Ein Bettelkind schleicht durch die Gassen
- der Markt läßt seine Wunder sehn:
Lichtbäumchen, Spielzeug, bunte Massen.
Das Kind blieb traumverhalten stehn.
Aufseufzt die Brust, die leidgepreßte,
die Wimpern sinken tränenschwer.
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste
- ich weiß kein Leid, das tiefer wär.
Im Prunksaal gleißt beim Kerzenscheine
der Gaben köstliches Gemisch,
und eine reichgeputzte Kleine
streicht gähnend um den Weihnachtstisch.
Das Schönste hat sie längst, das Beste,
ihr Herz ist satt und wünscht nichts mehr.
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste
– ich weiß kein Leid, das tiefer wär.
Doch gält's in Wahrheit zu entscheiden,
wer des Erbarmens Preis verdient
– ich sprach: Das ärmste von euch beiden
bist du, du armes reiches Kind!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Alle Dichtungen
Die Sterne, die begehrten nicht,
Sie standen still und klar;
Die Blumen, die erwachten nicht,
Sie schliefen fest und wahr.
Doch mitten in der Nacht, da kam
Ein holder Knabe gegangen;
Der hat die Blumen aufgetan,
Die Sterne hat er gefangen.
Und wie der Knabe wandert fort,
Da singt er Lieder hold und weich;
Die Blumen hören's und der Ort
Erglänzt im Sternenreich.
Jahr: 1844
Durch die modernen Naturwissenschaften der Lehre von den Genen, der Biochemie und Biophysik und nicht zuletzt durch die Verhaltensforschung wachsen uns neue Erkenntnisse zu. Der Mensch ist ebenso Natur- wie Kulturwesen. Ehe, Familie und Gesellschaft sind keine Errungenschaften der Kultur, sondern bestehen bereits im vormenschlichen Bereich. Sie sind wichtige Einrichtungen des Lebens zur Brutpflege und Aufzucht und damit zur Erhaltung der Art.
Bleib du auch so, wie du geboren,
der Sprache deiner Ahnen treu,
wozu das Schicksal dich erkoren
wie hart es hier auch manchmal sei.
Dir sang auch einst vor deiner Wiege,
ein deutsches Lied die Mutter dein,
so du erkletterst manche Stiege,
wagst du kein Deutscher mehr zu sein.
Vertauscht darum dein' deutschen Namen
verleugnest wer dein Vater war,
mit ihm zugleich auch deine Ahnen
und selbst auch sie, die dich gebar.
Alle jenen, die die Ahnen lieben,
sie halten es für heil'ge Pflicht,
sind ihren Ahnen treu verblieben,
und leugnen ihre Herkunft nicht!
Wer sich selbst gefunden hat,
hat die besten Chancen,
den Sinn des Lebens zu finden!
Wenn die Sonne niederfährt,
Und der Abend niederweht,
Und die Felder ringsum ruhen,
Und die Vögel leis' verwehen,
Dann ist's still im ganzen Land,
Und die Herzen werden weit,
Und die Seelen sich erfreuen
An des Sommers letztem Glanz.
Jahr: 1860
O Knute, o Knute!
Die Schwingen man tute,
machst Wirkung sehr gute
bei frevelndem Mute.
Was dem Kindlein die Rute,
ist dem Volke die Knute;
du stillest die Wute
rebellischem Blute.
Das alles, das tute
die Knute, die Knute!
Weshalb ich mich spute
in einer Minute
poetischer Glute
schrieb an die Knute
dies Gedichtchen, dies gute.
Ja, du bist frei, mein Volk, von Eisenketten
Und von des Vorrechts unerhörter Schande,
Kein Adel schmiedet dich in schnöde Bande,
Und fröhlich magst du dir im Wohlstand betten.
Doch dies kann nicht dich vor der Knechtschaft retten,
Der schwarzen, die im weißen Schafsgewande
An allen Türen horcht im weiten Lande,
Wie Unkraut sich an jedes Herz will kletten.
Wenn du nicht kühnlich magst den Geist entbinden
Von allem Wust und tötender Umhüllung,
Nicht sorglich deiner eignen Einsicht pflegen:
Wird stets dein Feind die Tore offen finden,
All deiner Hoffnung raubend die Erfüllung,
Dein schön begonnen Werk in Asche legen!
