres Lauf
uns Lenz und Lerchenlieder.
Nur einmal blüht die Rose auf,
und dann verwelkt sie wieder;
Nur einmal gönnt uns das Geschick
so jung zu sein auf Erden:
Hast du versäumt den Augenblick,
jung wirst du nie mehr werden.
Drum lass von der gemachten Pein
um nie gefühlte Wunden!
Der Augenblick ist immer dein,
doch rasch entfliehn die Stunden.
Und wer als Greis im grauen Haar
vom Schmerz noch nicht genesen,
der ist als Jüngling auch fürwahr
nie jung und frisch gewesen.
Nur einmal blüht die Jugendzeit
und ist so bald entschwunden;
und wer nur lebt vergangnem Leid,
wird nimmermehr gesunden.
Verjüngt sich denn nicht auch Natur
stets neu im Frühlingsweben?
Sei jung und blühend einmal nur,
doch das durchs ganze Leben!
Jahr: 1862
Erwachst du endlich aus dem Todesschlummer,
Heimath des Hermann, Marbod, Wittekind?
Wird endlich Grimm das Grämen, Zorn der Kummer?
Verräth die Zunge, wie die Brust gesinnt?
Ja, du erwachst! du sprengst die Kette,
Du raffst dich auf voll Scham und Schmerz;
Der Kinder Angstruf: Rette! Rette!
Zerreißt dein Ohr und schwellt dein Herz!