Sage Ja zu deinem Leben,
wenn es dir am schwersten ist.
Sage Ja zu deinem Streben,
wenn du müd und hungrig bist.
Sage Ja zu deinem Schaffen,
wenn dir die Verzweiflung droht.
Schrei ein Ja in alle Enden,
wenn dich Haß und Neid umloht.
Schlage jene Ketzer nieder,
die mit Nein am Abgrund gehn.
Bau mit Ja die Brücke drüber,
wirst als Sieger oben stehn!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Alle Dichtungen
Gedenke ein jeder,
was er für die Ehre des deutschen Namens zu tun habe,
um sich gegen sein eigenes Blut und sein Vaterland nicht zu versündigen.
Gedenke, daß du ein Deutscher bist!
Heute habe ich mir aus der Zeitung einen Artikel über Auswanderung nach Peru herausgeschnitten.
Wo wird es mich hin verschlagen, Spanien, Türkei, Baltikum, Russland, Peru?
Ich denke oft darüber nach.
In zwei Jahren bin ich nicht mehr in Deutschland, außer es ist wieder Kampf, Krieg und ich Soldat!
Jahr: 1921
Es dreht das Rad des Lebens sich
durch Werden, Dasein und Vergeh‘n
für immer und für ewiglich
auf daß ihm keiner kann entgeh‘n
Beginnt es, ist die Freude groß
Unbändig ist die Lebenskraft
Am Ende wartet still das Floß
Gevatter dich in‘s Grünland schafft
Für alles, was dazwischen liegt
ein Plan nicht wirklich ist entschieden
trefflich sich zusammenschmiegt
und fertig wär‘ der Seelenfrieden
Nun welchen Sinn das ganze hat
die Altbekannte Frage wäre
dies freilich steht auf and‘rem Blatt
bevor der Mann ruft, auf der Fähre
In jungen Jahren ist‘s nicht schwer
zu Feiern und im Tanz sich dreh‘n
Das Leben aber ist viel mehr
als Feiern, Trinken, Tanzengeh‘n
Doch diese Zeit ist nicht verschenkt
der junge Mensch hat Energie
wird sie in rechte Bahn gelenkt
durch Förderung gedeiht Genie
Begeisterung das Lernen steigert
Disziplin und Ordnungssinn
Nein niemand, der sich dem verweigert
sieht einmal er den Sinn darin
Doch glaube nichts, prüf‘ alles selbst
die Wahrheit fügt sich von allein
was du für wahr und richtig hälst
wird treu nun dein Begleiter sein
Selbst wenn sich stellt ein Irrtum ein
zum Korrigieren nimm dir Zeit
Der Sinn des Lebens kann nur sein
die Liebe zur Wahrhaftigkeit
Jahr: 2018
Ich bin aus Deutschlands Mitte, dort, wo die Eichen stehen,
Wo die Fluren sich dehnen, wo die Flüsse gehen.
Wo die Dörfer blühen, wo die Glocken klingen,
Dort hab' ich meine Wiege, dort will ich auch liegen.
Jahr: 1843
Theo, Heinrich hier! Habe zwei Bomber abgeschossen; Munition ist alle. Ich ramme jetzt. Auf Wiedersehen, sehen uns in Walhalla!
Jahr: 1945
Laßt vergehen, was vergeht!
Es vergeht, um wiederzukehren,
es altert, um sich zu verjüngen,
es trennt sich, um sich
inniger zu vereinigen,
es stirbt, um lebendiger
zu werden!
Dem Vater liegt das Kind im Arm,
Es ruht so wohl, es ruht so warm,
Es lächelt süß: ,, Lieb Vater mein!''
Und mit dem Lächeln schläft es ein.
Der Vater beugt sich, athmet kaum,
Und lauscht auf seines Kindes Traum;
Er denkt an die entschwund'ne Zeit
Mit wehmuthsvoller Zärtlichkeit.
Und eine Thrän' aus Herzensgrund
Fällt ihm auf seines Kindes Mund;
Schnell küßt er ihm die Thräne ab,
Und wiegt es leise auf und ab.
Um einer ganzen Welt Gewinn
Gäb' er das Herzenskind nicht hin;
Du Seliger schon in der Welt,
Der so sein Glück in Armen hält!
