Aber daß ein Baum groß werde,
dazu will er um harte Felsen
harte Wurzeln schlagen!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Jetzt wär es Zeit, daß Götter träten aus
bewohnten Dingen...
Und daß sie jede Wand in meinem Haus
umschlügen. Neue Seite. Nur der Wind,
den solches Blatt im Wenden würfe, reichte hin,
die Luft, wie eine Scholle, umzuschaufeln:
ein neues Atemfeld. Oh Götter, Götter!
Ihr oftgekommenen, Schläfer in den Dingen,
die heiter aufstehn, die sich an den Brunnen,
die wir vermuten, Hals und Antlitz waschen
und die ihr Ausgeruhtsein leicht hinzutun
zu dem, was voll scheint, unserm vollen Leben.
Noch einmal sei es euer Morgen, Götter.
Wir wiederholen. Ihr allein seid Ursprung.
Die Welt steht auf mit euch, und Anfang glänzt
an allen Bruchstellen unseres Mißlingens....
Ende August – und sie ist da,
die erste Herbstzeitlose,
die am Waldrand blüht;
die grünen Blätter werden langsam
rot und gelb und braun.
Kaum noch ein Schmetterling,
der sanft von einer
zu der andern Blume zieht,
kaum noch ein fröhlich Amsellied.
Die Welt wird wieder merkbar leiser,
wenn jetzt der Sommer geht,
ganz sachte geht.
Wenn Nebel kreisen
und wie ein Streicheln dieser Wind
über die Felder und das Haar uns weht.
Wenn nach und nach
der Sommer geht…
Erst seit ich die Hunde kenne,
kenne ich die Menschen!
Volksfeste sind notwendig; sie waren, seit Völker bestehen, ein mächtiges, prächtiges, weitreichendes Mittel, den einzelnen Stämmen die Zusammengehörigkeit zu einem untrennbaren Ganzen zu versinnlichen, und was kann es Erhabeneres, Ermutigenderes geben, als wenn die kolossale Menge, die von nah und fern aus allen Gauen zusammengeströmt ist, aufwogt in Freuden bei den Gedanken des Vaterlandes!
… Jäh abgerissen mutet uns ihr Hiersein an, quälend irrsinnig, und wir zweifeln an einer Ordnung, die alles sinnvoll umfängt. Und doch: was wissen wir von jenen, die so jung sterben? Ihr Dasein war ein verklärtes Schauen in das sie Umgebende hinein, war in allem ein Wittern von Zukunft, ein Brausen, Krafthinschenken, das keine Zeit ließ zu stiller Betrachtung oder gar zu einem Blick zurück. … Es soll nicht gesagt sein, daß es das nicht gäbe: sichtbar für solche Erfüllung steht Goethe vor uns; aber daneben wissen wir jene, die wir uns nur als Jünglinge denken können, Hölderlin, Büchner, Lenz, Novalis, und nicht ohne Grund geht von ihren Stirnen ein Leuchten aus, das Altgewordene nie besaßen. …
Jahr: 1944
Der Theolog befreit dich von der Sünde, die er selbst erfunden; der Jurist gewinnt dir deinen Prozeß und bringt deinen Gegner, der gleiches Recht hat, an den Bettelstab; der Medikus kuriert dir eine Krankheit weg, die andere herbei.
Der Bauer vom Riedhof fand ein Schwert,
Verrostet, tief unten im Moor,
Er rieb es blank und hielt es wert
Und hing es auf am Tor.
Und als der Bauer im Sterben lag,
Da raunten die Nornen ihm zu:
Den Ältesten ruf vor dem neuen Tag,
Dann gehe zur ewigen Ruh.
Und laß ihn schwören auf das Schwert,
Daß er immer zum Hofe hält
Und heilig bleiben Haus und Herd
Und Sitte und Recht nicht fällt.
Wenn einst den Schwur der Erbe bricht,
Dann glänzt das Eisen nicht mehr,
Das Schicksal geht über ihn zu Gericht,
Das Urteil wird hart und schwer.
