Haltet euch aufrecht in dunkelster Stunde,
stemmt fest die Füße in sickernden Sand.
Traget das Leid mit geschlossenem Munde,
haltet euch aufrecht und steht unverwandt.
Hütet das Feuer in allen Gefahren,
lasset es glühen trotz trostloser Nacht!
Gebt alle Kräfte, es hell zu bewahren,
hütet die Glut, bis der Morgen erwacht.
Wahret den Glauben an bessere Zeiten,
wahret die Treue, den Willen zur Pflicht!
Ihr sollt der Zukunft den Weg neu bereiten,
wahret den Glauben an sieghaftes Licht!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Alle Dichtungen
Wer nichts hat, gibt gern viel.
Wer viel hat, gibt gern nichts.
Wer nur den lieben langen Tag
ohne Plag, ohne Arbeit
vertändelt, wer das mag,
der gehört nicht zu uns.
Wir stehn des Morgens zeitig auf,
hurtig mit der Sonne Lauf
sind wir, wenn der Abend naht,
nach getaner Tat
eine muntere, fürwahr
eine fröhliche Schar.
Bist du ein fleißiger Gesell
voller Lust, voller Leben,
dann schwinge dich so schnell,
wie du kannst, auf dein Pferd.
Findst du kein Roß für deinen Plan,
keinen Wagen, keine Bahn,
dann lauf, was die Sohle hält,
zu uns in die Welt;
denn wir brauchen dich, fürwahr,
in der fröhlichen Schar.
Wenn dich die Leute unterwegs
einmal neugierig fragen,
wohin die Reise geht,
sag: ins Jungbrunnenreich !
Jungbrunnen soll der Name sein,
drum stimmt freudig mit uns ein:
Leben soll, solang die Welt
nicht in Scherben fällt,
unsre muntere, fürwahr,
unsre fröhliche Schar!
Es ist ein fürchterliches Gedränge in der Welt um das tägliche Brot, so fürchterlich, als es früher nie gewesen. Alle Staaten, alle Völker sind auf das Äußerste angestrengt, die Finanz ist die erste Wissenschaft des Staates geworden, und auch die einzelnen Menschen müssen jetzt schon ein wenig mitfinanzen. Ich scheine hier von etwas Kleinem zu sprechen, freilich von etwas Kleinem und Gewöhnlichen, von dem täglichen Brote. Ihr Stolze und Freie schauet mit der Idee voll Mut und Liebe noch so weit über das dürftige Leben hinaus und lächelt unsrer Sorgen. O, ihr werdet nur zu bald erkennen, daß ich von etwas sehr Großem gesprochen habe!
Die Demokratie ist das Paradies der Schreier, Schwätzer, Phraseure, Schmeichler und Schmarotzer, die jedem sachlichen Talent und Verdienst den Weg weit mehr verlegen, als dies in irgendeiner anderen Verfassungsform vorkommt!
Am Schwerte scheiden sich die Welten.
Wenn das Schwert rostet, stirbt die Ehre, dann aber stirbt mit ihr das Recht und die Wahrheit.
Die Einsamen wissen, daß die Trägheit der Niederungen mehr Herzen getötet hat als das Schwert, darum trauen sie dem einschläfernden Alltag, der sich Frieden auf Erden nennt, nicht.
Denn mit den Wolken, die aus der Niederung aufsteigen, schleichen sich alle Gewalten der Finsternis ein.
Warum aber greift der Krieger zum Schwert?
Solange es überhaupt ein Denken des Nordens gibt, solange gibt es eine Besinnung auf die Kraft, die der Widrigkeit des Schicksals ein trotziges Dennoch bietet.
Der Mensch des Nordens muß wissen, daß selbst unter dem tiefsten Eise noch Leben schlummert, das die Sonne des Frühlings zu wecken vermag.
Er muß wissen, daß über den sturmzerissenen Wolken die ewige Sonne leuchtet.
Dieser Glauben ist Trost, ist Auflehnung, ist Empörung.
Er beugt sich nicht dem Alltag des Zustandes.
An den Widrigkeiten wachsen die Kräfte.
Und das Schwert, das sich der Krieger schmiedete, ist nichts anderes als der zu Eisen geballte Widerstandswillen.
Es ist tiefstes Wissen des Kriegers, geboren aus dem Gesetze der ewigen Auflehnung, die nur der gefahrenumlauerte Norden kennt:
daß das letzte Heil im Schwerte liegt!