Die Spieße gereckt und die Fahnen empor!
Die Hörner gelln in die Runde-
Der Hufprall dröhnt durch das offne Tor:
So bricht das Licht aus dem Dunkel hervor!
Unser ist, unser die Stunde!
Wir bergen im Mantel ein köstliches Gut,
das gilt uns nicht Gold und Geschmeide:
Das ist unser wildes und herrisches Blut
Und der kühle Stahl in der Scheide.
Wie der Morgen herauf aus den Tälern frischt-
Weit hinten liegt Nacht und liegt Grauen.
Hei, die Lust, wenn das Schwert aus der Spange zischt
Und in sausendem Schwunge die Leben lischt!
Dem Eisen wollen wir trauen!
Das Eisen hat Knaben zu Männern gemacht,
die spotten des Feinds und der Schande:
Wir wollen den Ritt, und wir wollen die Schlacht
Und die Freiheit über dem Lande!
Die deutschen Leute, sie wollen nicht begreifen,
es sei denn, die Einsicht wird sie erreichen.
Um die Deutschen zu heilen, sie zu gesunden,
kann nur ein deutsches Mittel gefunden!
Ich kenn' ein Kind, das mag nicht schlafen,
Es ist ein wildes, böses Kind,
Es will nicht hören, was man ihm sagt,
Es will nicht tun, was man ihm zeigt.
Ich kenn' ein Kind, das mag nicht essen,
Es ist ein wildes, böses Kind,
Es will nicht essen, was man ihm gibt,
Es will nicht trinken, was man ihm reicht.
Ich kenn' ein Kind, das mag nicht spielen,
Es ist ein wildes, böses Kind,
Es will nicht spielen, was man ihm zeigt,
Es will nicht lachen, was man ihm sagt.
Ich kenn' ein Kind, das mag nicht beten,
Es ist ein wildes, böses Kind,
Es will nicht beten, was man ihm lehrt,
Es will nicht danken, was man ihm gibt.
Ich kenn' ein Kind, das mag nicht gehorchen,
Es ist ein wildes, böses Kind,
Es will nicht gehorchen, was man ihm befiehlt,
Es will nicht folgen, was man ihm zeigt.
Ich kenn' ein Kind, das mag nicht schlafen,
Es ist ein wildes, böses Kind,
Es will nicht hören, was man ihm sagt,
Es will nicht tun, was man ihm zeigt.
Jahr: 1862
Es sprach mein Herz,
Es sang mein Herz:
Sei stark und fröhlich auf der Welt!
Was dir mißglückt,
Was dich bedrückt,
Wirf hinter dich aufs Totenfeld!
An Mute klein
Kann jeder sein,
Was ist denn da Besondres dran?
Das Leben ist
Voll Kampf und List –
Weh dem, der's nicht vertragen kann!
Ein armer Wicht,
Wer gleich verzicht
Und senkt sein Fähnlein in den Staub!
Du denk und dicht
Ins Morgenlicht
Und weißt du nicht wie's geht, so glaub!
Schwarzsehern traun,
Heißt Särge baun,
Sollst dorthin schaun, wo winkt ein Held.
Es sprach mein Herz,
Es sang mein Herz:
Sei stark und fröhlich trotz der Welt!
Seele des Waldes,
wie zart bist du,
wenn der Lenz dich beflügelt;
wie geht
in schimmerndem Grün
dein Hauch über Hänge und Hügel.
Völker mögen gewandert sein
über die Hügel;
Völker mögen gefallen sein,
wie die Stämme am Hang.
Seelen rauschen dahin
nun mit der Seele des Waldes;
uralter Kampfruf ertönt
wieder im nächtigen Sturm.
Abends aber,
wenn bräunlicher Glanz
aufglimmt am Pfade,
sprichst du der Liebe ewiges Wort
aus den Jahrtausenden her
in die Jahrtausende hin.
Seele des Waldes,
wie zart bist du,
wenn Allvater dich wachruft
im Lenz!
Die religiöse Tradition konnte sich keines anderen Mittels bedienen, als dessen sich die Vernunft und Sprache selbst bediente, der Symbole.
