Gleich und gleich gesellt sich gern,
Wer du bist, zeigt dein Begleiter;
Aus dem Knecht kennt man den Herrn,
Aus der Fahne ihre Streiter.
Was du billigst, noch so fern,
Ist nach Tagen oder Wochen
Dein, als ob du's selbst gesprochen!
Jahr: 1872
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Gleich und gleich gesellt sich gern,
Wer du bist, zeigt dein Begleiter;
Aus dem Knecht kennt man den Herrn,
Aus der Fahne ihre Streiter.
Was du billigst, noch so fern,
Ist nach Tagen oder Wochen
Dein, als ob du's selbst gesprochen!
Unbekannt
In jedem Herzen schlägt der Hochgedanke
Fürs deutsche Volk in Nord, Süd, West und Ost
Und ruft das Deutschtum auf, daß es nicht wanke,
So sehr der Sturm auch unser Land umtost:
Es gilt dem heiligen Dienst am Vaterland,
Und deutsche Treue sei das feste Band!
Die deutsche Urkraft laßt uns rein erhalten:
Es gilt der Zukunft, gilt der besseren Zeit!
Zum Wohl des Ganzen laßt in starkem Walten
Aufraffen uns in voller Einigkeit!
Es gilt dem heiligen Dienst am Vaterland,
Und deutsche Treue sei das feste Band!
Seid einig in des Landes schwerster Stunde,
O stellet alles Trennende zurück,
Und schließt euch zu dem großen deutschen Bunde
Zusammen zu des deutschen Volkes Glück!
Es gilt dem heiligen Dienst am Vaterland,
Und deutsche Treue sei das feste Band!
Unbekannt
Treue! Schwester zarter Liebe
Zwiegespanne höchster Tugend.
Bleibet stark im Weltgetriebe,
Hütet Reinheit für die Jugend.
Treue! Alter Werte Sinn und Ehre
Deutsche Männer kühn und stark,
Haltet scharf und blank die Wehre
Frei und aufrecht bis ins Mark.
Treue! Wort fest eingeschliffen
In des Schwertes Silberstahl,
Blinktest mir, wenn tief ergriffen
Meinen Geist ich Gott empfahl.
Treue! Mit des Blutes Weihe
Tief im Herzen eingebrannt,
Meine Ehre bleibt die Treue
Für mein Volk und Vaterland!
Ein rar gesät Vergnügen
Wenn Schnee in dichtem Treiben flockt
Aus grauen Straßenzügen
Die Kinder in den Stadtpark lockt
Dann bleibt das Handy liegen
Der Schlitten wird befreit vom Rost
Die weißen Bälle fliegen
Solang das Land verharrt im Frost
Am Bach weiß zu gefallen
Ein stolzer Schneemann reich geschmückt
Gefertigt aus Kristallen
Mit Möhr und schwarzem Topf bestückt
Die großen Augen staunen
Am eisbedeckten Ententeich
Es schwirrt ein leises Raunen
Gesandt von einem andren Reich
Doch wird er lang nicht bleiben
Denn seltnes Glück zieht schnell vorbei
Mit ihm das Wintertreiben
Macht Platz gewohntem Einerlei
Die Pracht ist schnell vergangen
Erschien fast wie ein schöner Traum
Gerade angefangen
Zerplatzt wie Glanz vom Seifenschaum.
Was auch immer werde:
Steh zur Heimaterde,
Bleibe wurzelstark!
Kämpfe, blute, werbe
Für dein höchstes Erbe,
Siege oder sterbe:
Deutsch sei bis ins Mark.
Was dich auch bedrohe:
Eine heil'ge Lohe
Gibt dir Sonnenkraft!
Laß dich nimmer knechten,
Laß dich nicht entrechten;
Man gibt den Gerechten
Wahre Heldenschaft!
Unbekannt
Nicht die Zeit soll dich wandeln,
wandle du die Zeit!
Denn wisse, du sollst handeln!
Mach deinen Willen bereit!
Ein Fremdwort ist
wie ein unscharfes Foto
Wie die Väter einst gestritten,
Was sie trugen und erlitten,
Sagt euch der Geschichte Buch.