Das Wort ward erfüllet seit der Zeit.
Die Waffe blieb rein und blank,
Und bargen die Stunden auch Not und Leid,
Der Acker bot fruchtbar den Dank!
Jahr: 1909
Unbekannt
Über die Verfälschung der Vergangenheit eines Volkes führt der sicherste Weg zur Vernichtung seiner Zukunft!
85 Pfund
wog die Leiche
des großen Königs.
Ein kleines Häuflein
Knochen, Fleisch und Sehnen.
Dazu auf Samt
ein paar Orden,
der Degen
und der Krückstock.
Finis?
Oh, noch lange nicht!
Weil das Wort lebt,
vom ersten Diener
des Staates
und das Beispiel,
welches mehr wiegt.
Die Überzeugung ist des Mannes Ehre,
Ein golden Vlies, das keines Fürsten Hand
Und kein Kapitel um die Brust ihm hängt.
Die Überzeugung ist des Kriegers Fahne,
Mit der er fallend nie unrühmlich fällt.
Der Ärmste selbst, verloren in der Masse,
Erwirbt durch Überzeugung sich den Adel,
Ein Wappen, das er selbst zerbricht und schändet,
Wenn er zum Lügner seiner Meinung wird!
Inflation ist der periodisch wiederkehrende Beweis für die Tatsache,
daß bedrucktes Papier bedrucktes Papier ist.
Geduld ist Frieden, der im Kampf nicht scheidet,
Geduld ist Freude, die im Leid nicht stirbt;
Geduld ist Mut, der nie ein Opfer meidet;
Geduld ist Jugend, die kein Herbst verdirbt;
Geduld ist unermüdlich, ohne Klage,
Sie hat sich ihren Weg nicht selbst gewählt.
Doch findet ihre Last sie alle Tage
Stark und gesund, bereitet und gestählt!
In Kameradschaft leben heißt:
Keiner hungert, solange ein Kamerad noch ein Stück Brot besitzt.
Keiner dürstet, solange ein Kamerad noch einen Schluck Wasser hat.
Keiner ist verlassen, solange noch ein Kamerad am Leben ist!
Unbekannt
Unbekannt
Angesichts eines solchen Schicksals gibt es nur eine Weltanschauung, die unserer würdig ist, die einst von Achilles zum Ausdruck gebracht wurde:
Es ist besser, ein kurzes Leben voller Taten und Ruhm zu führen, als ein langes, leeres Leben.
Die Gefahr ist so stark gestiegen – für jeden Einzelnen, jede Schicht, jedes Volk –, dass Selbsttäuschung eine erbärmliche Sache wäre.
Die Zeit ist unaufhaltsam, es gibt kein Zurück, genauso wenig wie es einen weisen Verzicht gibt.
Nur Träumer glauben, dass es einen Ausweg gibt. Optimismus ist Feigheit!
Wir wurden in dieser Zeit geboren und müssen den für uns vorgesehenen Weg mutig bis zum Ende gehen.
Da ist kein anderer.
Geduldig und hoffnungslos in verlorenen Positionen zu stehen, ist unsere Pflicht.
Sich wie jener römische Soldat zu stellen, dessen Knochen vor den Toren Pompejis gefunden wurden und der starb, weil man ihm beim Ausbruch des Vesuvs vergessen hatte, ihm den Rückzugsbefehl zu erteilen.
Das ist Größe, das bedeutet es, ein Mann dieser Rasse zu sein.
Dieses ehrenvolle Ende ist das Einzige, was einem Menschen nicht genommen werden kann!
Jahr: 1880-1936
Alles fing damit an, Fremdarbeiter anzuwerben,
als Staatsgäste wurden sie empfangen,
uns als Volk langsam zu beerben.
Ganz langsam, ganz behutsam,
bloß kein Unmut erwecken,
Brot und Spiele, Ablenkung,
Buntheit soll uns schließlich schmecken.
Bald war Einwanderung ach so notwendig,
wurde ökonomisch begründet,
das Ministerium war zuständig
und Massenzuwanderung verkündet.