Wenn sich die Nacht zaghaft mit euch besteckt,
wie eine dunkle Tänzerin den seide-
weichen Leib mit spärlichem Geschmeide,
wenn ihr gleich brennendem Staub den Himmel deckt
und leuchtend in das Nichts hinüberleckt,
fliegt wohl von dieser dürren Lämmerheide
und abgegrasten Trübsalsrinderweide
die Seele lechzend zu euch hoch und reckt
der Sehnsucht Fackel hoch in euch empor,
bis sie vom Weine der Unendlichkeiten
trunken taumelt und ein wirrer Flor
sich um die Sinne legt –: aus euren Weiten,
die ewig grenzenlos ich hochbeschwor,
fall ich zurück in Staub und Sterblichkeiten.
Jahr: 1916
Wenn die Nebeltage
Die Nächte verlängern
Und Menschen, Tiere und Bäume
Zu Spuk und Schatten verzaubern,
Dann beginnt die Zeit der Kinderträume,
Die Zeit der Sehnsucht nach dem Lichterglanz
Und Tannenduft. -
Dann fassen wir uns wie die Kinder an den Händen,
Um uns ganz nah zu sein.
Keiner kann mehr das Alleinsein ertragen.
Einer muß dem andern Gutes sagen
Und Wärme spenden.
Während draußen die Flüsse gefrieren
und Täler sich tief in den Schnee einbetten,
Werden unsre Herzen reich und weit;
Ein warmer Strahl der Ewigkeit
Leuchtet auf uns!
Gegen den Untergang der Völker gibt es eben nur ein Mittel:
daß die Guten herrschen und nicht die Feigen,
Schlechten und Dummen!
Macht, daß Unkraut muß verwelken und das Land muß Früchte bringen.
Lasterhaftes Wesen straffen, tugendhaftes Thun belohnen,
Macht, daß Unheil außer Landes, inner Landes Heil muß wohnen!
Jahr: 1605-1655
Ein Lindwurm - berichten die Sagen -
tät heimliche Sehnsucht tragen
nach der schönsten der Wasserfei’n.
Ich schenk' dir zum Minnesolde,
du Holde, drei Haufen von Golde,
die ich hüte im Wasgenstein!
Und gäbst du von Gold sieben Haufen,
so sollst du allewig nicht kaufen,
du Tor, meinen magdlichen Kranz.
Such' dein Lieb unter Ottern und Schlangen,
ich trage mit nichten Verlangen
nach solch' einer Mesalliance.
Ein tölpischer Siedler der Sümpfe
und die flotteste Wassernymphe
— wie lachten da Nixe und Neck!
Prinz Frosch ist ein werterer Degen,
der schwingt das Tanzbein verwegen
und hats Maul am rechten Fleck!
Der arme Wurm tat sich schämen
und weinte vor Zorn und Grämen;
doch ein Eichkater raunte ihm zu:
Getrost! Ihr gebt noch ein Pärchen.
Paß' auf! In zweimal zehn Jährchen
ist sie ein wilderer Drache, als du.
Vergessen war der Väter alte Lehre,
da wild die Flamme schlug in uns’re Welt.
Keiner entsann sich mehr des Fluches Schwere,
daß Baldur stets von Lokis Pfeilen fällt.
So kam der trübste aller trüben Tage:
Den Unbesiegten meuchelte Verrat.
Mißtönig klang der Mörder falsche Klage,
doch über ihnen drohte ihre Tat.
Und siehe, da sie schamlos sich erboten,
zum Bahrgericht zu treten vor das Land,
und sie die Hände legten an den Toten,
da rann das Blut und färbte ihre Hand!
Jahr: 1934
Schon ist der Monat da
Zu enden dieses Jahr
Das eben erst begann im Januar
Die Bäume stehen kahl
Das Licht der Sonne fahl
Die Winterluft umschlingt uns kalt und starr
Die Tage fallen rasch
Das müde Laub liegt nass
Die Straßen wachsgetrübt und nebelblass
Das Jahr ging schnell dahin
Was schindet wie der Wind
Bewahren will im grauen Dunst der Sinn
Du suchst der Zeiten Halt
Doch Neues nimmt Gestalt
Und immer bist Du Teil der Erdgewalt
Zünd an ein Kerzenlicht
Gehorch dem Lärme nicht
Weil Frieden Dir die stille Einkehr bringt!
