In der Moral ist der Wille des Volkes wesentlich an der Gemeinsamkeit der Sitten erkennbar und an der Verachtung, welche denjenigen trifft, der sich diesen sittlichen Geboten entgegenstellt.
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Alle Dichtungen
Du Maler mit Worten, du weißt da von einer Kunst
die ist so althergebracht und langweilig nie!
umschreibest die Bäume und das Wildschwein wie es grunzt
Des Sonnenlichts Schönheit und den Auerhahn wie er schrie
So sitzest du behaglich in der Stube deines Heimes
Die Muse in Gesellschaft und ein köstlicher Wein
So fröhnst du nun geschicklich dem Wahne des Reimes
den die Muse dir schenket, ja so sollte es sein
Der Ideen sind's viele, sind da mehr noch als reichlich
es kritzelt der Kiele auf dem rauhen Pergament
so fließet da die Tinte flink in Verse unvergleichlich
ja, bis sie dann vollendet in Strophen eloquent
Die Freude und der Schmerz ja, die sind dein ein und alles
Dein Herz lacht und weinet, in Liebe und in Pein
Du fröhnst mit deinen Worten des Aufbaus, des Verfalles
Ziehst die Leser des Geschehens in den Bann mit hinein
Mit Hingabe geschrieben und mit solcher auch gelesen
So ist dir das nun das Dichten die reinste pure Lust
Wenn der Leser, dort wo du warst, ist genauso auch gewesen
Dann der Kreis sich geschlossen, hast es hoffend so gewusst
Du Da Vinci mit Worten, Leonardo mit den Versen
Fange all die Gedanken, die da stark sind echt und rein
Dein Gemälde sind Gedichte, reisen durch die Universen
gibt es dich gibt's auch Leser und so wird's auch immer sein
Burg Niedeck ist im Elsaß der Sage wohl bekannt,
Die Höhe, wo vor Zeiten die Burg der Riesen stand;
Sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer,
Du fragest nach den Riesen, du findest sie nicht mehr.
Einst kam das Riesen-Fräulein aus jener Burg hervor,
Erging sich sonder Wartung und spielend vor dem Thor
Und stieg hinab den Abhang bis in das Thal hinein,
Neugierig zu erkunden, wie’s unten möchte sein.
Mit wen'gen raschen Schritten durchkreuzte sie den Wald,
Erreichte gegen Haslach das Land der Menschen bald,
Und Städte dort und Dörfer und das bestellte Feld
Erschienen ihren Augen gar eine fremde Welt.
Wie jetzt zu ihren Füßen sie spähend niederschaut,
Bemerkt sie einen Bauer, der seinen Acker baut;
Es kriecht das kleine Wesen einher so sonderbar,
Es glitzert in der Sonne der Pflug so blank und klar.
Ei! artig Spielding! ruft sie, das nehm’ ich mit nach Haus.
Sie knieet nieder, spreitet behend ihr Tüchlein aus,
Und feget mit den Händen, was da sich alles regt,
Zu Haufen in das Tüchlein, das sie zusammen schlägt;
Und eilt mit freud’gen Sprüngen, man weiß, wie Kinder sind,
Zur Burg hinan und suchet den Vater auf geschwind:
Ei Vater, lieber Vater, ein Spielding wunderschön!
So Allerliebstes sah ich noch nie auf unsern Höh’n.
Der Alte saß am Tische und trank den kühlen Wein,
Er schaut sie an behaglich, er fragt das Töchterlein:
Was Zappeliges bringst du in deinem Tuch herbei?
Du hüpfest ja vor Freuden; laß sehen, was es sei.
Sie spreitet aus das Tüchlein und fängt behutsam an,
Den Bauer aufzustellen, den Pflug und das Gespann;
Wie alles auf dem Tische sie zierlich aufgebaut,
So klatscht sie in die Hände und springt und jubelt laut.
Der Alte wird gar ernsthaft und wiegt sein Haupt und spricht:
Was hast du angerichtet? das ist kein Spielzeug nicht!