Lasst es nicht Papier nur bleiben,
In die Seele müsst ihr’s schreiben,
Einen Wahr- und Lebensspruch.
Denn sie schufen und erbauten,
Weil der Zukunft sie vertrauten,
Ihre Zukunft, das sind wir.
Lasst sie nicht zu schanden werden,
Was der Vater Kraft auf Erden
Einst begann, vollbringt es ihr.
Wer nicht weiterbaut, zerstöret;
Was euch mühlos heut gehöret,
Vaterlandes Glanz und Kraft,
Morgen wird’s der Sturm euch rauben,
Wenn das Wollen und das Glauben
In den Seelen euch erschlafft!
Auf die Dauer vermag auch die frechste und bestorganisierte Propaganda nichts gegen die Wahrheit!
Es ist ehrenvoller, bei einem Stück Schwarzbrot beim deutschen Bruder zu bleiben,
als für Zuckerbot und im Frack ein auch von Franzosen verachteter Ersatzfranzose zu sein!
Unbekannt
Gläsern Gewölk. Aus seinen Mulden bricht
ein grauer Schein und wiegt sich streng und kalt
zur Erde hin. Des Tages letztes Licht
gerinnt als Rauhreif überm Kiefernwald.
Blachweiß das Land; darüber zieht die Zeit,
umkreist die Erde ernst und dämmrungsschwer.
Die fernen Wolken wachsen schwarz und weit
gleich Dünung über unbekanntem Meer!
Die wir hinter Mauern hausen,
hinter dumpfem, kaltem Stein,
eng in Höfen, tief in Kellern
fristen unser Schattensein.
Rollte nicht die liebe Erde
auch für uns aus Gottes Hand?
Gönnt auch uns, wonach wir hungern,
eine Scholle Ackerland.
Wo wir roden, jäten, graben,
Furchen ziehn und Samen streun,
und das Herz mit Hoffnung füllen,
bis die Früchte uns erfreun.
Früchte, die wir selbst gezogen,
Blumen, die wir selbst gepflanzt,
drüber, unsrer Kinder Freude,
ein besonnter Falter tanzt.
Kommt, o kommt, ihr schöneren Tage!
Stolz kann auch der Ärmste sein:
"Seht, von unsrer deutschen Erde
ist dies liebe Fleckchen mein!
Diese Bank und diese Laube,
dieses Beet und dieser Baum,
dieses Sommerabends Friede
und sein seliger Sternentraum."
Alles kann die Scholle schenken,
und am schmalsten Furchenrand
wird ein goldner Kelch noch glänzen
sonnentrunken bis zum Rand:
Heimatliebe heißt die Blume,
die wohl auch im Schatten sprießt,
aber schöner sich und voller
unterm Kuss des Lichts erschließt!
Ja! Ich weiß, woher ich stamme!
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und verzehr’ ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle alles, was ich lasse:
Flamme bin ich sicherlich!
Unbekannt
Wen wählst Du, Frieden oder Friederich?
Worte stürzen keine Welten.
Wünsche sind noch keine Tat.
Die nur Wort zu Wort gesellen,
sind wie Äcker ohne Saat.
Sterne zwingt kein Händefalten,
Träume reifen keinen Keim -
Die am Pflug die Hände halten,
fahren auch die Ernte heim!
Sei gegrüßt, du neues Jahr!
Schaffen wollen wir und wirken
nach dem Brauch, der einstmals war,
in den heiligen Bezirken.
Froh die Seele sei und klar,
kühn der Blick dem Tag entgegen,
stolz und treu und echt und wahr
laßt uns alle Kräfte regen.
In der Menschen tätigem Kreis
wollen wir den Glauben künden,
der von ewger Wahrheit weiß,
und uns ihm zur Tat verbünden.
Unschuldsvolle Augensterne
schau'n uns traurig fragend an,
klagen stumm und wüßten gerne,
welches Unrecht sie getan.
Dürfen leben nicht und sterben,
nie den Frühling kommen sehn.
Über Unrat, Schutt und Scherben
müssen ihre Füße gehn.