Das Rad der Überfremdung,
es in Salamitaktik rollt,
jedes Jahr immer mehr,
Familiennachzug ist politisch gewollt.
Das Boot ist schon lange voll.
Zum Integrieren sind's längst zu viele.
Hohe Kriminalität ist nicht toll.
Dahinter stecken Volksaustauschs-Ziele!
Deutschland gehört uns und nicht den Migranten,
nicht Hinz und Kunz oder freche Scheinasylanten.
Es reicht, es ist vorbei!
Jetzt ist damit Schluss!
Viel zu lange waren wir tolerant,
sind bunt genug im Überdruss.
Jetzt stehen wir wieder für uns ein,
ein Volk - Hand in Hand.
Wir wollen wieder Deutsche in Deutschland sein,
sonst sind wir morgen fremd im eigenen Land!
Gute Reise, guten Heimflug!
Für Kriminelle und Asylbetrug!
Tschüsskowski den Fremden,
Deutschland bleibt in uns'ren Händen!
Wer sein Vaterland liebt, muss seine Feinde hassen!
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Sie zwingen uns ihr Dogma auf, doch die Wahrheit wird sie entthronen
Denn freie Gedanken reichen immer weiter als Kanonen.
Wenn sie unsere Fahnen verbieten, lasst sie es tun, wir scheißen drauf.
Denn wir ziehen in unseren Herzen sie noch stolzer wieder auf.
Ihre Schläge werden härter sie fürchten schon den neuen Tag,
denn der Amboss ist immer härter als jeder Hammerschlag.
Der zahme Vogel singt von Freiheit, doch der wilde Vogel fliegt
Und noch niemals hat das Schwert über den Geist gesiegt.
Auf dass der Adler wieder fliegt.
Mächtig sind seine Schwingen, die Krallen scharf wie Klingen.
Wie unser Stolz blieb er auf ewig unbesiegt.
Auf dass des Reiches Adler endlich wieder fliegt.
Mächtig sind seine Schwingen, niemand kann ihn bezwingen.
Wie unser Stolz blieb er auf ewig unbesiegt...
Wenn der Reichsadler wieder über Deutschland fliegt.
Aus goldenen Ketten schmiedet Schwerter und ihr Ende ist in Sicht
Weil dann endlich aus dem Nebel eine neue Schöpfung bricht.
Waidwund geschossen, voller Hass, ja so verfolgt uns der Tyrann.
Doch irgendwann hat er mehr Feinde als er töten kann.
Die Wahrheit bleibt das Antiserum, wie viel Gift sie auch verstreuten
Und wir hören schon von weitem ihre Totenglocken läuten.
Der zahme Vogel singt von Freiheit, doch der wilde Vogel fliegt
Und noch niemals hat das Schwert über den Geist gesiegt.
Auf dass der Adler wieder fliegt. Reichsadler flieg!
Unbekannt
Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.
Verstecke dich faul in die Fülle der Gräser.
Weil's wohltut, weil's frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.
Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.
Deutsche Heimat, deine Lande
Nur noch einmal frei der Bande
Mit versehntem Aug`zu grüßen
Und auf wandermüden Füßen
Deine Erde zu betreten,
Ist mein Beten.
Nur noch einmal deine Felder,
Deine dunkeldichten Wälder,
Wo auf grünen Kieferzweigen
Sprießend helle Kerzen steigen,
Deine Wälder zu betreten,
Ist mein Beten.
Nur noch einmal deine Heiden,
Deine Blumenhügelweiden,
Die in roten Lichtern glänzen,
Buntgeschmückt von Blütenkränzen.
Deine Heiden zu betreten,
Ist mein Beten.
Deutsche Heimat, deine Erden
Nur noch einmal vor dem Sterben
Mit dem durst´gen Mund zu küssen
Und in letzten Scheidegrüßen
Deine Gräber zu betreten,
Ist mein Beten…
Ich fand bei Plutarch, mit welchen Mitteln sich Cäsar gegen Kränklichkeit und Kopfschmerz verteidigte: Ungeheure Märsche, einfache Lebensweise, ununterbrochener Aufenthalt im Freien, Strapazen.