Wo du es hergenommen, da trag’ es wieder hin,
Der Bauer ist kein Spielzeug, was kommt dir in den Sinn!
Sollst gleich und ohne Murren erfüllen mein Gebot;
Denn, wäre nicht der Bauer, so hättest du kein Brod;
Es sprießt der Stamm der Riesen aus Bauernmark hervor,
Der Bauer ist kein Spielzeug, da sei uns Gott davor!
Burg Niedeck ist im Elsaß der Sage wohlbekannt,
Die Höhe, wo vor Zeiten die Burg der Riesen stand,
Sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer,
Und fragst du nach den Riesen, du findest sie nicht mehr.
Gegen den Untergang der Völker gibt es eben nur ein Mittel:
Daß die Guten herrschen und nicht die Feigen, Schlechten und Dummen!
Jahr: 1866 - 1933
Wo dir Gottes Sonne zuerst schien, wo dir die Sterne des Himmels zuerst leuchteten, wo seine Blitze dir zuerst seine Allmacht offenbarten und seine Sturmwinde dir mit heiligen Schrecken durch die Seele brauseten, da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland!
Wo das erste Menschenaug sich liebend über deine Wiege neigte, wo deine Mutter dich zuerst mit Freuden auf dem Schoße trug und dein Vater dir die Lehren der Weisheit ins Herz grub, da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland!
Und seien es kahle Felsen und öde Inseln, und wohne Armut und Mühe dort mit dir, du mußt das Land ewig liebhaben; denn du bist ein Mensch und sollst nicht vergessen, sondern behalten in deinem Herzen!
Die Sonne sinkt
Nicht lange durstest du noch,
verbranntes Herz!
Verheißung ist in der Luft,
aus unbekannten Mündern bläst mich's an,
– die große Kühle kommt...
Meine Sonne stand heiß über mir im Mittage:
seid mir gegrüßt, daß ihr kommt,
ihr plötzlichen Winde,
ihr kühlen Geister des Nachmittags!
Die Luft geht fremd und rein.
Schielt nicht mit schiefem
Verführerblick
die Nacht mich an?...
Bleib stark, mein tapfres Herz!
Frag nicht: warum? –
Wer morgens dreimal schmunzelt,
wenn's regnet, nicht die Stirne runzelt,
und abends lacht, so daß es schallt,
wird 120 Jahre alt.
Ich soll? Ich muß? – Doch will ich nicht
nach jener Herrn Vergnügen.
Ich tu nicht, was ein Fronvogt spricht.
Rebellen kennen beßre Pflicht,
als sich ins Joch zu fügen.
Sich fügen heißt lügen!
Der Staat, der mir die Freiheit nahm,
der folgt, mich zu betrügen,
mir in den Kerker ohne Scham.
Ich soll dem Paragraphenkram
mich noch in Fesseln fügen.
Sich fügen heißt lügen!
Stellt doch den Frevler an die Wand!
So kann's euch wohl genügen.
Denn eher dorre meine Hand,
eh ich in Sklavenunverstand
der Geißel mich sollt fügen.
Sich fügen heißt lügen!
Doch bricht die Kette einst entzwei,
darf ich in vollen Zügen
die Sonne atmen – Tyrannei!
Dann ruf ich's in das Volk: Sei frei!
Verlern es, dich zu fügen!
Sich fügen heißt lügen!
Bei Entscheidungen gibt es kein richtig oder falsch.
Sie sind neue Richtungen, die wir uns in unserem Leben aussuchen.
Jede neue Richtung kann direkt in unseren Untergang, aber auch in eine ungeheure Chance führen.
Es kommt darauf an, mit welchen Augen wir unseren Weg betrachten!
Das ist nicht des Deutschen Größe
Obzusiegen mit dem Schwert,
In das Geisterreich zu dringen
Männlich mit dem Wahn zu ringen
Das ist seines Eifers wert.