Das Schwert kennt keine Lüge, so wenig wie der Tod!
Die Zeitgeschichte ist mit der Lüge infiziert
wie eine Hure mit der Syphilis.
Der August nun sinkt hernieder
Rötlich färbt sich jetzt das Grün
Sorge senkt sich in die Lieder
Reiher dieses Land bald fliehn
Werden sie einst wiederkommen
Wenn ein neuer Frühling blüht?
Fragen spinnen sich beklommen
Da der Schwarm am Himmel zieht
Wird es ein Erwachen geben
Wo die Luft jetzt dunstgetrübt?
Wird erstarken junges Leben
Das des Dunkels Griff besiegt?
Die Erde wird sich weiterdrehen
Mit jedem Tag, der sonnig früht
Nur wer wagt, kann auch bestehen
Wenn Glaube in den Herzen glüht.
Jahr: 2022
Es sind zwei treue Brüder,
Die ziehn in den Streit hinaus,
Noch reden sie hin und wieder,
Da schmettert's den einen danieder,
Der andere sieht's mit Graus.
Der Bruder in seinem Blute
Erregt ihm bitteren Schmerz;
Daß ihn der Tod ereilte,
Bevor er den Kampf noch teilte,
Zerreißt ihm ganz das Herz.
Der Sterbende blickt freundlich
Noch einmal auf zu ihm,
Dann greift er, als wär' er der alte,
Zur Büchse, die noch nicht knallte,
Drückt ab mit Ungestüm.
Nun bricht er wieder zusammen
Und lächelt, und ist tot. –
Der andre, als er sich wandte,
Sah einen Feind im Sande,
Des Kugel ihm gedroht!
Guten Tag,
dieser Beitrag soll aufzeigen, daß auch bei dem schriftlichen Mitwirken, in diesen Räumen, die Grußgepflogenheiten genutzt werden können...
Allheil
Das Ziel unseres Aufenthalts auf der Erde ist es, unsere Seele durch Lernen zur Reife zu bringen, zu lieben, möglichst Kinder zu haben, unseren Nächsten Gutes zu tun, uns schützend und helfend der Schwächsten anzunehmen, uns für das Wohlergehen und Überleben der Menschheit, vor allem aber unseres eigenen Volkes einzusetzen, unsere Ideen würdig zu vertreten und das Böse zu bekämpfen!
Jahr: 1951 - 2006
Komm mit, komm mit und folge mir;
ich führe dich so gern, so gern.
Ich zeige und erkläre dir
die ganze Welt von Stern zu Stern.
Wir fangen an beim Anbeginn
und hören auf beim Ende dort;
wir gehen gleich zu beiden hin,
denn beide sind derselbe Ort.
Und da wir bei dem Anfang schon
am Ende angekommen sind,
so ist die Ewigkeit entflohn
wie so geschwind, wie so geschwind.
Und während dieser Ewigkeit
hab ich erklärt wieviel, wieviel?
Und ihr in eurer Spanne Zeit
treibt ganz genau dasselbe Spiel!
Falsch nenn ich den vor aller Welt,
Der sich dem Freunde freundlich stellt
Und ihn als Feind im Herzen haßt;
Das ist ein fürchterlicher Gast.
Denn er trägt alle Stunde
Den Honig im Munde
Mit Gift, das aus dem Stachel quillt,
Und wie vom Stich die Beule schwillt,
So schafft der gift'ge Neid ergrimmt,
Dem Freund, was er auch unternimmt,
Nur Schaden, da man sich nicht wahrt,
Ihm arglos alles offenbart!
Einst schrieb ich alles in Latein;
Nicht jedem konnt's verständlich sein.
Nun ruf ich Dich, mein Vaterland,
In deutscher Sprache wohlbekannt.
Laßt mich doch nicht alleine sprechen!
Jetzt ist es Zeit, um loszubrechen,
Gemeinsam für die Freiheit streben!
Was war das bisher für ein Leben,
kein Mensch durft' mehr die Wahrheit sagen!
Steh auf, mein Volk! Nicht lange zagen,
Die Lügenherrschaft zu vertreiben!
Nur Wahrheit soll fortan noch bleiben.
Allvater schenk' dem Heil, der zu mir steht,
Damit sein Eifer nicht vergeht!