Glücklich sind sie alle, die dich nicht verstehen!
Wer dich versteht, muß deine Größe teilen und deine Verzweiflung!
Jahr: 1770 - 1843
Es ist die tiefste und herrlichste Wirkung der musischen Künste und vor allem der Poesie, daß sie die Schranken der bürgerlichen Gemeinden aufheben und aus den Stämmen ein Volk, aus den Völkern eine Welt erschaffen.
Glauben Sie, dass wir liebend gern darauf verzichten würden, unser Leben einzusetzen, wenn es andere Mittel und friedliche Mittel geben würde, die Selbstbestimmung durch eine echte internationale Volksabstimmung in Südtirol zu erreichen.
Reporter: Wann glauben Sie, werden die nächsten Anschläge stattfinden?
Kienesberger: Darauf kann ich Ihnen keine Antwort geben. Hoffentlich bald!
Jahr: 1965
Wer je in das Auge eines leidenden oder sterbenden Tieres geblickt hat, fühlt das Verwandtschaftliche alles Leidens und aller Qual dieser Erde!
Ich möchte oft vor dieser heiligen deutschen Erde auf die Knie sinken und meinem Gott danken,
daß ich die deutsche Sprache rede!
Jahr: 1818-1897
Wo ein Haus mit treuen Händen alte Kraft und Zucht bewahrt,
dem gedeiht in seinen Wänden wohl ein Kind besondrer Art:
Aller Ahnung innig Walten scheint an ihm hervorzugehn,
sich noch reiner zu entfalten — solch ein Menschenkind ist schön.
Sie erzählt, wie die Spaliere an des Hauses Südwand stehn,
und wie drollig junge Tiere, die sie aufzog, anzusehn:
wie sie dann vom Wald erzählte und der Bauernschaft im Wald!
Und wie jedes Wort beseelte ihrer Stimme klarer Alt!
Unser Müh'n pflanzt Dornensträucher, dran man karge Beeren sucht,
doch von ihrem Schritte reicher aus dem Acker steigt die Frucht,
Wir vollenden mit Beschwerde, unser Wohltun währt erst lang,
doch ihr Wandel gleicht der Erde gütigem und großem Gang.
Daß noch solche Wesen werden, das gibt Hoffnung, das gibt Mut;
Freunde, es ist gut auf Erden, unter Menschen ist es gut!
Seht, wie überall das Leben insgeheim auf Wohltat sinnt,
und welch Pfand dem übergeben, welcher sie zum Weib gewinnt!
Eene Berliner Schnauze mit Herz
Die janzen Bonzen aus Berlin,
wissen die noch, wen se dien'?
Dem deutschen Volke bestimmt nich mehr.
Dem uff's Maul zu kieken is anschein'd zu schwer.
Se dienen nur fremden Herren,
keen schwarz, rot und jold,
Landsleute als politische Jefangene wegsperr'n.
Is ditt vielleicht och so jewollt?
Watt uns heute jesacht wurde, lügenfrech ins Jesicht,
'tressiert den Bonzen morgen een feuchten Kehricht.
Va'eint mit der Systempresse setzen se immer noch een druff
und fressen am nächsten Tach ihre eig'ne Schnauze uff.
Sach ma, wie lang soll ditt noch jehn?
Findest du ditt etwa schön?
Der Souverän, ditt sind wir!
Eene deutsche Zukunft,
dafür kämpfen wa hier!
Eine Frau wird von einem rechten Mann auf drei Arten geliebt:
Als geliebtes Kind, als Gattin und als Göttin!
Wen schreckst du denn, Novembersturm?-
Im faulenden Geäst
die Maden, Larven und den Wurm!
Uns schreckst du nicht – wir stehn, ein Turm
aus Stein und Eisen fest.