Schwere Ketten drückten alle
Völker auf dem Erdenballe
Als der Deutsche sie zerbrach,
Fehde bot dem Vatikane,
Krieg ankündigte dem Wahne,
Der die ganze Welt bestach.
Höhern Sieg hat der errungen,
Der der Wahrheit Blitz geschwungen,
Der die Geister selbst befreit.
Freiheit der Vernunft erfechten
Heißt für alle Völker rechten,
Gilt für alle ewge Zeit.
Die Spatzen, sie pfeifen's vom Dache herab
Es jubelt das Eichhorn, im Felde die Maus
Mutter Natur, nun bringt sie uns auf Trab
Der Frühling, er breitet die Flügel nun aus
Die lauwarme Luft, sie streichelt die Haut
Die Knospen am Baume, sie künden von Kraft
Von grün alles sprießt, ja, wo's Auge nur schaut
Erwachen, wie nur mehr der Frühling es schafft
Zwar eisigen Schauers der Winter sich wehrt
In heftigem Gusse die Wolke sich bricht
kann doch nicht verhindern, was er dir beschert,
der Frühling, der zärtlich umspielt dein Gesicht
Das Leben, es bricht allenthalben hervor
So hast du gewählt diese Zeit auch für dich
dein Wiegenfest schmückt als das schönste Dekor,
das man sich kann denken: das Leben an sich!
Der Tauben gegurr' und der Amsel Gesang
mit Zweigen und Blättern die Nester gebaut
Das kreuchen und fleuchen, es nimmt seinen Gang
in stets neuen Formen und ewig vertraut
Nun sage mir, gibt's eine schönere Zeit
zur Feier des Tages, an dem man betrat
das Leben, zu zeigen, daß man doch bereit
zu meistern es selbst und noch manch große Tat?
Fürwahr wohl, es ist eine herrliche Zeit
Urwüchsige Kraft sei ein Teil auch von dir
wie man sie im Lenze verspürt, weit und breit.
Dies sei dir von Herzen gewünschet von mir
Verwurzelt tief im Erdenreich
vereint mit ihm, so steh'n sie fest
daß nicht beim ersten Sturme gleich.
vom Platze sich vertreiben läßt
Die Borke stark umgibt den Stamm
den, wenn ich könnt', umschlingen wollt‘
Manch eingeritztes Monogramm
das wohl das Glück wem bringen soll‘t
Wer hat nicht schon vor Ehrfurcht stumm
zur Krone hoch hinaufgespäht
wen trieb nicht schon die Frage um
ob er des Baumes Alter rät'?
Seit allen Zeiten aber war
gewiß, daß Menschen ihn verwand
in allerlei Bereichen dar
Veredelt durch des Schreiners Hand
Die Hand des Menschen brachte ihn
so oft zu Fall, doch nicht vergebens
denn Schöpfergeist und Fleiß darin
macht ihn zum Sinn so manchen Lebens
So wurde durch des Schreiners Kunst
geformt manch rustikaler Schrank
Geschmackvoll und voll Innenbrunst
entstanden Tische, Stuhl und Bank
Und wandelt man im Buchenhain
ganz selig seines Wegs dahin
und ist mit ihnen ganz allein
so dringt ihr Flüstern in den Sinn
In Sommers Hitze spendet er
dir Schatten durch sein üppig grün
und klirrt des Winters Kälte sehr
die Scheite im Kamine glüh‘n
Wir betten uns‘re jüngsten leise
in einer Wiege, voller Stolz
und liegen selbst auf letzter Reise
zum Grab in einem Sarg aus Holz
Wir sehen hier ganz einfach eins
Wir können ohne Bäume nicht
ein Leben führ‘n- es wäre keins
drum sie zu ehren- uns‘re Pflicht
Festen Mut in schwerem Leiden,
Hülfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen!
Brüder, gält es Gut und Blut,
Dem Verdienste seine Kronen,
Der Untergang der Lügenbrut!
Wenn die letzten und höchsten Güter von Volk und Vaterland auf dem Spiele stehen, versagen die juristischen Formen und Formeln, die auf Erden gemacht sind.