Muß der Gedanke ein Wort werden, wenn er fortgepflanzt werden will, so muß auch jede Einrichtung ein sichtbares Zeichen haben, wenn sie für andere und die Nachwelt sein soll!
Bei der Eroberung des Weltraums sind zwei Probleme zu lösen: die Schwerkraft und der Papierkrieg. Mit der Schwerkraft wären wir fertig geworden.
Lösche alle deine Tag' und Nächte aus!
Räume alle fremden Bilder fort aus deinem Haus!
Laß Regendunkel über deine Schollen niedergehn!
Lausche: dein Blut will klingend in dir auferstehn! –
Fühlst du:
schon schwemmt die starke Flut dich neu und rein,
Schon bist du selig in dir selbst allein
Und wie mit Auferstehungslicht umhangen –
Hörst du: schon ist die Erde um dich leer und weit
Und deine Seele atemlose Trunkenheit,
Die Morgenstimme deines Gottes zu umfangen!
Jahr: 1883 - 1914
Andachtsvoll, mit feuchten Augen
Und in nie gefühlter Lust
Leg' ich still zum erstenmale
Meinen Knaben an die Brust.
Nimm mich ganz, geliebter Knabe!
Trink mein Leben, trink mein Blut,
Trink meiner Seele Feuer
Meines Herzens reine Glut!
Glücklos müßte hier mein Fühlen
Funke hier und Knospe bleiben!
Soll, in dich hinüberströmend,
Flamme werden, Blüten treiben!
Jahr: 1845
Mitten in den langen fahlen Winter
ist ein schwerer Frühling eingebrochen.
Schwarze Amsel wippt im saftgen Gras,
sprengt aus hochgefüllter Brust
zitternd Sang um Sang.
Faulbaum gischtet weiß aus grünen Sträucherwogen
süßen Hauch in Sonnenglut verdampfend.
Schwäne brüten träg, vom Frühlingswind geschaukelt,
blinzeln in die Sonnenspeere überm See.
Grüne Erpelköpfe leuchten,
Butterblumen springen blendend auf. —
Und die Kinder graben
emsig mit den kleinen Händen
in der warmgewordnen Erde.
Gestern noch war langer, fahler Winter.
Nun blüht Frühling —
so verschwendend schwer,
blüht, als blühte er unwandelbar
von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Wir schließen froh die Runde
Mit frischem, freien Mut,
Und bringen gute Kunde
Ringsum Germanenblut:
Im Wald, im heilig alten,
Die Weiheflamme glüht,
Von hoher Götter Walten
Ein Wissen neu erblüht’.
Wohin den Schritt wir lenken
Wohl durch die Heimat weit,
Mit uns ein treu’ Gedenken
Zieht in die neue Zeit:
Der Ew’gen, die da weben
Still unsres Wesens Grund,
Die Freud’ und Kraft uns geben
Jetzt und zu jeder Stund’!
Wir grüßen starke Eichen,
Sind still am Heidengrab
Und ehren heil’ge Zeichen,
Die Ahnenweisheit gab.
Und über uns ein Singen,
Ein Siegesruf hebt an:
Sturm, wie Walkürenschwingen,
O brause uns voran!
Mädchen von heute ziehen Hosen an, wie Jungens auszusehen, und durchsichtige Blusen, um zu beweisen, daß sie keine sind!
So wie die Sonne untergeht,
Gibt's einen letzten Baum,
Der wie in Morgenflammen steht
Am fernsten Himmelssaum.
Es ist ein Baum und weiter nichts,
Doch denkt man in der Nacht
Des letzten wunderbaren Licht's,
So wird auch sein gedacht.
Auf gleiche Weise denk' ich Dein,
Nun mich die Jugend läßt,
Du hältst mir ihren letzten Schein
Für alle Zeiten fest!