Und keiner wird sich bergen,
weil rings ein Hauf von Zwergen
sich duckt ins warme Nest.
Verwelktes Laub, verdorrte Frucht,
fahrt hin, es ist nicht schad,
wer mit dem Tod zu feilschen sucht,
den hat Allvater schon verflucht,
er weist ihm keinen Pfad.
Im Zagen und Besinnen
wird jede Kraft zerrinnen,
zur Reife wie zur Tat.
Ja, gestern noch, wie war es doch,
ging die Verzweiflung um,
die einen krochen feig ins Loch,
die andern keuchten unterm Joch
demütig, krumm und stumm,
bis wir sie endlich scharten
um unsre Kampfstandarten
zu neuem Rittertum.
Wir sind ein ehernes Geschlecht
und weichen keinem aus.
Der Feind, der sich das anders dächt‘,
soll wissen: Wir sind nicht mehr Knecht
in unserm eignen Haus-
was wir mit Blut bezahlten,
das werden wir behalten
trotz Sturm und Wettergraus!
In England und Holland wägt man den Mann nach seinem Gelde,
bei uns nach Ahnen und Titel,
in Frankreich nach Witz und Manieren;
unsere Alten aber wogen nach Stärke und Tapferkeit!
Ich lieg in Deinen Armen
Und halte Dein heiliges Herz
Ich höre Deinen Atem
beruhigend, leise
und spüre Deinen
ewigen Schmerz
Von Menschen verstoßen
Zertrampelt mit Füßen wie Dreck
Ohne Rücksicht auf Dich
Ohne Rücksicht auf Morgen
Ohne Herz - hinter Lügen versteckt
Mein Halt und Zuhause
Bleibst im Herzen für Ewige Zeit
Wird der Mensch noch erwachen
und Liebe verspüren?
Wie viel Zeit ihm bis Morgen verbleibt?
Betrachten wir etwa die Freiheiten und Rechte des Einzelnen in ihrem Verhältnis zur Autorität. Sie werden durch die Verfassung bestimmt. Freilich wird man immer wieder und leider wohl auch noch für längere Zeit mit der Verletzung dieser Rechte rechnen müssen, sei es durch den Staat, sei es durch eine Partei, die sich des Staates bemächtigt, sei es durch einen fremden Eindringling oder durch kombinierte Zugriffe. Man kann wohl sagen, daß sich die Massen, wenigstens bei uns zulande, in einem Zustand befinden, in dem sie Verfassungsverletzungen kaum noch wahrnehmen. Wo dieses Bewußtsein einmal verloren gegangen ist, wird es künstlich nicht wieder hergestellt.
Der Griechen Götter wurden laut gepriesen,
Ägyptens Götzen grub man aus dem Staub.
Man wühlt und wühlt in Romas Marmorfliesen
Um zu entringen der Vernichtung Raub,
Was tausende von Jahren eingeschachtet.
Germanengötter blieben unbeachtet.
Vergessen und allein in kühler Grotte
Weilt Saga, von Erinnerung genährt,
Die ihr zurückruft, wie sie einst dem Gotte
In gold'ner Schale Weisheitstrank gewährt,
Und ihm erzählte von den Urweltstagen.
Vor Odin lag die Wahrheit aufgeschlagen.
Zu Sagas Füßen rauscht ein Strom vorüber,
Des' schwell'nde Flut das Schöpfungsreich durchfließt,
Der Strom der Zeit! der heller oder trüber
Doch unaufhaltsam seine Wasser gießt
In's Meer der Ewigkeit - Den Strom begleiten
Das Weltgeschick, die Weltbegebenheiten.
Lang klagte Saga, doch von ihrem Throne
Erhob sie sich, mit den Asen neu vereint.
Auf ihrem Haupt strahlt der Götter Krone,
Klar sind die Augen, die im Schmerz geweint.
Von Neuem lasset ihre Sagen klingen,
Asenruhm und Götterzeit besingen!
Was die Herde am meisten hasst,
ist derjenige, der anders denkt;
es ist nicht so sehr die Meinung selbst,
sondern die Kühnheit,
selbst denken zu wollen!!
O heilig Herz der Völker, o Vaterland!