Wer zum letzten Kampf fürs Vaterland geht, holt sein Recht vom Himmel!
Immer geht vom Hauswesen jede wahre, und beständige, und echte Volksgröße aus. Im Familienglück lebt die Vaterlandsliebe, und der Hochaltar unsers Volkstums steht im Tempel der Häuslichkeit.
Sie ist die beste Vorschule, Deutschheit heißt sie bei uns im Großen.
Für sie kann jeder leben, er sei reich oder arm, vornehm oder gering, einfältig oder gelehrt, Mann oder Weib, Jüngling oder Jungfrau, Kind oder Greis.
Sich voneinander abzusondern ist die Eigenschaft der Deutschen - so hat schon Goethe geklagt.
Der Fluch unserer gesamten Uneinigkeit und Zerrissenheit muss in den Segen williger Gemeinsamkeit gewandelt werden.
Ans Werk alle, die dazu guten Willens sind!
Mit den Fingerspitzen zugreifen!
Mit den Fäusten festhalten!
Mit dem Leben verteidigen, …
so bringt man's zu was!
Freude soll nimmer schweigen
Freude soll offen sich zeigen
Freude soll lachen, glänzen und singen
Freude soll danken ein Leben lang
Freude soll dir die Seele durchschauern
Freude soll weiterschwingen
Freude soll dauern
Ein Leben lang!
Jahr: 1883
Deutschland ist mir das Heiligste, das ich kenne! Deutschland ist meine Seele! Mein Halt, mein alles ist Deutschland. Es ist, was ich bin und haben muß, um glücklich zu sein! Das Schöne in den Augen der Kinder ist doch Deutschland, es ist die Treue, die Ehrlichkeit, der Fleiß der stillen Tat, die Anständigkeit, der Ruhepunkt im ziellosen Herumsuchen. Deutschland ist das, was mich gut macht! Die alten, verträumten Schlösser…, die lieben, windschiefen Häuser, die hochgiebeligen Städte, unser Hausrat, die Spinnenwinkel, die moosigen, klappernden Mühlen, die Sägen, der Christbaum, die Pfefferkuchen, das Fest, der Winter da draußen, die Schlittenschellen, die so segnend hereinklingen, dies alles ist Deutschland! Unsere Liebe ist deutsch, unser Zusammenhaltenmüssen, unser Aneinandergebundensein! Wenn Deutschland stirbt, so sterbe auch ich!
Vor Zeiten, da hörten die mächtigen Herren
bisweilen zur Kurzweil die Wahrheit ganz gern.
Doch war es das Vorrecht des Hofnarr'n allein,
zur Abwechslung auch einmal ehrlich zu sein.
Heut' steht's mit der Wahrheit nicht anders fürwahr:
Wer Mächt'gen sie sagt, ist auch heute ein Narr.
Wer kann uns're Seelen töten,
Wer das junge Blut verderben!
Ringt der Baum in Sturmesnöten,
Rinnt der Baum der Stamm aus off'nen Kerben:
Tief im Boden - tausend Streben,
Eng geschlungen,
In die schwere deutsche Erde hart gedrungen -
Hält die Wurzel und saugt Leben.
Wer kann uns're Herzen zwingen,
Wer die hellen Augen blenden?
Not lehrt deine Pulse singen,
Not wird deine Blicke wenden
Tief in dich, wo - tausend Streben,
Eng geschlungen,
In die schwere deutsche Erde hart gedrungen -
Deines Blutes Wurzeln leben.
Wer kann uns're Hände binden,
Wer den Flammengeist vernichten?
Unser Werk wird Freiheit finden,
Wird die bange Nacht durchlichten:
Bodentreu, durch tausend Streben,
Eng geschlungen,
In die schwere deutsche Erde hart gedrungen,
Quillt uns Leben, unser Leben.
In die lodernden Flammen
leg' ich das eigene Herz.
Leise zuckt es zusammen
wie von Schmerz.