Manch Edler - hoff' ich - hat den Mut,
Manch Graf, manch Bauersmann, so gut.
Manch Bürger, der in seiner Stadt
der Lebenslage übersatt-
Auf dass ich nicht alleine streite,
Wohlan, Allvater ist auf uns'rer Seite!
Kein Deutscher bleibe still daheim!
Ich hab's gewagt - das sei sein Reim!
Das Wort ist frei,
Die Tat ist stumm,
der Gehorsam blind!
Ich fürcht' nit Gespenster,
Keine Hexen und Feen,
Und lieb's, in ihre tiefen
Glühaugen zu seh'n.
Am Wald in dem grünen
Unheimlichen See,
Da wohnet ein Nachtweib,
Das ist weiß wie der Schnee.
Es haßt meiner Schönheit
Unschuldige Zier;
Wenn ich spät noch vorbeigeh',
So zankt es mit mir.
Jüngst, als ich im Mondschein
Am Waldwasser stand,
Fuhr sie auf ohne Schleier,
Ohne alles Gewand.
Es schwammen ihre Glieder
In der taghellen Nacht;
Der Himmel war trunken
Von der höllischen Pracht.
Aber ich hab' entblößet
Meine lebendige Brust;
Da hat sie mit Schande
Versinken gemußt!
Jahr: 1819 - 1890
Es ist keine Kunst, eine Göttin zur Hexe, eine Jungfrau zur Hure zu machen;
aber zur umgekehrten Operation,
Würde zu geben dem Verschmähten,
wünschenswert zu machen das Verworfene,
dazu gehört entweder Kunst oder Charakter!
Der ganze Ernst unserer Historiker besteht in einer langweiligen, pedantischen Untersuchung von Tatsachen, die meist ebenso unwichtig wie umstritten und unsicher sind, und ihr Talent erschöpft sich darin, sich gegenseitig ihr bißchen Scheinerfolg streitig zu machen.
Unsere Alten kannten weder solche kindische Geschicklichkeit noch solche jämmerlichen Einzelfragen!
Es lebe, was auf Erden
nach Freiheit strebt und wirbt
von Freiheit singt und saget,
für Freiheit lebt und stirbt.
Die Welt mit ihren Freuden
ist ohne Freiheit nichts
die Freiheit ist die Quelle
der Tugend und des Lichts.
Es kann, was lebt und webet
in Freiheit nur gedeihn.
Das Ebenbild des Schöpfers
kann nur der Freie sein.
Frei will ich sein und singen,
so wie der Vogel lebt,
der auf Palast und Kerker
sein Frühlingslied erhebt.
Die Freiheit ist mein Leben
und bleibt es immerfort,
mein Sehnen, mein Gedanke,
mein Traum, mein Lied und Wort.
Es lebe, was auf Erden
nach Freiheit strebt und wirbt,
von Freiheit singt und saget,
für Freiheit lebt und stirbt.
Fluch sing ich allen Zwingherrn,
Fluch aller Dienstbarkeit!
Die Freiheit ist mein Leben
und bleibt es alle Zeit!
Das wahre Bild der Kultur gewinnt man nur an den alltäglichen Erscheinungen, nicht an den Schaustellungen der Festtage!
Immer war ich auf der Suche
nach dem Ungewöhnlichen,
dem Wunderbaren
und den Geheimnissen des Lebens.
Die eigenen Kinder sind dem Vater immer die liebsten,
und wenn's wahre Affen sind,
so gefallen einem doch die eigenen Affen besser als fremde Engel.
Du möchtest allen alles sein!
Konservativ und liberal,
Aristokratisch, radikal,
Und demagogisch auch einmal.
Du möchtest allen alles sein!
Wärst du ein Esel oder Pferd,
So wärst du überall begehrt –
Maulesel sind zur Zucht nichts wert!
Das war ein Traum, ein schöner Traum,
Ich sah ein Schifflein schwimmen,
Und in dem Schifflein saß ein Weib,
Das war so wunderschön und lieb.
Es sang so süß, es sang so klar,
Die Wellen, die hörten es gerne,
Und wiegte das Schifflein sacht hin und her,
Und trug es auf seinem Rücken so gerne.
Und rings umher war's still und weit,
Und über dem Meere die Sterne,
Und aus dem Himmel die Liebe hernieder,
Und unten das Meer, das war so milde.