Unbekannt
Unbekannt
Von blauem Tuch umspannt und rotem Kragen,
Ich war ein Fähnrich und ein junger Offizier.
Doch jene Tage, die verträumt manchmal in meine Nächte ragen,
Gehören nicht mehr mir.
Im großen Trott bin ich auf harten Straßen mitgeschritten,
Vom Staub der Märsche und vom grünen Wind besonnt.
Ich bin durch staunende Dörfer, durch Ströme und alte Städte geritten,
Und das Leben war wehend blond.
Die Biwakfeuer flammten wie Sterne im Tale,
Und hatten den Himmel zu ihrem Spiegel gemacht,
Von schwarzen Bergen drohten des Feindes Alarm-Fanale,
Und Feuerballen zersprangen prasselnd in Nacht.
So kam ich, braun vom Sommer und hart von Winterkriegen,
In große Kontore, die staubig rochen herein,
Da mußte ich meinen Rücken zur Sichel biegen
Und Zahlen mit spitzen Fingern in Bücher reihn.
Und irgendwo hingen die grünen Küsten der Fernen,
Ein Duft von Palmen kam schwankend vom Hafen geweht,
Weiß rasteten Karawanen an Wüsten-Zisternen,
Die Häupter gläubig nach Osten gedreht.
Auf Ozeanen zogen die großen Fronten
Der Schiffe, von fliegenden Fischen kühl überschwirrt,
Und breiter Prärien glitzernde Horizonte
Umkreisten Gespanne, für lange Fahrten geschirrt.
Von Kameruns unergründlichen Wäldern umsungen,
Vom mörderischen Brodem des Bodens umloht,
Gehorchten zitternde Wilde, von Geißeln der Weißen umschwungen,
Und schwarz von Kannibalen der glühenden Wälder umdroht!
Amerikas große Städte brausten im Grauen,
Die Riesenkräne griffen mit heiserm Geschrei
In die Bäuche der Schiffe, die Frachten zu stauen,
Und Eisenbahnen donnerten landwärts vom Kai. ----
So hab ich nachbarlich alle Zonen gesehen,
Rings von den Pulten grünten die Inseln der Welt,
Ich fühlte den Erdball rauchend sich unter mir drehen,
Zu rasender Fahrt um die Sonne geschnellt. - -
Da warf ich dem Chef an den Kopf seine Kladden!
Und stürmte mit wütendem Lachen zur Türe hinaus.
Und saß durch Tage und Nächte mit satten und glatten
Bekannten bei kosmischem Schwatzen im Kaffeehaus.
Und einmal sank ich rückwärts in die Kisten,
Von einem angstvoll ungeheuren Druck zermalmt. -
Da sah ich. Daß in vagen Finsternissen
Noch sternestumme Zukunft vor mir qualmt.
Jahr: 1890
Das Leben ist ein harter Kamerad,
Es will die Hand, es will die Tat.
Den Tapferen lohnt's, den Klugen irrt's,
Je mehr du dich besinnst, je schwerer wird's.
Was redest du, was grübelst du?
Hier weht ein Schicksal her – pack zu!
Es schuf die Tannenberger Schlacht
den Deutschen groß Wehklagen.
Der Sieg stand bei der Slawenmacht,
das Kreuzheer war geschlagen.
Was nicht im Urwaldsumpf ertrank,
lag sterbend, als die Sonne sank,
im weißen Ordenskleide
auf sommergrüner Heide.
Scharf trat den Meister Ulrich an
der Schlachtentod, der grimme.
Da schlug das Kreuz der wunde Mann
und rief mit heller Stimme:
Führ, Herr, ins Paradies mich ein
und laß aus unserem Gebein
erstehn dem deutschen Namen
einst einen Rächer! Amen …
Die Jahre floh’n. Vergessen lag
der Feldherr bei den Seinen.
Doch tausend Jahr‘ sind wie ein Tag
vor Gott, dem Ewigeinen.