Aber mit einem ergreift es
die durchläuternde Flut,
und zur Flamme selbst reift es
und zur Glut.
Ein Volk, das Bäume pflanzt, glaubt an seine Zukunft; das sie rodet, verliert sie.
Wer das Falsche verteidigen will,
hat alle Ursache, leise aufzutreten und
sich zu einer feinen Lebensart zu bekennen.
Wer das Recht auf seiner Seite fühlt,
muß derb auftreten:
Ein höfliches Recht will gar nichts heißen!
Ob man es will, ob man es mag,
für alles gibt’s nen Jahrestag.
So kommt auch früher oder später
in jedem Mai der Tag der Väter.
Erscheint in jedem Jahre wieder
wie laue Luft und weißer Flieder,
um uns Gelegenheit zu schenken,
allein des Vaters zu gedenken.
Ein Vater, nun, das ist ein Mann,
an den man stets sich wenden kann,
der Nahrung, Kleidung, Wärme gibt,
weil er sein Kind von Herzen liebt.
Der ein Zuhause ihm bereitet
und es ein Leben lang begleitet,
ihm Freund und Lehrer ist zugleich.
Ein Vater macht das Leben reich.
Dem Kind ist er Geborgenheit
in guter wie in schlechter Zeit.
Und gäb’s ihn nicht, bei meiner Treu,
man müsst ihn so erfinden neu.
Am Vatertag man eher sagt,
was man sonst nicht zu sagen wagt
und gerne vor sich her man schiebt:
Ich bin sehr froh, dass es dich gibt!
O rechte zürnend nicht mit unseren Tagen
Noch lobe traurig die vergangenen Zeiten!
Wärst du im Stande auch zurückzuschreiten
Jahrhunderte, du würdest gleichfalls klagen.
Wo du auch magst an alten Stätten fragen,
Du hörst denselben Kampf, dasselbe Streiten,
Du siehst das Kleine stolz und keck sich breiten,
Was edel ist – in Kettenhaft geschlagen.
Laß doch dem Kleinen, daß es Ruhm erhasche
Auf kurze Zeit! Was wahrhaft groß zu nennen,
Hebt sich, ein Phönix, erst aus seiner Asche!
Es gibt eine Sorte im deutschen Volk,
Die wollen zum Volk nicht gehören,
Sie sind auch nur die Tropfen Gift,
Die uns im Blute gären.
Und weil der lebenskräftige Leib
Sie auszuscheiden trachtet,
So hassen sie nach Vermögen ihn
Und hätten ihn gern verachtet.
Und was für Zeichen am Himmel stehn,
Licht oder Wetterwolke,
Sie gehen mit dem Pöbel zwar,
Doch nimmer mit dem Volke.
Und ewig rauscht der deutsche Wald
Von jeher weiß der deutsche Mensch
in seinem inn'ren, tiefsten Wesen
woher er Kraft bekommt und Mut,
wo seine Seele kann genesen
Ein Wort allein kann kaum beschreiben
was eine deutsche Seele fühlt
wenn sie beschreiten einen Wald
manch schwere Stund' hinfortgespült
Ja, diese gänzlich and're Welt
so tausendfach an Art und Weise
sie nimmt die Seele in sich auf
und heilt sie sanft, ganz still und leise
"Vergiss", so scheint der Wald zu sagen
"Vergesse alles was dich drückt-
nein, nimmer brauchst du dich hier plagen,
in meinem Schutz bist du beglückt"
Vergessen ist manch dummes Handeln
des Alltags Last, manch heißer Grimm
mit leichtem Schritt die Füße wandeln
auf dem Pfad des Waldes hin
Weit offen sind nun alle Sinne
gar weit geöffnet Aug' und Herz
ein fröhlich Liedlein auf den Lippen
Verblasst ist nun der Weltenschmerz
Denn schmerzliches hast du erduldet
in harter Zeit, du deutsche Seel'
ins Leid gestürzt, schier unverschuldet
durch üble Lüge und Befehl
Doch hier in diesen schieren Weiten
mit Bächlein, Kuckuck, Pilz und Specht
ein reines Herz zu allen Zeiten
spürt die Natur, die rein und echt
Die Waldesluft so kühl und klar
der Duft von Kräutern, Farn und Moos
läßt schwinden einfach was da war
die Sorg', war sie auch noch so groß
So gehe hin denn, wack'res Herz
Erquicke, labe, nähre dich
wo Wildschwein, Has' und Rehe wandeln
und Sonnenstrahlen brechen sich
Die deutsche Seele liebt den Frieden
in seinem Walde Wohlgestalt
Solang sich deutsche Wälder wiegen
Und ewig rauscht der deutsche Wald
Wenn wer sich wo als Lump erwiesen,
So schickt man in der Regel diesen
Zum Zweck moralischer Erhebung
In eine andere Umgebung.