Allduldend, gleich der schweigenden Mutter Erd,
Und allverkannt, wenn schon aus deiner
Tiefe die Fremden ihr Bestes haben!
Sie ernten den Gedanken, den Geist von dir,
Sie pflücken gern die Traube, doch höhnen sie
Dich, ungestalte Rebe! daß du
Schwankend den Boden und wild umirrest.
Du Land des hohen ernsteren Genius!
Du Land der Liebe! bin ich der Deine schon,
Oft zürnt ich weinend, daß du immer
Blöde die eigene Seele leugnest!
Und wenn uns nichts mehr übrig blieb,
So blieb uns doch ein Schwert,
Das zorngemut mit scharfem Hieb
Dem Trutz des Fremdlings wehrt;
So blieb die Schlacht als letzt Gericht
Auf Leben und auf Tod;
Und wenn die Not nicht Eisen bricht,
Das Eisen bricht die Not!
Hallo, hallo
An die Personal-Schaltzentrale
Da hüpft wer aus der Reihe
Sprengt jedwedes Ohm
Objekt A. H. lange Haare
Bewegt sich zu oft gegen den Strom
Und stört damit die Destabilisierungs-Spirale
Ihr eigener Wille ist einfach enorm
Sie ist viel zu kritisch
Und fühlt zu sich zu frei
Beherrscht ihr Atom
Und so systematische Dinge
scheinen ihr irgendwie einerlei
Sie tanzt auf des Messers Klinge
Die Sache ist
Sie ist gewitzt
Sie hat so manchen Geistesblitz
Und rebelliert meistens still
Sie geht nicht gradeaus
Hüpft manchmal im Kreis
Pfeift auf die Regeln als wär's ihr egal
Und überhaupt
Sie macht was sie will
So geht das nicht
Das ist im System total illegal
Hallo, hallo
An die Befehls-Instanz
wir haben verstanden
Da haben Sie Recht
Wir bringen sie in Dissonanz
Und werden einen Agenten schicken
Oder eine Art Bekannten
Und mal in ihre Seele blicken
Da gibt's ein Programm
Aus Glimmer und Glanz
Das bringt sie vielleicht in die Konstante
Das schalten wir bei ihr jetzt an
Wie sieht es aus
Ist sie schon Licht?
Wie groß ist ihr Draht zu Artverwandten?
Oder interessiert sie sich für ihre Mitmenschen nicht?
Wie ist ihre Haltung?
Zeigt sie Gesicht?
Bitte vergessen sie zu antworten nicht
Wir haben verstanden
Personal-Schaltzentrale
Da liegt das Problem
Sie liebt Ecken und Kanten
Macht öfters Randale
Ist stark verbunden
Und wir haben gehört
Sie folgt ihrem Herzen
Mit sehr viel Liebe
Für alles im Geiste
Auch für die Menschen
Das hat schon den Ablauf im System gestört
Da ist die Sache
Mit dem Herz zu verstehen
Wirft zuviel Traumsand ins Getriebe
Nun hat sie bald das Spiel durchschaut
Und weiß sich von uns abzugrenzen
Weil sie auf Urvertrauen baut
Das stört massiv
Und entfaltet viel
Dazu spielt sie
Das Spiel des Glücks
Sie muss schnellstmöglich wieder ins System zurück
Das ist das Ziel
Okay, okay
Wir haben verstanden
Und konnten in ihre Akten schauen
Das ist wirklich ein Ding
Ein echtes Problem
Da gibt's sehr blumige Geschichten
Die um sie ranken
Wir wollten der Berechnung
Erst gar nicht trauen
Und nicht verstehen
Sie spielte auch schon mit Spiralen
Und schießt durch Zeitraum
Und durch Quanten
Verdreht manche Ecken
Verschiebt sämtliche Kanten
Und kann in die anderen Welten sehen
Mit keiner Faser hat sie uns je vertraut
Weiß
Wie man sich Brücken baut
Da gibt's die Befürchtung
Sie wird bald ganz gehen
Wie kann man das stoppen?
Was bringt sie zum wanken?
Wie können wir ihr den Weg verbauen?