Bunte Blumen, grüne Bäume,
Sonnenschein und Waldgeruch
kennen sie als stille Träume
nur aus ihrem Märchenbuch.
Im Bereich von Schmutz und Ratten
fließt des Tages träger Lauf...
Immer, immer nur im Schatten
wächst ihr junges Leben auf.
Doch nicht fern von ihrem Leide
grüßen Felder ernteschwer,
dehnt sich irgendwo die Heide,
lichtdurchglüht und menschenleer.
Ketten rasseln, Glocken schellen,
als würden Höllenhunde bellen.
Furchteinflößend die Gesichter,
schrille Schreie, grelle Lichter.
Am Körper zottiges Gewölle,
es scheint sie kommen aus der Hölle.
Manche Hufe an den Füssen,
Geist und Dämon lassen grüßen.
Menschen rings umher, sie schaudern,
alle still, man hört kein Plaudern.
Denn bei so grausigen Gesellen,
wird der Puls nach oben schnellen.
Einer springt jetzt noch vom Wagen
Wie ein Tier aus dunklen Tagen.
In seinen Augen spiegelt Feuer,
was hat es vor, das Ungeheuer.
Während sie durch Gassen hetzen,
wollen keinen sie verletzen,
trotz Feuerzauber Lärm und Rauch,
ist es nur - ein alter Brauch.
Nun, was wollen sie bezwecken,
bei ihrem Tun, mit Angst und Schrecken.
Sie treiben nur den Winter aus.
Der Spuk vorbei, man geht nach Haus!
Unbekannt
Ob sie geschehn? Das ist hier nicht zu fragen;
Die Perle jeder Fabel ist der Sinn,
Das Mark der Wahrheit ruht hier frisch darin,
Der reife Kern von allen Völkersagen.
Es war der erste Schuß ein Alleswagen,
Kind, Leib und Gut, an köstlichen Gewinn:
Blick her, Tyrann! was ich nur hab und bin,
Will ich beim ersten in die Schanze schlagen!
Und du stehst leer und heillos, wie du bist,
Und lässest fühllos dir am Herzen rütteln
Und spiegelst lächelnd dich in meinem Blut?
Und immer: Nein? – Verlaufen ist die Frist!
Verflucht sei deines Hauptes ewig Schütteln!
O zweiter, heil'ger Schuß, nun triff mir gut!
Unbekannt
Auf einem Schachbrett stand der Steine bunte Schar
Nach Stand und Würden hingepflanzt;
Der hölzerne Monarch und seine Dame war
Von Reisigen und Türmen rund umschanzt.
Die Läufer, oder wenn wir sie
Nach gallischen Kanzleistil nennen wollen,
Die Narren spielten große Rollen.
Die Bauern, gar ein zahmes Vieh
So lange sie nicht ihre Stärke kennen,
Die Bauern mußten vorne dran,
Um sich zuerst die Köpfe zu verrennen.
Das deutungsvolle Spiel begann.
Hier war der Knecht vom Herrn und dort der Knecht vom Knechte,
Oft gar der Herr durch seinen Hintermann
Von seinem Platz verdrängt. Der stolze Groß-Sultan
Sah unbewegt zur Rechten und zur Linken
Die Hälfte seiner Nation,
Als Opfer des Geschicks, zu Boden sinken,
Und endlich fiel auch er vom Thron.
Jetzt nimmt der Herr des Spiels, der allen Steinen
Die Rollen ausgeteilt und selbst sie aufgestellt,
Sie weg, und wirft vermengt die Großen und die Kleinen
In einen dunklen Sack. Dies ist das Bild der Welt!
So gelte denn wieder
Urväter Sitte:
Es steigt der Führer
Aus Volkes Mitte.
Sie kannten vor Zeiten
Nicht Krone noch Thron.
Es führte die Männer
Ihr tüchtigster Sohn,
Die Freien der Freie!
Nur eigene Tat
Gab ihm die Weihe
Und Gottes Gnad'!
So schuf ihm sein Wirken
Würde und Stand.
Der vor dem Heer herzog,
ward Herzog genannt.