Die Luft ist gut, die Lage neu,
Der alte Lump ist auch dabei.
Die Menge, schwer zu überzeugen,
Kann Beispiel oder Macht nur beugen;
Drum soll, wer lehrt, die Worte sparen
Und sich durch Handeln offenbaren.
Verhaßt sind mir die Schwätzer alle
Mit ihrer Worte hohlem Schwalle.
Denn nur durch Kampf gewinnt man Siege,
Und wo sich gutes Beispiel mehrt,
Wird selbst der Zweifler leicht bekehrt.
Jahr: 1892
Hörst du die
wilden Schwäne singen
jenseits der
weißen Nebelwand?
Horch, wie die
Zauberharfen klingen
gerührt von
weiser Frauen Hand.
Hörst Du, wie das Nordmeer
an die Felsen schäumt?
Dort muß ein
heimlich Ufer sein.
Der Sage nach
dort eine Insel träumt,
mit Felsen hoch aus
rotem Stein.
Hörst Du?
Der Wind rauscht
in den Eichen.
Heilger Tempel ist der Wald.
In den rauen Rinden Runenzeichen,
dort ist der Götter Aufenthalt.
Ungezähmte weiße Pferde weiden dort.
seidig hell schimmert ihr Fell.
Denn es ist ein alter heilger Ort
am silberklar
springendem Quell.
Bernstein schmücket
edle Hallen,
Gold gleißt und Edelstein.
Hörst Du die
tiefen Luren schallen
Sie laden zum
Thing Getreue ein.
Herüber dringt jetzt nur ein leises Wispern,
manch Schicksalswort
vom Nornenborn.
Der Wind trägt herüber auch das leise Flüstern,
von schäumendem
Met im Silberhorn.
Aber die weißen Nebel hüllen
auf ewig dieses Eiland ein.
Willst du nach ihm
deine Sehnsucht stillen,
mußt du
ein Auserwählter sein.
Denn nur Wesen edel,
treu und rein,
führt das Boot
an jenen Strand.
Nur tapferen Helden,
edlen Maiden fein
zeigt sich das heilige Land.
Hinter den Nebeln
liegt verborgen,
ach, ein wunderschönes Land.
Lüge, Feigheit,
Hass und Sorgen
sind aus seinem
Reich verbannt.
Hörst du wie das Nordmeer
an die Felsen schäumt?
Dort muß ein
heimlich Ufer sein.
Der Sage nach
dort eine Insel träumt.
Das muß die Insel Thule sein!
Beim Volke und nicht bei den Reichen liegt die Sicherheit für dauernde Freiheit.
Um seine Unabhängigkeit zu wahren, dürfen wir es nicht dulden,
daß unsere Herrscher uns mit einer ewigen Schuld belasten.
Wir müssen wählen zwischen Einfachheit und Freiheit,
oder Verschwendung und Knechtschaft.
Der böse Charakter vertraut in der Not nicht auf den Beistand anderer: ruft er ihn an, so geschieht es ohne Zuversicht: erlangt er ihn, so empfindet er ihn ohne wahre Dankbarkeit: weil er ihn kaum anders denn als Wirkung der Torheit anderer begreifen kann.