Das fünfte Säkulum entschwand,
und wieder brachen in das Land
verweg’ne Slawnhorden
mit Brennen und mit Morden.
Da winkte Gott – der Rächer kam,
das Racheschwert zu zücken
und, was dem Schwert entrann, im Schlamm
der Sümpfe zu ersticken.
Dann sprach der Held: M i c h feiert nicht!
Der Herr ging zürnend ins Gericht
mit dem Barbarenheere.
Dem Herrn allein die Ehre!
Auf Meister Ulrichs Ruhestatt
soll aber künftig stehen:
Gott macht zur Tat früh oder spat
Was deutsche Männer flehen. – –
Wer hat dies neue Lied erdacht?
Ein deutscher Spielmann hat’s gemacht
beim tapfern Pokulieren
mit Reitern und Musketieren.
Der Mensch hängt unzerreißbar fest an den Wurzeln seiner Ehre,
wie weit sie auch in die graueste Vergangenheit hineinragen.
Hört ihr den Ruf, der im Sturm über Deutschland dröhnt,
Der böse und rauh aus den Tiefen der Nächte stöhnt?
Not! Not!
Deine Kinder, Deutschland, weinen hungrig nach Brot,
Deine Speicher sind leer, dein Acker trägt Hungerfurcht,
Dein Rat geht irr, deine Tat ist von Gott verflucht,
Deine Schlote, die sich zum Himmel recken,
Rauchen nicht mehr,
Hände, die sich nach Arbeit strecken,
Müssen feiern und bleiben leer!
Und der dich knutet und knechtet mit eiserner Hand,
Kennst du sein flammendes Antlitz, kennst du mich, Land?
Mein ist die Erde, mein die Macht und der Sieg –
Ich bin der Krieg!
An eure Tore schlug ich drei Jahre und vier,
Endlich sprengte mein Schlag die verschlossene Tür,
Und das feste Haus, das ehemals Deutschland hieß,
Brach ein, als mein zorniger Atem dagegenstieß!
Über die Trümmer klirrte mein erzener Schritt,
Eure Städte dröhnten vor meinem Tritt,
In eure Mauern, die vor mir splitterten wie Glas,
Schmiß ich die Brände, rote Brände von Haß, –
Und ich lache laut, wenn es prasselt und frißt und brennt,
Wenn Zwietracht gellt und Bruder den Bruder nicht kennt,
Wenn der Hunger bettelnd das Land durchirrt,
Meine Kette eisern am Fuß euch klirrt,
Meine Last euch wie Blei auf den Schultern liegt
Und noch Enkeln knechtisch den Nacken biegt;
Mein ihr alle, ich bin der hungrige Tod –
Not! Not! Not!
Millionen horchen und stöhnen in dumpfer Qual,
Liegen im Staub, die Stirnen gebückt und fahl,
Millionen ballen die Fäuste, beten und schrei’n,
Und über die Erde fliegt es wie Feuerschein, –
Da horch! das Lied, das hoch über Deutschland singt,
Wie wenn aus märzblauer Luft eine Lerche klingt:
Licht! Licht!
Volk, glaube der Stimme der ewigen Dunkelheit nicht!
Hebe das Haupt, horche und spähe landein, –
Siehst du nicht über den Äckern den grünen Schein?
Hörst du nicht über die Berge im Morgenwehn
Meine Füße, die Füße des Friedens gehn?
Arm wohl kam ich, irre im Bettlerkleid,
Eine Krone von Dornen, trage ich euer Leid, –
Vor mir aber, wohin ich schreite im Land,
Sinken die Flammen, wird Faust zu betender Hand!
Graut euch vor ihm, der Zorn und Verderben droht?
Ich bin das Leben, Leben ist stärker als Tod!
Ich weiß ein Wort, das die Not, die eiserne, zwingt,
Ein Wort, das wie Weckruf der Zukunft klingt,
Das Wunder tut und Ketten zerreißt –:
Das heilige Wort, das da Bruder heißt!
Am kalten Herde kauert frierende Not? –
Ich spreche das Wort – und siehe, das Wort wird Brot!