Herzog des Reiches,
wie wir es meinen,
bist du schon lange
im Herzen der Deinen!
Wer die Ursache nicht erkannt hat, der ändert auch nicht seine Prägung, die ihn beherrscht.
Eine wirkliche Änderung der Ansicht erfolgt nur aus der Erkenntnis der Ursache, die schädigend war.
Lediglich ein Unterdrücken ist es, wenn gesagt wird:
"Das tue ich nicht wieder" – das ist eine Belastung und keine Befreiung – und eine Unterdrückung ist Sünde, die sündhaft teuer bezahlt wird.
Die Wahrheit ist Erkenntnis und die ist Erlösung von dem, was unbewußt belastete – ist frei sein!
Du willst, das Jahr brächt' Dir den Segen?
So rat' ich nur zu einem: Sei verwegen!
Trotze den Gewalten, ob Sonnenbrunst, ob Schauerregen!
Bleibe standhaft - lass' Dich nicht auf's Kreuze legen!
Ich mahn' Dich und so sei es allerwegen:
Auf einen spitzen Dolch zück' Deinen scharfen Degen!
Wer nur einsteckt und nicht austeilt, auch unter Schlägen,
wird im Lebenskampf nicht siegreich sein, sondern erlegen.
Das neue Jahr beginnt mit diesem Tag,
und niemand weiß, was daraus werden mag
für dich, für mich, für unser Volk, die ganze Welt.
Nur Einer weiß es, der das Schicksal
in den Händen hält!
Wir wünschen allen Menschen unserer Art ein gutes neues Jahr, und wir setzen für Euch und Eure Sippen Gesundheit, Mut und viel Kraft voraus. Der aufkommende Sturm wird uns nicht brechen, denn wir bereiten uns vor! Die dunkelsten Tage werden wir überstehen, denn das Wort Aufgeben ist für uns nicht wesenhaft.
Wird's besser?
Wird's schlimmer?
So fragt man alljährlich.
Aber seien wir ehrlich,
Leben ist immer lebensgefährlich!
Ich lob’ es nicht, das alte Jahr,
Ich schimpf’ es nicht. So wie es war,
So wie es jetzt noch vor uns steht,
Ehdenn es ganz von hinnen geht,
Verbraucht und alt, die Taschen voll
Von unerfüllten Wünschen, soll
Es meinethalb vergessen sein!
Das neue tänzelt nun herein,
Mit falschem Lächeln im Gesicht,
Die Augen leuchtend, und verspricht
Dem einen dies, dem andern das,
Und allen viel, und jedem was
Und spitzt das Maul, ist zuckersüß,
Das richtige Spinatgemüs!
Dem sag’ ich – gebt mir erst noch Punsch! –,
Dem sag’ ich: Ich hab’ keinen Wunsch.
Bring, was du mußt, nicht, was ich mag,
Und fahre ab am letzten Tag!
Rüttle dich! recke dich, schwäbischer Bauer,
wurde bis heute das Leben dir sauer,
's kommt immer ärger! kommt nimmer besser!
Sieh nur, es steigen die bösen Gewässer!
Wenn du nicht schützest dein Dorf und dein Haus,
strömt bald herein das wilde Gebraus.
Schmutzige Fluten umwallen uns, dämme!
Es quirlt und es zischt, drum rufe ich: hemme
jetzt ihren Strom! Solang wir's imstande,
solang noch die deutschen Spuren im Lande.
Überströmt uns die schlammige Flut,
dann verschlingt sie das teuerste Gut.
Wahret das Köstlichste, was wir besitzen.
Das müßt ihr schirmen! Das müßt ihr schützen!
Unsere Sprache, das Erbe der Ahnen,
soll auch noch unsren Enkel ermahnen,
daß er im Leben es niemals vergißt,
stolz zu sein, daß er ein Deutscher ist.
Wer seines Vaters Namen nicht ehrt,
war seiner Mutter Liebe nicht wert!
Wer sein Deutschtum verleugnen kann,
das ist ein Wicht! Das ist kein Mann!
Hör meinen Mahnruf, der immer ist:
Gedenke, daß du ein Deutscher bist!