Es ist mit Büchern nicht anders als mit Menschen.
Sie mögen so verschieden sein, wie sie wollen –
nur stark und ehrlich müssen sie sein
und sich behaupten können,
das gibt die beste Kameradschaft.
Es gibt nur eine Möglichkeit für uns alle:
Gemeinsam so lange zusammenzustehen,
bis dieser Kampf gewonnen,
bis dieser Kampf endlich durch den Sieg über die Feinde,
durch den Sieg über die Macht der Finsternis besiegelt ist.
Die Bezeichnung ‚deutsch‘ ist weit älter als der staatlich-erdkundliche Begriff ‚Deutschland‘, greift zeitlich und räumlich auch weit noch über das deutsche Kaiserreich des Mittelalters hinaus. Die uns geschichtlich überlieferte Bedeutung des Wortes ‚deutsch‘ deckt sich mit keinem staatlichen Begriff, wohl aber mit dem Begriff ‚Volk‘ und ‚Land‘.
In dem germanischen Volke Deutschlands macht sich immer deutlicher ein geistig-seelisches Erberwachen und Erberinnern geltend. Es wird verstärkt ausgelöst durch die äußere und innere Not der Versklavung unter der feindlichen Weltherrschaft und ihrer Mechanisierung allen Lebens im Dienste einer völlig veräußerlichten und verstofflichten Augenblicksweltanschauung.
Deutschland ist die Gesamtheit aller deutsch empfindenden, deutsch denkenden, deutsch wollenden Deutschen: jeder Einzelne von uns ein Landesverräther, wenn er nicht in dieser Einsicht sich für die Existenz, das Glück, die Zukunft des Vaterlandes in jedem Augenblicke seines Lebens persönlich verantwortlich erachtet, jeder Einzelne ein Held und Befreier, wenn er es thut.
Auf Alldeutschlands treue Söhne
singt den vaterländ’schen Sang
daß der Lieder frohe Töne
rauschen in der Saiten Klang
dankt dem Schicksal, das erkoren
für des schönsten Landes Thron
Eines großen Wilhelm Enkel
eines edlen Friedrichs Sohn
Hohenzollernsinn vertrauen
wir des Vaterlands Geschick
Schon erblüht in allen Gauen
frisch des holden Friedens Glück
Auch die Arbeit kann uns legen
um das Haupt den Lorbeerzweig
dann ist Arbeit Lust und Segen
dann das reichste Reich erst reich
Dich ruft uns zu heil’gem Streite
unsres Kaisers Aufgebot
siegen wir an seiner Seite
oder sterben schönen Tod
Hebt zum Schwur die arbeitsfrohe
hebt die schwererprobte Hand
Treu dem Kaiser, unserm Wilhelm
treu dem deutschen Vaterland
Jahr: Ende 19. Jahrhundert
Was sind Wälle, was sind Schranken,
Wenn die ewigen Gedanken
Mächtig kühn hinüber ranken,
Bis die morschen Kerkerplanken
Aus des Grundes Tiefe wanken
Und in Trümmer-Werk versanken?
Der Grund, warum Menschen zum Schweigen gebracht werden, ist nicht, weil sie lügen, sondern weil sie die Wahrheit reden. Wenn Menschen lügen, können ihre eigenen Worte gegen sie angewendet werden, doch wenn sie die Wahrheit sagen, gibt es kein logisches Argument, sondern als Gegenmittel nur die Gewalt.
Die deutsche Frau, wie wir sie uns denken, muß, wenn es die Lage des Volkes erfordert, verzichten können auf Luxus und Genuß, sie muß geistig und körperlich gesund sein, sie muß geistig und körperlich arbeiten können, und sie muß aus dem harten Leben, das wir heute zu leben gezwungen sind, ein schönes Leben machen können. Sie muß zum letzten innerlich um die Nöte und Gefahren, die unserem Volke drohen, wissen. – Sie muß so sein, daß sie alles, was von ihr gefordert wird, gern tut. Sie muß, ich fasse es in einem Worte zusammen, politisch denken können, nicht politisch im Sinne eines Kampfes mit anderen Nationen, sondern politisch so, daß sie mitfühlt, mitdenkt, mitopfert mit dem ganzen Volk in einer selbstsicheren, stolzen Haltung.