Auf kargem Acker wuchern Distel und Dorn? –
Ich spreche das Wort – und siehe, reif wogt das Korn!
Hammer und Räder rosten, es feiert die Faust? –
Ich spreche das Wort – und siehe, es pocht und es braust!
Verfallen das Haus, das ehemals Deutschland hieß,
Weil jäh ein zorniger Atem dagegen stieß? –
Ich spreche das Wort – und siehe, es hebt sich neu,
Über den Trümmern steigt es strahlend und frei,
Von schaffender Hand erbaut und schaffendem Geist –:
Das heilige Haus, das da Deutschland von morgen heißt!
Seht ihr es steigen? Erfüllt eurer Väter Traum!
All seinen Kindern bietet es Dach und Raum,
All seinen Kindern bietet es Brot und Rast,
Keiner steht vor dem Tor, ein vergeßner Gast.
Und über den Pforten, hoch übers Land zu sehn,
Soll das Wort der Zukunft, das heilige Bruder stehn!
Hört ihr mich rufen? Wer will mit Werkmann sein?
Fügen zum heiligen Baue mir Stein auf Stein,
Säen in deutsche Erde der Zukunft Saat,
Wirken aus deutschem Geiste der Zukunft Tat?
Schaffende Hände ruf’ ich und schaffendes Haupt,
Jeden, der an ein Ewiges Deutschland glaubt!
Jeden, dem das Blut in den Adern brennt,
Wenn einer den heiligen Namen nennt!
Seht ihr, seht, wie es klar aus den Wolken bricht! –
Licht! Licht! Licht!
Millionen horchen, dann bricht es los wie ein Schrei:
Wir kommen! Wir säen! Wir bauen! Wir sind dabei!
Wir sind dabei!
Nicht in Dom oder Fürstengruft,
er ruh' in Gottes freier Luft
draußen auf Berg und Halde,
noch besser tief, tief im Walde;
Widukind lädt ihn zu sich ein:
"Ein Sachse war er, drum ist er mein,
im Sachsenwald soll er begraben sein."
Der Leib zerfällt, der Stein zerfällt,
aber der Sachsenwald, der hält,
und kommen nach dreitausend Jahren
Fremde hier des Weges gefahren
und sehen, geborgen vorm Licht der Sonnen,
den Waldrand in Efeu tief eingesponnen
und staunen der Schönheit und jauchzen froh,
so gebietet einer: Lärmt nicht so! -
Hier unten liegt Bismarck irgendwo!
Mein Volk,
Blüh ewig, Volk.
Strom ausgespannt von Mitternacht zu Mitternacht,
Strom, groß und tief von Meer zu Meer,
Aus deiner Tiefe stürzen Quellen,
Urewig speisend dich,
Das Volk.
Mein Volk,
Blüh ewig, Volk.
Du träumst die Zukunft an die Brust.
Einst wird kein Tag mehr deinen Traum zerschlagen,
Die Berge deiner Seele werden in den Himmel ragen
Und uns erheben,
Uns,
Das Volk.
Ich bin ein Baum im Walde Volk.
Und meine Blätter speist die Sonne.
Doch meine Wurzeln schlafen ihren Schlaf der Kraft
In dir,
Mein Volk.
Mein Volk,
Einst werden alle Dinge knien
Vor dir.
Denn seine Seele wird entfliegen
Hoch über Schlote, Städte in dein eigenes Herz.
Und du wirst blühn,
Mein Volk.
Mein Volk.
In dir!
Jahr: 1881-1985
Unbekannt
Unbekannt
Laßt die Schwerter sie zerbrechen,
laßt die Lumpen Knechtschaft sprechen,
wo der Feind nur haßt!
Laßt sie unsrer Toten spotten,
laßt sie selber sich entgotten,
laßt sie's treiben, laßt!
Laßt beherrschen sie die Stunde,
eine flüchtige Sekunde
voll Erbärmlichkeit
schenkt das Schicksal selbst den Flennern,
doch es rechnet nur nach Männern
seit urewger Zeit.
