Mein Junge fiel in der Schlacht
In seiner Jugend Reinheit und Pracht.
Die Kugel hat ihm die Stirn zerschnitten,
Dann hat er noch drei Minuten gelitten,
Bis sie ihn haben
In fremder Erde begraben.
Sein Blut ist so kostbar, so gut und treu,
Das macht gewiß Deutschland von Feinden frei,
Das muß dem Siege zugute kommen,
Aber mir hat's meinen einzigen Jungen genommen,
Warte, mein Junge, ich komme bald
Zu dir in den heiligen Todeswald,
Wo Winde und Fahnentüchter wehn,
Wo Eichen zu euren Häuptern stehn.
Dort leg' ich mich hin,
Weil ich, mein Kind, deine Mutter bin.
Dann erzählst du leise von deiner Schlacht
Und wie tapfer du deine Sache gemacht!
Land des Glaubens, deutsches Land,
Land der Väter und der Erben,
Uns im Leben und im Sterben
Haus und Herberg’, Trost und Pfand,
Sei den Toten zum Gedächtnis,
Den Lebend’igen zum Vermächtnis,
Freudig vor der Welt bekannt,
Land des Glaubens, deutsches Land!
Land der Hoffnung, Heimatland,
Ob die Wetter, ob die Wogen
Über dich hinweggezogen,
Ob die Feuer dich verbrannt,
Du hast Hände, die da bauen,
Du hast Herzen, die vertrauen,
Lieb’ und Treue halten stand,
Land der Hoffnung, Heimatland!
Land der Liebe, Vaterland,
Heil’ger Grund, auf den sich gründet,
Was in Lieb’ und Leid verbündet
Herz mit Herzen, Hand mit Hand.
Frei, wie wir dir angehören
Und uns dir zu eigen schwören,
Schling’ um uns dein Friedensband,
Land der Liebe, Vaterland!
Jahr: 1950