Volk ohne Mutter ist ein totes Wort,
denn aus der Mutter Schoße quillt das Leben, -
wie Mutter Erde einst die Kraft gegeben
für allen Lebens Wandel fort und fort.
Das Mutterwesen trägt des Schöpfers Erbe
ans Licht als ein von Ihm geweihtes Wollen.
Nun blüht es auf, nun schöpft es aus dem Vollen,
daß es als Ganzheit lebe, siege, sterbe!
Ein Volk, dem seine Mütter heilig sind,
wird vom Erfolg sich zu Erfolg bewegen.
Es ruht auf Ihm ja seiner Mutter Segen,
gekrönt mit höchsten Erdengeschenk: dem Kind.
Wie wir ohne Ketten geboren sind,
so wünschen wir
ohne Zwang zu leben.
Schon manche wankende und sich auflösende Schlachtreihe wurde, wie es heißt, von den Frauen wieder zum Stehen gebracht: durch beharrliches Flehen, durch Entgegenhalten der entblößten Brust und den Hinweis auf die nahe Gefangenschaft, die den Germanen um ihrer Frauen willen weit unerträglicher und schrecklicher dünkt. Aus diesem Grunde kann man einen Stamm noch wirksamer binden, wenn man unter den Geiseln auch vornehme Mädchen von ihm fordert. Die Germanen glauben sogar, den Frauen wohne etwas Heiliges und Seherisches inne; deshalb achten sie auf ihren Rat und hören auf ihren Bescheid. Wir haben es ja zur Zeit des verewigten Vespasian erlebt, wie Veleda lange Zeit bei vielen als göttliches Wesen galt. Doch schon vor Zeiten haben sie Albruna und mehrere andere Frauen verehrt, aber nicht aus Unterwürfigkeit und als ob sie erst Göttinnen aus ihnen machen müßten.
Helf mir Gott – ich schwöre, daß das deutsche Weib besser ist als andere Frauen.
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat! ... Weh dem, der keine Heimat hat!
Jahr: 2019
Wir feiern nicht - WIR GEDENKEN!
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Von allen Losen, die der Krieg verhängt,
Ist dies mir stehts als bitterstes erschienen:
Gefangen in des Feindes Frohne dienen,
Den Nacken krumm, den Blick in Scham gesenkt.
Verlacht, in jedem Heiligsten gekränkt,
Verachtung und Triumpf in allen Mienen –
Und Feige sind doch selten unter ihnen,
Die auch einst opferfroh ein Schwert geschwenkt!
Wie viele waren übermannt von Grauen,
Wie viele lagen wund, gelähmt, zerhauen,
Als sie der Feind von blut`ger Walstatt las –
Sie tragen Erdenjammers Übermass
Schmach, Fremde, Knechtschaft –
Lasst für sie mich bitten,
Die auch für euch gestritten – und gelitten!
Was man nicht aufgibt,
hat man nicht verloren!
Ich las heut` einen alten Wappenspruch
In einer Stadt mit starkbewehrten Toren,
Und schrieb ihn mir ins eigene Lebensbuch:
Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren!
So mancher wilde Sturm berennt das Haus,
Als hätten alle Teufel sich verschworen –
Doch ehern steht dies Wort im Wettergraus:
Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren!
Und läg` auf uns das ganze Weh der Welt –
Wohlan, wir sind vom Leid nur auserkoren,
Das es uns brennend auf die Probe stellt:
Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren!
Der Feige bleibt ein jämmerlicher Knecht –
Nur Starke sind zum Heldentum geboren!
Ein tapferes Herz behält im Leben recht:
Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren!
Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.