Unsere deutsch-österreichischen Brüder haben auf ihrer Nationalversammlung bereits am 12. November vorigen Jahres sich als Teil der großdeutschen Republik erklärt. Jetzt hat die deutsch-österreichische Nationalversammlung erneut unter stürmischer Begeisterung uns ihren Gruß entboten und die Hoffnung ausgesprochen, daß es unserer und ihrer Nationalversammlung gelingen wird, das Band, das die Gewalt 1866 zerrissen hat, wieder neu zu knüpfen. Deutsch-Österreich müsse mit dem Mutterland für alle Zeiten vereinigt werden. Meine Damen und Herren! Ich bin sicher, im Sinne der gesamten Nationalversammlung zu sprechen, wenn ich diese historische Kundgebung aufrichtig und voll Freude begrüße und sie mit gleicher, herzlicher Brüderlichkeit erwidere. Unsere Stammes- und Schicksalsgenossen dürfen versichert sein, daß wir sie im neuen Reich der deutschen Nation mit offenen Armen und Herzen willkommen heißen. Sie gehören zu uns, und wir gehören zu ihnen.
Jahr: 1919
Alle Nationen haben ihre Zungen und sprechen in Regeln gefaßt, auch in ihren Chroniken und Handelsbücher verzeichnet, wo etwas Ehrliches und Männliches gehandelt oder etwas Künstliches und Höfliches ist geredet worden von den ihren. Allein wir Deutschen haben solches vergessen, das unsere gering geachtet, wie ehrlich es auch gewesen, und auf andere Leute und fremder Nation Wesen, Sitten und Gebärde gegaffet, gleich als hätten unsere Alten und Vorfahren nie nichts gehandelt, geredet, gesetzt und geordenet, das ihnen ehrlich und rühmlich nachzusagen wäre!
Jahr: 1494 – 1566
So lang' mein Volk lebt, lebe ich und werd ich leben
Nicht nur in meiner Sippe, nein, in allen meines Heimatlands,
Auch ohne Wundertaten, ohne Ruhmesglanz,
Denn ich bin eins mit ihm, sein Erbe und Vererber ganz,
Ein deutscher Sohn und Ahn an allen Wanderstäben.
In seinem Blut und seiner Seele eingeschlossen
Treib ich in jedem Trieb, web ich in jeder Zelle fort und fort.
Und falls ich abgesprengt, — ist nichts als Spreu verdorrt,
Die wieder zufliegt, wie ein Schall, ein hingeworfenes Wort, —
Mein Selbst bleibt grün in seines Wesens tausend Sprossen...
Oh zeig dich, wunderbare Welt,
wie du es einst getan.
Ob Traum, ob Geiste wird erhellt,
ein Tor offensteht fortan.
Grün grüner leuchtend funkelt.
Luft so satt, so klar.
Licht scheint, wo früher dunkel;
Überall und Jahr um Jahr.
Oh zeig dich, wunderbare Welt,
führ mich wieder heim.
Der Augenblick, er ewig hält
In meinem Herzen rein.
Wie du schläfst, so wachest stets
Unschuldig in dem Spiele.
Durch Tannen süße Düfte wehts;
Unendlichkeit als Ziele.
Oh zeig dich, wunderbare Welt,
Heil bring in unsre Lande.
Der Fels, der Wege uns verstellt
Sei nun so fein wie Sande.
Zeig dich, oh wunderbare Welt
Mit deiner freundlichen Geduld.
Der schwarze Vorhang sachte fällt;
Liebe läutert alle Schuld.
Jahr: 2014
Einen Tyrannen zu hassen vermögen auch knechtische Seelen,
Nur wer die Tyrannei hasset, ist edel und groß!
Volk ist nicht Zeit, Volk ist nicht Raum,
Volk ist nicht Tag, Volk ist nicht Traum-
Volk ist ein Leib, darinnen rinnt
ein heiliger Strom, dem wir verfallen sind!
Nun kommt mit leisen Wehen der frühlingfrohe März, die Flut der großen Ströme zieht brausend tälerwärts. Und in den lauen Lüften beginnt der Vogelflug und quert von Süd nach Norden der Wolken schweren Zug. Die dunklen Wälder duften nach Harz und jungem Moos, die Saat der Felder biegt sich im Winde frei und bloß. Nun ist ein helles Rufen der Freude in der Welt, das schwingt durch alle Fluren hinan zum Himmelszelt!
Ehemänner, die sich freiwillig an der Abmagerungskur ihrer Frau beteiligen, gehen mit ihr wirklich durch dick und dünn.