Jahr: 1844
Die Seele des Volkes, seine Geschichte, sein Bewusstsein, sein Denken, schwingen, beben, leben weiter tief im Herzen und im Willen derjenigen, die seine Hüter und vor allem auch seine Erwecker geworden sind!
Und das sind wir alle!
Wir sind berufen, die Erwecker der Rassenseele zu sein, die neuen Wächter des Grals, jenes göttlichen Hauches in uns, aus dem alles wieder neugeboren werden kann:
die Hüter des Blutes!
Mein Lebenslauf ist bald erzählt,
In stiller Ewigkeit verloren
Schlief ich, und nichts hat mir gefehlt,
Bis daß ich sichtbar ward geboren.
Was aber nun? – Auf schwachen Krücken,
Ein leichtes Bündel auf dem Rücken,
Bin ich getrost dahingeholpert,
Bin über manchen Stein gestolpert,
Mitunter grad, mitunter krumm,
Und schließlich mußt’ ich mich verschnaufen.
Bedenklich rieb ich meine Glatze
Und sah mich in der Gegend um.
0 weh! Ich war im Kreis gelaufen,
Stand wiederum am alten Platze,
Und vor mir dehnt sich lang und breit,
Wie ehedem, die Ewigkeit.
So lange der deutsche Eichwald braust,
und der Nordsturm in blonden Locken zaust,
solang sich deutsche Mannesart,
in Alter Kraft und treu bewahrt:
Solange soll kein Gram an deutscher Seele nagen,
und du, mein deutsches Volk,
an Deutschland nicht verzagen!
Oft hab' ich dich rauh gescholten,
Muttersprache, so vertraut!
Höher hätte mir gegolten
südlicher Sirenenlaut.
Und nun irr' ich in der Ferne
freudenlos von Ort zu Ort
und vernähm', ach, wie so gerne
nur ein einzig deutsches Wort.
Einsam schweif' ich in die Felder,
such' ein Echo der Natur;
aber Bäche, Winde, Wälder
rauschen fremd auf dieser Flur.
Unverstanden, unbeachtet,
wie mein deutsches Lied verhallt,
bleibt es, wann mein Busen schmachtet
und in bangem Sehnen wallt!
Nein, o Mensch,
Du bist nicht das schwache,
Gebrechliche Wesen,
Wozu du dich selbst machst
Im finsteren Wahn und in feiger Verzagtheit.
Gehst du nicht aufrecht
Und blickest zum Himmel?
Gibt's eine Kraft in der Natur,
Die die Kraft deines Willens
Zu beugen vermöchte?
Umsonst feinden die Elemente dich an:
Der Arm, den der Stich einer Mücke lähmt,
Zeichnet dem Blitz seine Bahn vor.
Du schaukelst dich auf Wogen des Ozeans,
Dein Geist arbeitet mit im Sturme,
Zerstört mit im Feuer
Und fähret auf den Fittichen des Windes.
Von allen Wesen, die wir kennen,
Ist nur dir das Wahre wahr,
Ist nur dir das Schöne schön,
Ist nur dir das Gute gut.
Ohne des Löwen Kraft
Meisterst du den Löwen;
Ohne des Adlers Fittich
Schwingst du dich in den Kreis der Sonne.
Du siehst dich in einer Wüste –
Deine Hand schafft sie zum Garten um
Und zwingt Fruchtbarkeit
Dem nackten Felsen ab.
Dein Blick forscht unruhig umher
Nach den Grenzen der Erde
Und findet sie zu nahe gerückt. —
Sonne und Mond
Ebbe und Flut
Sind fremden Gesetzen untertan;
Sein Gesetz
Trägt der Mensch in sich
Und ist frei, indem er ihm gehorcht.
Sterne können fallen,
Ihre Spur wird vergehen!
Aber die Bahn,
Die ein großer Mensch durchläuft,
Ist nach Jahrtausenden nicht verwischt!
Nur eines waltet über ihm –
Mit eiserner Hand
Die harte Notwendigkeit,
Doch hüllt er sich in seine Würde
Und steht ruhig, wenn ihre Donner rollen,
Das Recht zu ehren,
Beugt er seinen Nacken
Unter dem Henkerbeil;
Den rufenden Bruder zu retten,
Stürzt er in des Abgrundes Wogen;
Dem Vaterlande zu gehorchen,
Verspritzt er sein Herzblut;
Das Wort seines Mundes zu besiegeln,
Besteigt er den flammenden Holzstoß.