Männer fragen nicht nach Waffen,
Waffen wird ihr Wille schaffen,
ist nur der von Stahl!
Leiber können Wälle bilden,
Unser Vaterland umschilden,
taten's schon einmal.
Was in schwerterstolzen Tagen
jeder willig war zu tragen:
Opferung des Bluts!
Laßt der Söhne Herzen schlagen
und wenn sie den Kampf nicht wagen,
unser Enkel tuts!
Jahr: unbekannt
Schaff gute Bücher in dein Haus,
sie strömen eigne Kräfte aus
und wirken als Segenshort
auf Kinder noch und Enkel fort!
Jahr: 1798-1881
Unbekannt
Unbekannt
Wo stehen unsere letzten Burgen,
die noch nicht genommen sind,
wo singt der Wind die alten Lieder,
die noch nicht verklungen sind?
Wo sind die Menschen, die uns hören,
wo sind die Menschen, die uns verstehen,
die mit uns altes Glück beschwören,
die mit uns neue Wege gehen?
Wann kommt die Zeit das Korn zu senken
in dürre Erde, die noch ruht?
Wann wollen wir die Fackel schwenken
und streiten für uns Glück und Gut?
Wann kommt die Zeit zum Neuerwachen,
wann ruft uns der Fanfarenton?
Wir wollen alle munter machen,
unsere Banner wehen schon!
Wer sind die Leute, die mit Mut
und Zuversicht zu Werke gehen,
die dann des Reiches Blüte einst
als Lohn der langen Arbeit sehen?
Wir sind die neue Kraft im Lande!
Wir sind des Volkes junger Spross!
Wir sprengen alle süßen Bande
und singen laut mit Stolz und Trotz:
Wer, wenn nicht wir?
Wo, wenn nicht hier?
Und wann, wenn nicht jetzt?
Warum die Not wird lieb genannt,
Das war mir lange unbekannt,
Bis ich´s von einer Frau erfahren.
Es war umringt von Kindern sie,
Die all noch hilfsbedürftig waren,
Und einer meinte viele Müh
Müßt´ sie doch haben mit der kleinen Schar.
"Ja", sagte sie, und die Mienen
Erhellten sich, "ja, es ist wahr,
Ich habe meine liebe Not mit ihnen.
Die Gesamt-Entartung des Menschen, hinab bis zu dem, was heute den sozialistischen Tölpeln und Flachköpfen als ihr "Mensch der Zukunft" erscheint, – als ihr I d e a l ! – diese Entartung und Verkleinerung des Menschen zum vollkommenen Herdentiere (oder wie sie sagen, zum Menschen der "freien Gesellschaft"), diese Vertierung des Menschen zum Zwergentiere der gleichen Rechte und Ansprüche ist möglich, es ist kein Zweifel! Wer diese Möglichkeit bis zu Ende gedacht hat, kennt einen Ekel mehr als die übrigen Menschen – und vielleicht auch eine neue A u f g a b e !
Jeder Wohlgesinnte und Einsichtige ergreife also mit mir Partei
für die deutsche Sprache
gegen die deutsche Dummheit!
Immer wieder dieselbe Geschichte:
Siege, Triumphe, Gottesgerichte.
Wem jeder Sprung, auch der kühnste, geglückt,
Der fühlt sich dem Gesetz entrückt,
Er ist heraus aus dem Alltagstrott,
Fliegen will er, er ist ein Gott;
Er fällt dem Sonnengespann in die Zügel, –
Da schmelzen dem Ikarus die Flügel,
Er flog zu hoch, er stürzt, er fällt,
Ein neu Spektakelstück hat die Welt,
Eben noch zum Himmel getragen…
Apollo, zürnend, hat ihn erschlagen.
Jahr: 1819-1898
Frii es de Feskfang,
Frii es de Jaght,
Frii es de Strönthgang,
Frii es de Naght,
Frii es de See, de wilde See
En de Hörnemmer Rhee.