Sieh', das ist es ja, was man so unter Deutsch versteht, im höchsten Sinn:
Der Wille zum Unmöglichen, zum Ziel der Ziele, zur Vollendung, die sich nie auf Erden findet, aber ahnen läßt, im Wohllaut aller Töne, Formen, Farben, im Gleichmaß der Gestirne und Gesetze, im Abglanz einer ew'gen Harmonie.
Zur Einheit will der Deutsche, will heraus aus Trug und Schein, ein Ganzes will er, und wenn er kämpft, so ist's nicht der Triumph und nicht die Beute, die ihn spornt, es ist das Wunder der Vollkommenheit!
Einst, wenn Eure Kinder fragen:
Vater, wo ist der Goethe unserer Zeit?
Dann sollt ihr ihnen sagen:
Weit, weit
hinter der Düna, hinter dem Don
scharrten wir ihn in ein mooriges Grab.
Was wußten denn wir davon,
als wir ihn senkten hinab?"
Was lag an der Menschheit ew’gen Gesängen?
Wir mußten doch eine Brücke sprengen!
Das war das wichtigste unserer Zeit.
Damals weit, weit."
Einst, wenn eure Kinder fragen:
Haben wir einen Rembrandt nicht?
Mögt ihr ihnen sagen,
aber seht ihnen nicht ins Gesicht:
In Afrika drüben, in El Alamein,
gruben wir ihn in den Flugsand ein.
Wir mußten dort einige Klippen halten,
die uns mehr als Rembrandt galten!
Im Schuß er die Bergwand niederrollte,
der sein Jahrhundert beglücken wollte.
Was war denn ein Leben in jener Zeit?
Damals weit, weit?
Einst, wenn eure Kinder fragen:
Unser Beethoven, wo ist der?
Mögt ihr Alten nur müde sagen:
Den wiegt und schaukelt hin und her
die graue Welle im eisigen Meer.
Weit oben im höchsten Nord
schlug ihn die Sturzsee über Bord.
Wir hörten noch seinen letzten Schrei,
dann traf ihn vom russischen Flugzeug das Blei.
Der Sturm, der über Finnland zieht
singt ihm und orgelt in tiefen Akkorden
ewiges Schlummerlied.
Weit oben im hohen Norden -
und das wäre Beethoven geworden!
Einst, wenn Eure Kinder ergrauen,
mögen sie wohl auch Künstler schauen,
hochragend über ihre Zeit -
weit leuchtend, weit.
Doch die hingemäht waren, jene leicht Verletzlichen
sind die Unvertretbaren, ewig Unersetzlichen.
Neue Verse, neue Bilder, neue Lieder,
wie Gott sie allen Zeiten verlieh.
Aber die Großen des Volks gibt Gott nicht wieder - nie!
Jahr: 1944
Unsere Welt-Land-Stadt- und Kommunalpolitiker sind gerade dabei, alles kaputt zu machen, was die Erdbewohner seit dem Ende des kalten Krieges Positives aufgebaut und Negatives friedlich und eindrücklich beendet haben.
Die Fundamente für einen neuen eisernen Vorhang sind jedoch leider schon wieder so weit fertiggestellt, daß es um uns bald wieder sehr dunkel werden könnte.
Völker, vereinigt euch! Zeigt all diesen (vermeintlich) übermächtigen Politiker, dass wir nicht mehr alles gutheissen oder kommentarlos alles herunterschlucken!
Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen:"Nie wieder Krieg!", entgegen all den Hoffnungen auf eine schöne Zukunft, muß ich sagen:
Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es, heute zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen"!
Jahr: 1862 - 1930
Ich bin der liebe Knecht Ruprecht,
Nun rate, was ich bei mir hab'!
Es sind nicht Äpfel, sind nicht Nüsse,
Es sind nicht Mandeln und nicht Zucker,
Und auch nicht Haferbrei, o nein!
Nun rate doch, was kann es sein?
Es sind ganz kleine Kinderhändchen,
Die faltet man zum frommen Gebet,
Und wenn das Christkind sie betrachtet,
Dann lächelt es und segnet sie.