Weit ist verweht das Lärmen der Schlacht,
der rote Stein hält ehrende Wacht.
Verklungen, verdammt – die Toten von Halbe.
Ihr, die ihr starbt auf sandiger Halde,
verhöhnt und verstoßen – und doch nicht vergessen,
erlebtet den Tod in blutigem Messen.
Hier liegen sie, zweimal zehntausend, oft unbekannt,
der einsame Wanderer hat sie für sich benannt.
Bei märkischen Kiefern und duftrotem Kraut,
nur einen Stich tief wird ihr Opfer uns laut.
Soldaten und Mütter, das Kind und der Greis,
sie sind hier bei uns, das Herz wird uns leis.
Ihr seid die Toten in Halbes märkischer Erde,
Im Leben der Zeit euer niemals vergessen werde!
Unbekannt
Nun schweige mir jeder von seinem Leid
und noch so tiefer Not.
Sind wir nicht alle zum Opfer bereit
und zu dem Tod?
Eines steht groß in den Himmel gebrannt:
Alles darf untergehn.
Deutschland, unser Kinder- und Vaterland,
Deutschland muß bestehn!
Ich sah im Traum den Geist geknebelt,
umringt von kalt und grau Gemäuer.
Gänzlich von fremden Tand vernebelt,
Vergangen - was einst lieb und teuer.
In Demut beugte er sich nieder,
die Treu' und Ehr' dem Herz entrissen.
Sah wankelmutgeschwächte Glieder,
der Feigheit weißes Banner hissen.
Und rings' da klang Waschweibgejammer,
Und untertänigst wurd gekrochen.
Sah Edelmut zur Schau am Pranger.
Hört' müd und schwach die Herzen pochen.
Sah kranke Seelen - Pein geplagte,
von Selbstzweifeln zerfressen.
Allweil am Selbstbewusstsein nagte,
die Angst und Gram wuchs unterdessen.
Wie Sklaven zogen sie die Karren.
Sah kümmerlich das Leben fristen.
Wie sie tatenlos der Dinge harren.
Und fremden Geist im Geiste nisten.
Sah Flaggen weh'n am Fahnenmast,
die nicht für meine Werte stehen.
Und sah erzürnt ohne Ruh und Rast,
die Väter sich im Grabe drehen.
Glanz und Gloria war'n gewichen,
der Fahneneid wart längst verklungen.
Aus dem Gedächtnis jäh gestrichen,
das Lied der Treue was einst gesungen.
Zerfallen war'n die stolz' Gemäuer,
die starke Väterhand erbaute.
Erloschen war der Herzen Feuer.
Nur Düsternis mein Aug' erschaute.
Sah Brüder die im Zwiestreit lagen,
sich im Gezank, die Aug' ausstechen.
Und Mütter am Kindergrabe klagen.
Sah der Ahnenkette Glieder brechen.
Ich sah den deutschen Geist geknebelt,
mein Herz gequält von tausend Sorgen.
Und ich erwachte wie benebelt,
Und schrie und schrie als gäb's kein Morgen.
Diejenige Änderung der Gesinnung, die einzig und allein Tat und Zeugnis der Freiheit ist, geschieht nicht auf der Außenseite, sondern im innersten Grunde des Charakters, sie ändert die von der Selbstsucht getriebene Willensrichtung, sie ist eine Umwandlung.
Wer nicht bis zu dieser Tiefe in sich einkehren und seinen natürlichen Charakter von hier aus bemeistern kann, der hat nicht den Gebrauch seiner Freiheit!
Rau sind die Nächte,
verwunschen die Zeit.
Das Heer, das wilde,
es ist nicht mehr weit.
Hörst du? Ein Brausen.
Ein Zischen. Ein Schrei.
Die Schar der Geister,
sie poltert herbei.
Verwischt sind die Grenzen
der Welten. Hab Acht!
Das Tor zum Andern
steht offen bei Nacht!
Ewiger im All, entschlossen zum Tode
stehn wir vor dir. O antworte nun!
Ist noch ein Volk, das dem hehren Gebote
redlicher dient, als wir Deutsche es tun?