Sie darf auf keinen Fall
Bis zur Enthüllung
Nicht zur Entfaltung
Zur vollkommnen Erfüllung
Wir müssen den Störfaktor
Noch mehr ausbauen
An die Personal-Schaltzentrale
Wir haben gehört
Hier sind so komische Signale
Wir denken
Wir werden in der Leitung gestört
Das Objekt A.H. langes Haar
Träumt sich davon...
Sie träumt sich bald frei
Wir müssen das lenken
Sie koppelt sich ab
Ist fast nicht mehr da
Bewegt sich
Richtung Lebensspirale
Das wird ein Notfall
Das ist ganz klar
Ihr Traum wird zu groß
Machen sie was
Das wird schon ganz knapp
Was machen wir bloß
Blablablabla
Ich hör nur Gebrabbel
Blabla
So,so
denk ich mir
Und die labern weiter
Das sind ihre Pläne
Die sind wirklich nicht heiter
Die schwarzen Schwäne
Ihre Missionen
Mich zu verführen
Zu den Teichen der Toten
Wo die Toten im Brei der Zerstörung rühren
Ich hör was die sagen
Seh die Zeichen und Boten
Ich höre das Fletschen der Zähne
Sie können sich gerne
Noch lang mit mir plagen
Mich konnte der Teufel noch nie verführen
Bei mir wird sein Spiel immer versagen
Auf meiner Erde
Kann ich jedes Wesen
Mit Liebe berühren
Da kann ich frei sagen
Ganz laut
Und ganz still
Und darf mich er-leben
Mich entfalten
Weil das Leben
Mich in Liebe leben will
Jahr: 2022
Leise Lieder sing ich dir bei Nacht,
Lieder, die kein sterblich Ohr vernimmt,
noch ein Stern, der etwa spähend wacht,
noch der Mond, der still im Äther schwimmt;
denen niemand als das eigne Herz,
das sie träumt, in tiefer Wehmut lauscht,
und an denen niemand als der Schmerz,
der sie zeugt, sich kummervoll berauscht.
Leise Lieder sing ich dir bei Nacht,
dir, in deren Aug mein Sinn versank,
und aus dessen tiefem, dunklen Schacht
meine Seele ewige Sehnsucht trank.
Ich stehe auf der feuchten Erde, die schon war,
als meine Vorfahren sie bebauten
und aus dem schöpften,
was ihre Vorfahren gedacht, gefühlt, gesprochen, getan.
Vater und Mutter, Großvater und Großmutter..,
sie alle sind der Weg, auf dem ich stehe,
Tor jener Quelle,
aus der ich trinke das Geheimnis des Lebens.
So stehe ich auf fruchtbarem Boden,
wohl gegründet, wenn ich`s gut nehme, wie es ist,
im Brennpunkt ewiger Gegenwart,
wo Neues sich ereignen soll.
Sie blicken freundlich auf mich nieder,
wenn ich das Leben gut empfange,
um neu zu säen und zu ernten,
für mich und die,
die nach mir kommen.
So schwinge ich im Strome vieler Generationen
und weiß mich liebend eins mit ihnen.
Ich achte sie und ihre Wege
und lasse bei ihnen ihr Trachten und Tun.
Ein jeder hat doch seinen Kreis der Würde,
in den ich mich nicht stellen darf.
Ein Blick noch voller Dankbarkeit zurück,
für euer sein und Wirken,
das in mir lebendig weiter fließt.
Wir tragen Masken am hellen Tag
papierenfein.
Die halten unser Menschensein
lächelnd gefangen.
Einer kann nicht zum andern gelangen.
Zwischen Menschen- und Menschsein
lächeln die Masken
papierenfein.
Von Norden her kamen gefahren
In waffenerklirrendem Boot
Der Wikinger plündernde Scharen,
Verbreiteten Schrecken und Not.
Sie wollten nicht fleißig bebauen
In ehrlicher Arbeit das Feld.
Es raubten in Schleswiger Gauen
Die schrecklichsten Räuber der Welt.
Heut` haben die Dänen erkoren
Das Drachenschiff als ihr Symbol. -
Sie haben hier gar nichts verloren,
Sind Räuber – das meinen sie wohl.