Mensch, der du aufrecht wandelst
Und zum Himmel schaust:
Du bist ein Gott
In der Kraft deines Bewußtseins!
Umsonst hält die Erde
Dir ihren Schuldbrief vor;
Du gibst ihr zurück, was sie dir lieh,
Und forderst dein Erbteil
Unter den Söhnen des Himmels.
Ich ehre dich, Mensch,
Der du dich selber ehrst!
In dir ist nur Größe,
In dir ist nur Güte,
In dir ist nur Wahrheit!
In dir nur verknüpft sich
Das Sichtbare mit dem Unsichtbaren,
Das Endliche mit dem Unendlichen,
Das, was begann,
Mit dem, was war und sein wird!
Jahr: 1763 - 1841
Ein System ist morsch,
wenn die Form über den Inhalt
und der Schein über das Sein siegt,
also letztlich das Papier über den wahren Wert gestellt wird.
Wie ist die Bilanz heute?
Diplome ersetzen Bildung,
Informationen ersetzen Wissen,
Zugang ersetzt Eigentum,
Zahlenreihen ersetzen Geld,
Profilierung ersetzt Persönlichkeit,
Likes ersetzen Bezahlung,
Kredite ersetzen Wohlstand,
das Kuratieren ersetzt Kreativität,
das Influencen ersetzt Relevanz
und der Rausch das Glück.
Ich harre der Sonne Glut;
zieh mein Leben, das im Schatten ruht!
Niederwarf mich der Stürme Heer;
tief am Boden lieg' ich regenschwer.
So gern trüg' ich den Armen Korn;
gieße nieder des Lichtes Born,
eh' mich tiefer noch die Windsbraut tritt:
Jetzt bangt mir vor der Sichel Schnitt,
vor dem Sinken in die finstre Nacht
Als ein Halm, der keine Frucht gebracht!
Gebiete der Stürme Wehn,
laß mich wieder deine Sonne sehn;
laß mich wachsen ohne Ruh' und Rast,
bis mich beugt der eignen Fülle Last ...
Träum' ich golden dann im Licht,
reif und schwer, fürcht' ich den Schnitter nicht.
Klingt die Sense durch die Sommerruh',
fall ich still der großen Ernte zu!
Nicht klagen und zagen,
beginnen und wagen,
die Fahnen tragen
in Sonne und Sturm!
Empor alle Stirnen!
Von ewigen Firnen
den Herzen und Hirnen
der Wille zur Tat.
Wir zünden die Brände
und heben die Hände
zur Zeitenwende
und sind neue Zeit!
Wir herrschen und dienen!
Gebrüll der Maschinen,
und hoch über ihnen
unsterbliches Volk.
Es soll uns nichts trennen,
den Bruder erkennen
und Bruder nennen
in Stadt und in Land.
Kein Zagen und Zittern!
Nicht feige zersplittern!
Es wächst in Gewittern
dem Volke das Brot!
Ich war, ich bin, ich werde bleiben,
ich stand und kniete, tat tief mich neigen.
Ich lief und rannte oft sehr schnell,
schwamm in des Wassers ewigen Quell.
Gewonnen jede Schlacht mit Dir,
verloren jeden Kampf in Mir,
war egoistisch und zu gleich,
nach außen hart und innen weich.
Bin über Stein für Stein gesprungen,
bin nur gestolpert nichts errungen,
ich flog so hoch bis zu den Sternen,
ich lag am Boden mußte lernen.
Ganz gleich was hier und jetzt geschieht,
ich bin der, der wahrhaft sieht,
was mich geprägt und auch erhellt,
im Leben seine Weichen stellt!
Das Wort aber hieß Deutschland.
Wo war Deutschland? In Weimar, in Berlin?
Einmal war es an der Front, aber die Front zerfiel.
Dann sollte es in der Heimat sein, aber die Heimat trog.
Es tönte in Lied und Rede, aber der Ton war falsch.
Man sprach von Vater- und Mutterland, aber das hatte der Neger auch.
Wo war Deutschland? War es beim Volk?
Aber das schrie nach Brot und wählte seine dicken Bäuche.