Gibt es ein solches? Dann, Ewiger, spende
schicksalsgewaltig ihm Lorbeer und Sieg!
Die Sprache eines Volkes ist der hellste Spiegel seines Gemütes und seines geistigen Lebens; wer sich der Sprache seines Volkes entfremdet, entfremdet sich seinem Volke selbst!
Unbekannt
Es war das Jahr 1941 und für uns damals das erste Jahr im Feindesland. Bei Beginn des Winters ritten wir aus der Ukraine auf die Insel Krim am Schwarzen Meer. In der Schule hatten wir gelernt, dass dort Mittelmeerklima herrschen würde und dass es Palmen und Orangenbäume gäbe. Einen ganzen Tag lang marschierten wir zu Fuß, bei strömendem Regen, durch ein Gebirge. Ein eiskalter Wind pfiff durch den Wald. Von Palmen keine Spur. Es war der 24. Dezember, zu Hause wurde Heiligabend gefeiert. Das Wasser lief vom Stahlhelm herunter in den Kragenrand hinein und aus den kniehohen Reitstiefeln wieder heraus. Wir waren völlig durchnässt und durchgefroren. Wir machten am Abend in einem tief eingeschnittenen Hohlweg halt. In den steilen Hang gruben wir Löcher, so dass wir drin sitzen konnten. Als junger Soldat war ich Gehilfe des Sanitätsunteroffiziers. Eine Arbeit, die eigentlich keiner gerne übernahm, denn es war ja nicht ganz ungefährlich. Gerhard, mein Sanitätsunteroffizier, stammte aus dem Erzgebirge. Er war von schmächtiger Gestalt, aber zäh und unermüdlich. Vielen hat er das Leben gerettet. Wenn es darauf ankam, waren wir beide ein unschlagbares Team. Vor unserem Loch hängten wir eine Zeltbahn auf, um etwas vor Wind und Regen geschützt zu sein. In der völlig durchnässten Bekleidung war es schwer, warm zu werden. Gerhard erhielt an diesem Abend eines der so begehrten Feldpostpäckchen. Es war eigentlich für den ersten Advent bestimmt gewesen. Aber die Post brauchte nun mal viele Wochen, bis sie uns so weit draußen an der Front erreichte. So war es für uns nun zum Weihnachtsgeschenk geworden. Das Auspacken des winzig kleinen Päckchens wurde zu einer Zeremonie. Wir genossen jede Sekunde. Die Heimat kam zu uns und war doch so weit entfernt! In der Verpackung steckte eine Adventskerze, ein kleines, nach der wochenlangen Transportzeit reichlich luftgetrocknetes Hartwürstchen und ein paar Weihnachtsplätzchen! Wir waren glücklich! Ein Hauch vom heimatlichen Weihnachtsfest war bei uns angekommen. Nässe und Kälte waren vergessen. Unsere Gedanken waren bei den Lieben daheim, die zu dieser Stunde sicher im warmen Stübchen saßen, um Weihnachten zu feiern und an ihre Soldaten an der Front dachten. Irgendwoher hatten wir ein Stück Brett erwischt, das wir in die Wand unserer Behausung rammten. Es war unser Tisch. Die Kerze wurde daraufgestellt. Glücklicherweise hatten wir auch ein Streichholz, um sie anzuzünden. Zuerst wärmten wir unsere klammen Finger etwas über der kleinen Flamme. Dann zog ich behutsam das kleine Würstchen über der Kerzenflamme hin und her, um es zu braten. Köstlicher Duft zog uns in die Nasen. Wir hatten einen Weihnachtsbraten! Natürlich teilten wir uns das gebratene Würstchen. Jeder bekam die Hälfte. Gerhard spielte auf seiner Mundharmonika Weihnachtslieder. Ein paar Plätzchen hatten wir ja auch noch. Vielleicht wurden uns die Augen auch etwas feucht. In unseren Gedanken waren wir bei unseren Lieben daheim...
Anmutig sinken Tannen,
Weihen sich der Stillen Nacht,
Wird das heilige Fest begangen,
Würdevoll die große Pracht.