Der Amtmann von Tondern, Henning Pogwisch,
Schlägt mit der Faust auf den Eichentisch:
Heut fahr ich selbst hinüber nach Sylt
Und hol mir mit eigner Hand Zins und Gült.
Und kann ich die Abgaben der Fischer nicht fassen,
Sollen sie Nasen und Ohren lassen,
Und ich höhn ihrem Wort:
Lewwer duad üs Slaav!
Im Schiff vorn der Ritter, panzerbewehrt,
Stützt sich finster auf sein langes Schwert.
Hinter ihm, von der hohen Geistlichkeit,
Steht Jürgen, der Priester, beflissen, bereit.
Er reibt sich die Hände, er bückt den Nacken.
Der Obrigkeit helf ich die Frevler packen;
In den Pfuhl das Wort:
Lewwer duad üs Slaav!
Gen Hörnum hat die Prunkbarke den Schnabel gewetzt,
Ihr folgen die Ewer, kriegsvolkbesetzt.
Und es knirschen die Kiele auf den Sand,
Und der Ritter, der Priester springen ans Land,
Und waffenrasselnd hinter den beiden
Entreißen die Söldner die Klingen den Scheiden.
Nun gilt es, Friesen:
Lewwer duad üs Slaav!
Die Knechte umzingeln das erste Haus,
Pidder Lüng schaut verwundert zum Fenster heraus.
Der Ritter, der Priester treten allein
Über die ärmliche Schwelle hinein.
Des langen Peters starkzählige Sippe
Sitzt grad an der kargen Mittagskrippe.
Jetzt zeige dich, Pidder:
Lewwer duad üs Slaav!
Der Ritter verneigt sich mit hämischem Hohn,
Der Priester will anheben seinen Sermon.
Der Ritter nimmt spöttisch den Helm vom Haupt
Und verbeugt sich noch einmal: Ihr erlaubt,
Daß wir euch stören bei euerm Essen,
Bringt hurtig den Zehnten, den ihr vergessen,
Und euer Spruch ist ein Dreck:
Lewwer duad üs Slaav!
Da reckt sich Pidder, steht wie ein Baum:
Henning Pogwisch, halt deine Reden im Zaum.
Wir waren der Steuern von jeher frei,
Und ob du sie wünschst, ist uns einerlei.
Zieh ab mit deinen Hungergesellen,
Hörst du meine Hunde bellen?
Und das Wort bleibt stehn:
Lewwer duad üs Slaav!
Bettelpack, fährt ihn der Amtmann an,
Und die Stirnader schwillt dem geschienten Mann:
Du frißt deinen Grünkohl nicht eher auf,
als bis dein Geld hier liegt zu Hauf.
Der Priester zischelt von Trotzkopf und Bücken
Und verkriecht sich hinter des Eisernen Rücken.
O Wort, geh nicht unter:
Lewwer duad üs Slaav!
Pidder Lüng starrt wie wirrsinnig den Amtmann an.
Immer heftiger in Wut gerät der Tyrann,
Und er speit in den dampfenden Kohl hinein:
Nun geh an deinen Trog, du Schwein.
Und er will, um die peinliche Stunde zu enden,
Zu seinen Leuten nach draußen sich wenden.
Dumpf dröhnt's von drinnen:
Lewwer duad üs Slaav!
Einen einzigen Sprung hat Pidder getan,
Er schleppt an den Napf den Amtmann heran
Und taucht ihm den Kopf ein und läßt ihn nicht frei,
Bis der Ritter erstickt ist im glühheißen Brei.
Die Fäuste dann lassend vom furchtbaren Gittern,
Brüllt er, die Türen und Wände zittern,
Das stolzeste Wort:
Lewwer duad üs Slaav!
Der Priester liegt ohnmächtig ihm am Fuß;
Die Häscher stürmen mit höllischem Gruß,
Durchbohren den Fischer und zerren ihn fort,
In den Dünen, im Dorf rasen Messer und Mord.
Pidder Lüng doch, ehe sie ganz ihn verderben,
Ruft noch einmal im Leben, im Sterben
Sein Herrenwort:
Lewwer duad üs Slaav!
Unbekannt