War es der Staat? Doch der Staat suchte geschwätzig seine Form und fand sie im Verzicht.
Deutschland brannte dunkel in verwegenen Hirnen.
Deutschland war da, wo um es gerungen wurde,
es zeigte sich, wo bewehrte Hände nach seinem Bestände griffen,
es strahlte grell, wo die Besessenen seines Geistes
um Deutschlands willen den letzten Einsatz wagten.
Deutschland war an der Grenze.
Ein Volk zu seyn,
Ein Gefühl zu haben für eine Sache, mit dem blutigen Schwert der Rache zusammenzulaufen, das ist die Religion unserer Zeit:
Durch diesen Glauben müßt ihr einträchtig und stark seyn, durch diesen den Teufel und die Hölle überwinden.
Laßt alle kleinen Religionen und thut die Pflicht der einzig Höchsten.
Das ist die höchste Religion, zu siegen oder zu sterben für Gerechtigkeit und Wahrheit, zu siegen oder zu sterben für die heilige Sache der Menschheit…
Das ist die höchste Religion, das Vaterland lieber zu haben als Herren und Fürsten, als Väter und Mütter, als Weiber und Kinder;
Das ist die höchste Religion, seinen Enkeln einen ehrlichen Namen, ein freies Land, einen stolzen Sinn zu hinterlassen;
Das ist die höchste Religion mit dem theuersten Blute zu bewahren, was durch das theuerste, freieste Blut der Väter erworben ward!
Man spricht jetzt viel von dem Glauben:
Der eine wünscht zu glauben,
Der andre glaubt zu glauben,
Der dritte hat den Glauben.
Allein der Glaube hat keinen.
Was mein ist, ist nur Meinen!
Was hilft es dich, wenn deine Voreltern herrlich und ehrlich seind gewest, du aber nit.
Wann du von den Eltern das Leben hast und nit das löbliche, so bist du nit adelich!
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns des Lebens freun,
Denn einst liegt's wie das Gold im Grab,
Und geht nicht mehr die alten.
Der Sommer war so lang und schön,
Vergaß ihn, wer da wollte;
Nun reißt sein letztes Blatt der Wind
Hinweg, und es verhüllet
Die Erde sich in Winterkleid,
Und träumt von Maienwonne.
So wird das Jahr nach Jahren gehn,
Und keines wird sich gleichen;
Was wir nun haben, laß uns freun!
Denn ach, mit jedem Morgen
Verlieren wir ein Stückchen Glück
Und kommen näher der Nacht.
Jahr: 1849
Der Wunsch nach dem Sohn
ist der Vater vieler Töchter.
Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an,
Das halte fest mit deinem ganzen Herzen.
Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft;
Dort in der fremden Welt stehst du allein,
Ein schwankes Rohr, das jeder Sturm zerknickt!
In der Hingabe des eigenen Lebens für die Existenz der Gemeinschaft liegt die Krönung allen Opfersinns.
Gerade unsere deutsche Sprache aber besitzt ein Wort, das in herrlicher Weise das Handeln nach diesem Sinn bezeichnet:
Pflichterfüllung!
Das heißt, nicht für sich selbst zu genügen, sondern der Gemeinschaft dienen.
Dies ist Pflicht!
Wir wählten den Sommer, wir schnürten den Schuh,
wir flogen, wir zogen der Einsamkeit zu.
Wir griffen mit Händen an südlichen Stränden
die Steine, die Stämme, die Sterne, das Licht.
Wir reihten die Tage zu Ketten der Pracht
und schmückten mit Feuern die einsame Nacht.
Wir schwiegen, wir sangen, wir waren umfangen
von Sonne, von Regen, von Meerwind und Gischt.
Wir pflanzten die Fahnen ins oberste Kliff,
wir träumten uns Fahrten auf stampfendem Schiff.
Wir lauschten den dichten, den dunklen Geschichten,
wenn nachtfern ein Tierruf die Zeltwand umstrich.
Wir blieben verschwiegen, wir blieben gebannt,
entließ unsre Reise uns wieder an Land.
Wir trugen die Schätze an einsame Plätze,
den Raub, das Erinnern, die Losung, das Band.
Und kommen die Stunden, da wieder erwacht
der Ruf jener Tage, von Fernweh entfacht,
dann wird unser Summen nach kurzem verstummen.
Wir wissen: So wird es nie wieder mehr sein.