Jahr: 1862
O Heimat, Erde unsrer Jugendtage,
da alles leuchtete in Glanz und Licht,
ihr Berge, Wälder, leis durchraunt von Sage
und Märchen! Mutterlaut, der zu uns spricht
mit süßem Ton in jedem Herzenschlage!
Leid unserer Kindheit, mütterlich Gesicht,
wie bist du gramgebeugt von Schmerzen wild,
verdüstert und verhüllt, du heil'ges Bild!
Frei zogen unsre Ahnen ihren Pflug
durch deine Fluren, schafften frei und stark,
frei schwang sich auf zu hohem Geistesflug
ihr Sinn, das Auge treu und ohne Arg
sah stolz um sich und wußte nichts von Trug.
Du letzte Wacht an Deutschlands letzter Mark!
Ein frei Geschlecht, das sich vor Gott allein
nur beugte, frei und friedlich wollte sein.
Da plötzlich ward dein stilles Glück zerstört,
durch schändlichen Betrug die Freiheit dir
geraubt. Getäuscht durch Lügen unerhört
hat dich des Feindes Haß in wilder Gier
getreten und mit Letten dich beschwert.
Auf schriest Du wild und rangst die Hände irr:
Da gellten Schüsse, mordeten in Scharen
die Treuesten, die je auf Erden waren.
O Brüder, unser Blut ist da geschossen
aus tausend Wunden, hat die Heimat rot
gefärbt und hat besiegelt und beschlossen
das Bündnis zwischen uns und ihrer Not.
Harr aus, o Heimat, leid es unverdrossen
und sei gewiß, dein Leid steigt empor zu
dem Richter und dem Rächer, dessen Hand
Verräter straft. Harr aus, Sudetenland!
Sei stark im Dulden, fest und treu im Glauben:
Der Henker beugt den starken Willen nicht:
Kein Wüterich kann dir die Ehre rauben,
so lang du glaubst an Treue und an Pflicht.
Harr aus, bis einst im Donnerwort den Tauben
der Herr ihr Urteil streng und furchtbar spricht
und Deutschlands Adler seine Flügel weit
aus dehnt zu neuer Macht und Herrlichkeit!
Jahr: 1919
Du schlafende Schönheit, ich schaue dich an
und sehe wie ruhig und selig du liegst,
doch weiß ich im inn'ren es anders und kann
es kaum mehr erwarten bis du wieder fliegst.
Du liegst wie Dornröschen, vom Fluche bedeckt-
und doch lebst du weiter, bis daß du geweckt!
Du bist wie ein Märchen und viel stieß dir zu
hast soviel ertragen, stets weiter gemacht.
Der finstere Geist ließ dich niemals in ruh'
hast dich oft gewehrt, gingst durch dunkelste Nacht.
Doch dunkelste Nacht ist auch einmal vorbei-
dann dämmert der Tag und Dornröschen ist frei!
Erhebe dich Deutschland, vom Kusse berührt,
vom Geiste der Freiheit- die Zeit ist nun da,
die dich in das Leben und Freiheit hin führt,
wie schon vor Dekaden es einstmals geschah!
Beweg deine Glieder und recke dich aus-
genieße die Freiheit im eigenen Haus!
Nach eigenen Wünschen geplant und gebaut
geprüft und entschieden nach eigenem Maß
den eigenen Stärken wird wieder vertraut,
der Freiheit zu Ehren erhebet das Glas!
Die eigene Arbeit sich nun wieder lohnt-
wenn deutsches Gesetz als das oberste thront!
Zunächst etwas wack'lig, dann fester im Schritt
Entdeckst du wie köstlich die Freiheit dir schmeckt.
Mit pochendem Herzen bekommst du nun mit
wie man echten Frieden und Freiheit entdeckt!
Die Schinder, sie sind nun endgültig verbannt-
Wir sind wieder Herren im eigenen Land!
Gelacht und geweint und die Wunden geleckt,
die Ärmel gekrempelt und fest angepackt!
Der Staat für die Menschen ward wiederentdeckt
zerstörtes Vertrauen ward wieder intakt.
Ein Reich für uns Deutsche und Deutschland erblüht-
wenn jeder mit Geist und mit Kraft sich bemüht!
So reicht euch die Hände ob jung oder alt,
die Gräben geschlossen, den Frieden gemacht.