Ihr Dänen erwerbt Euch nur Schande,
Wenn gierig ihr strecket die Hand !
Denn deutsch sind unsere Lande
Vom Ostmeer zum Nordseestrand.
So fest wie der Pflug des Bauern
Zieht Furchen am Ackerrand,
So fest wie die städtischen Mauern
Ist unser das Schleswiger Land !
Jahr: 1920
Bald werden Deine Kinder Dich verfluchen,
und fluchend Dich begraben,
ohne zu begreifen,
daß alles anders war,
nur weil wir geschwiegen haben!
Wenn mir im Ausland ein Mann aufstößt,
zu unbehilflich für einen Franzosen,
zu zeremoniös für einen Briten,
zu treuherzig für einen Italiener,
zu biegsam für einen Spanier,
zu lebhaft für einen Niederländer,
zu bescheiden für einen Russen, –
ein Mann, der mit schiefen Bücklingen sich andrängt, und mit unbeschreiblicher Entsagung allen huldigt, die er für vornehmer hält als sich, so sagt mir mein Herz und mein Blut im Gesicht:
Das ist dein Landsmann!
Heut warst du bei mir im Grasegarten
mit den fleißigen Händen, den häßlichen, harten.
dem feinen Näschen, dran vibrieren
verräterisch die feinen Flügel,
über die Fülle der warmen Hügel,
den starken Hüften, die dich zieren,
Du Bauernvenus, mein früher Traum!
Voller Früchte wie ein Apfelbaum
stehst du da: verborgen im Stamme
glüht die süße, verzehrende Flamme:
Ihr opfre ich alles, was ich habe.
Sei mein, du berauschende Honigwabe!
Sei mein Haus, mein Hof, mein Herd!
Erd' und Himmel bist du mir wert!
Anna, darben mit dir ist Genuß,
mit dir arm sein Überfluß.
Wenn einem der Zeitgeist
mit der Zeit auf den Geist geht,
dann wird es Zeit,
dass ein neuer Geist lebt!
Ich bin vom Berg der Hirtenknab,
Seh auf die Schlösser all herab.
Die Sonne strahlt am ersten hier,
Am längsten weilet sie bei mir,
Ich bin der Knab' vom Berge!
Hier ist des Stromes Mutterhaus,
Ich trink' ihn frisch vom Stein heraus,
Er braust am Fels in wildem Lauf,
Ich fang' ihn mit den Armen auf.
Ich bin der Knab' vom Berge!
Der Berg, der ist mein Eigentum,
Da ziehn die Stürme rings herum,
Und heulen sie von Nord und Süd,
So überschallt sie doch mein Lied.
Ich bin der Knab' vom Berge!
Sind Blitz und Donner unter mir,
So steh' ich hoch im Blauen hier;
Ich kenne sie und rufe zu:
Laßt meines Vaters Haus in Ruh!
Ich bin der Knab' vom Berge!
Und wann die Sturmglock' einst erschallt,
Manch Feuer auf den Bergen wallt,
Dann steig' ich nieder, tret' ins Glied
Und schwing' mein Schwert und sing' mein Lied:
Ich bin der Knab' vom Berge!
Kleine Hand in meiner Hand,
Ich und du im jungen Grase,
Ich und du, im Kinderland
gehen wir auf der langen Straße:
Deine Hand in meiner Hand!
Kleine Hand in meiner Hand,
Die einander zärtlich fassen:
Ich und du, nichts hat Bestand.
Einmal, ach! muss ich dich lassen,
Kleine Hand aus meiner Hand.
Kleine Hand in meiner Hand,
Kleiner Schritt bei meinem Schritt,
Kleiner Fuß im weiten Land:
Einmal geh ich nicht mehr mit.
Einmal gehst du ohne mich,
Wie ein Traum mein Bild verblich.
Irgendwo im Osten liegt ein Grab.
Meine Seele sucht und wird nicht müde.
Was du warst, das bist du, heut’ und immer.
Schon ein Schimmer dieses Irgendwo,
wäre Trost für meine matten Tage.
Darf die Frage klingen?
Irgendwo im Osten liegt mein Grab.
Hast Du Blumen, Birken, -
Irgendwo?