Wohlgeschmückt mit Glitzerwerk,
Zieret Märchenglanz die Nadeln,
Den edlen Zauberbaum zu adeln,
Wie beim Klange einer Geige,
Die hehren, grünen Zweige,
Sich im Sternenglanz verlieren,
Wundersam das Herz berühren,
Verleihen sie dem hohen Feste,
lichterselig schön das Beste.
Wie gleichen sich der Menschen Sinne,
Wenn Einkehr hält die Weihe-Nacht,
Mahnende Friedensstimme,
Die Tannen uns gebracht,
Wenn die Lichter wieder brennen,
Menschen überall erkennen,
Welch Zauber darüber wacht!
Über dem Leben zu stehen,
ist stolz und dumm.
Mitten im Leben stehen,
aufrecht und gerad,
seinen Teil dazu geben,
das nur ist eine Tat!
Was machen wir im Winter,
Zur langen Abendzeit,
Wenn heulende Winde gehen,
Wenn`s friert und treibt und schneit?
Wir sitzen hinterm Ofen, -
Ein froher kleiner Kreis, -
Und fragen und erzählen,
Was nur ein jeder weiß.
Wir spielen kleine Spiele,
Zum Beispiel: blinde Kuh,
Und tanzen Ringelreihen
Und singen uns dazu.
Die Mutter sitzt am Spinnrad;
Das surrt und summt gemach.
Das Kätzchen gleich daneben
Das schnurrt dem Spinnrad nach.
Der Vater sitzt am Tische;
Das Pfeifchen in dem Mund. -
Er liest ein Buch, den Boten,
Ihm wird`s manchmal zu bunt.
Dann treibt er uns zu Bette,
Doch schlafen gibt es nicht.
Gebalgt wird in den Federn,
Bis daß erlischt das Licht.
Dann träumen wir so wonnig, -
Dieweil es draußen schneit, -
Vom baldgen Weihnachtsfeste
Und seiner Herrlichkeit!
Nicht nur der Sommer, sondern auch
Der Winter hat sein Schönes,
Wiewohl man friert bei seinem Hauch,
So ist doch dies und jenes
Im Winter wirklich angenehm,
Besonders daß man sich bequem
Kann vor dem Frost bewahren,
Und auch im Schlitten fahren.
Das weite Feld ist kreidenweiß,
Wem machte das nicht Freuden?
Die Knaben purzeln auf dem Eis,
Wenn sie zu hurtig gleiten,
Und ist nicht die Bemerkung schön,
Bei Leuten, die zu Fuße geh'n,
Daß sie schier alle springen
Und mit den Händen ringen?
Und wenn man sich versehen hat,
Mit Holz, um einzuheizen,
So muß die Wärme früh und spat
Uns zum Vergnügen reizen,
Man richtet mit zufried'nem Sinn
Den Rücken an den Ofen hin,
Und wärmet sich nach Kräften
Für Haus- und Hofgeschäften.
Ein altes Buch zur Abendzeit
Muß ich zumeist doch lieben,
Wenn man da liest die Albernheit
Der Vorzeit schön beschrieben,
Man sitzt und liest und freuet sich
Und danket dem Winter herzinniglich
Genügsam und bescheiden
Für uns're jetzgen Zeiten!
Steht, Pferde, steht!
Der Jahreskreis ist geendet, des Nordlands Völker senken tief, Ihr Haupt voll Hoffnung, daß die Zeit sich endlich wendet, die sie der Sonne Blick so lang beraubt.
Der Alpen Kämme schon, die holde Ferne, das Band der Flüsse – Pferde, greift nur aus!
Nah ist die Weltenzeit, wo Sommersterne erhellen froh der Erde grünes Haus.
In Eis und Schnee begraben alle Zonen, gefroren blickt der blanke See herauf.
Du, schönes Land, in dem die Deutschen wohnen, mach wieder deine blauen Augen auf!
Eilt, Sommerpferde, eilt!
Die goldenen Lanzen werf ich mit Macht durchs dunstene Gezelt.
Die Nebelfahnen flattern, doch wir pflanzen des Lichtes Zeichen in die Winterwelt!