Und gebt uns'rem Glück friedlich Raum und Gestalt,
ein glückliches Leben wird so nur vollbracht!
Und niemand von uns lasse je wieder nach-
dann blüht unser Deutschland, liegt nimmer mehr brach!
Jahr: 2022
Glaube nur, Gott
Hört nicht im Himmel
Geschrei, noch Gebet!
Doch sieh': In dir selber
Hell horchet heimlich Gehör!
Sieh, deine Seele
Kommt wie die Quelle
Tief her an den Tag,
Von Urgrund unendlich
Kündet sie klar dir,
Was ihr gewährt!
Waltend gewiß,
Kundig, verknüpfen,
Zeitenenthoben,
Nornen dein Erbgut.
Starb auch, so strebt doch
In dir der Ahn!
Komm’ an den Quell,
Weih deiner Seele
Wecklieder, leise,
Wirst dann verstehen
Botschaft Deines Blutes:
Wahrhaft und wert!
Die alte Jette hatte sich
redlich, fleißig und kümmerlich
durch ihr Leben geschlagen;
sie flickte, plättete und spann,
und ihr Mann, ja, wo war ihr Mann?
Man wußt es nicht zu sagen!
Zwei stramme Jungen hatte Sie.
es kostete sie manche Müh'
mit den Kindern fertig zu werden.
Aber sie verdroß das nicht,
machte immer das selbe Gesicht
trotz Arbeit und Beschwerden.
Und wenn's im Dorf zu helfen galt,
dann kam die alte Jette bald
als erste herbei gelaufen.
Sie half beim Backen und beim Näh'n,
beim Ernten half sie und beim Säh'n,
beim Sterben und Kindertaufen.
Und eines Morgens in der Früh'
zu Anfang März da sah ich sie
steh'n in unser'm Garten;
und als ich ihr die Hände gab,
da wischte sie sich die Tränen ab,
aus ihren Zügen den harten.
So hatte ich sie nie gekannt.
Ich drückte ihr die alte Hand:
Guten Morgen, Mutter Jette!
Es ist so schön, die Sonne scheint.
Sag mir, warum hast du geweint
und hier an dieser Stätte?
Mein Junge, das wirst du doch nicht
versteh'n,
hast du die Schneeglöckchen geseh'n,
wie sie die Köpfe recken,
wie sie durch den Winterschnee
frisch und mutig sich in die Höh'
nach der Sonnen strecken?
Sieh mal, ich trage manches Leid,
ich habe zum Lachen keine Zeit
und keine Zeit zum Weinen.
Nur ein einziges mal im Jahr,
so im März oder Februar,
wenn die Schneeglöckchen erscheinen.
Dann wird es mir ums Herz so weich,
dann werd ich immer so stark und reich;
ich werde wie neu geboren.
Dann kommt eine Kraft mir und ein Glanz;
ich vergesse dann wieder ganz,
was ich alles verloren.
Du wirst ja auch einmal ein Mann.
Sieh dir diese Schneeglöckchen an.
Gib ihnen ein Versprechen.
Sie sind die ersten, die unverzagt,
die es frischen Mutes gewagt,
die Schneedecke zu brechen.
Später im Sommer, mein kleiner Freund,
wenn jeden Tag die Sonne scheint,
wenn warm die Lüfte spielen,
dann ist es leicht, so mitzublüh'n
wie Rosen oder wie Jasmin
und wie die andern vielen.
Aber jetzt im März, wo noch niemand weiß,
wann zu Ende Kälte und Eis,
als erster sich zu erheben
und zu sagen: Hier stehe ich,
ich will auch meinen Platz für mich.
Das, ja das heißt Leben.
Darum, wenn mir das Herz so schwer,
dann komm ich immer wieder her,
wenn die Schneeglöckchen erwachen.
Darum lieb ich die Blumen so,
weil sie mich mutig und froh
für lange Wochen machen.
Und wenn du später im Leben einmal
stehst vor einer Wahl
gleichwie an welcher Stätte,
denke an die Schneeglöckchen dann:
Nur die Tat mach den Mann!
und an die alte Jette.
Der Mensch kommt unter allen Tieren in der Welt
dem Affen am nächsten.