Im Frieden und im Krieg
behält die Einigkeit den Sieg!
Jahr: 1609
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Im Frieden und im Krieg
behält die Einigkeit den Sieg!
Das Gesetz der Wiedervergeltung ist eine ewige Naturordnung.
Wie bei einer Waage keine Schale niedergedrückt werden kann, ohne daß die andre höher steige:
So wird auch kein politisches Gleichgewicht gehoben, kein Frevel gegen die Rechte der Völker und der gesamten Menschheit verübt, ohne daß sich derselbe räche und das gehäufte Übermaß selbst sich einen desto schrecklichern Sturz bewirke!
Sie sitzt allein zu Haus
Ihr Mann der starb vor Jahren.
Sie träumt von der alten Zeit
Dafür mussten sie bezahlen.
Aus der Heimat vertrieben
Haus und Hof verloren
Doch davon spricht heut keiner mehr.
Sie will zurück
Sehnt sich ihre Heimat wieder her.
Sie denkt an die Flucht
Durch Eis und Schnee,
Wenn sie davon träumt
Tut es in Ihr so weh.
So viele von ihnen
Wurden ermordet, geschlagen und gequält,
Sie fängt an zu weinen
Wenn sie davon erzählt.
Den Ostseestrand
Die Möwen und das Meer,
Ja das Heimweh schmerzt so sehr.
Den Ostseestrand
Die Möwen und das Meer,
Sie sehnt sich ihre Heimat wieder her.
Gebt mir mein Heimatland zurück,
Das wäre für mich das schönste Glück.
Durch Ostpreußens Wälder
Noch einmal wandern gehen,
Die Kurische Nehrung noch einmal sehen!
Verschwommenheit und Unverständlichkeit machen die Fremdwörter zu den gegebenen Werkzeugen des Schwindels.
Wer in schlichter deutscher Sprache schreibt, kann nur schwer einen rechten Schwindel machen;
man kann meist erkennen, was er gesagt hat!
Das Weib spricht:
Du bist der Wille! Dich hab ich lieb!
Du bist der Gebende! Komm und gib!
In Wehr und Waffen der Herr und Held,
Du Lebenschaffender baust die Welt!
Der Mann spricht:
Dich hab ich lieb – du bist die Tat!
Du die Empfangende! Nimm die Saat!
Du, die im Schoße den Keim erhält,
O Fruchtbewahrende, baust die Welt!
Die Polizei ist eine musikliebende Einheit,
aus voller Kehle singende Vögel machen sich bei ihr immer beliebt!
Mit deinem Kinde schreitest du,
du Mutter, auf die Ferne zu,
die ist so grau und kalt.
Du schreitest, schreitest zag und schwer:
dein Kind, dein Kind, das pocht so sehr.
Bald ist die Stunde, bald.
Dein stilles herbes Heldentum
ist ohne Prunk und Menschenruhm,
es ruht in dir allein.
Dein Kind, dein Kind ist deine Kraft,
die aus dir, Weib, ein Schicksal schafft. –
Bald wird die Stunde sein!
Wo die Werte weichen, wächst der Preis.
Wenn die Sitte schwindet, schrumpft der Geist.
Niederungen übler Absicht halten Einzug,
fordern frech den Weg von Lug und Trug.
Fratzenhaft zerrissen liegt dann edle Kunst,
buhlen Scharlatane wichtig um die Gunst.
Abgefeimt verdreht wird jeden Wortes Sinn,
wird stets gewühlt nach schäbigem Gewinn.
Alles Ganze, das Vollkomm´ne und das Heil,
wird gehängt am fremden goldn´en Seil.
Wider die Natur wird Häßlichkeit gefeiert,
wird Reinheit, Schönheit schlicht verfeuert.
Kranke werden selig auf den Thron gewimmert,
deren Geist und Herz verfault, verkümmert.
In die Masse tief wird das Genie getrieben,
gleichgemacht und im Gegröle schal zerrieben.
Fern ist heute vormals angestrebter Übermensch.
Nicht ins Göttliche mehr sehnt sich der Mensch,
hat im stumpfen Blick nurmehr plumpe Billigkeit,
nimmt sich und seinem Volk zuletzt die Ewigkeit!
Der Mann gibt dem Hause und der Familie Namen und äußere Gestaltung;
er vertritt das Haus nach außen.
Durch die Frau aber werden die Sitten des Hauses erst lebendig;
so haucht sie in der Tat dem Hause den Odem des Lebens ein!
Im Sommer such ein Liebchen Dir
In Garten und Gefield!
Da sind die Tage lang genug,
Da sind die Nächte mild.
Im Winter muß der süße Bund
Schon fest geschlossen sein,
So darfst nicht lange stehn im Schnee
Bei kaltem Mondenschein!
Der Mensch kann nichts Höh'res erstreben
Im Kampfe mit Sorge und Not,
Als ein gutes Gewissen im Leben
Und einen guten Namen im Tod!
Will einer etwas Großes für die Allgemeinheit leisten, dann darf er nicht nur von den andern fordern.
Weder Verfassungen noch Gesetze, noch Verordnungen, noch Regierungen erneuern ein Volk.
Erneuert wird es nur durch die uneigennützige Arbeit eines jeden einzelnen.
Nichts darf ihm zu gering, nichts darf ihm zu klein, nichts zu schmutzig sein!
Es haben viel Dichter gesungen
Im schönen deutschen Land,
Nun sind ihre Lieder verklungen,
Die Sänger ruhen im Sand.
Aber so lange noch kreisen
Die Stern' um die Erde rund,
Tun Herzen in neuen Weisen
Die alte Schönheit kund.
Im Walde da liegt verfallen
Der alten Helden Haus,
Doch aus den Toren und Hallen
Bricht jährlich der Frühling aus.
Und wo immer müde Fechter
Sinken im mutigen Strauß,
Es kommen frische Geschlechter
Und fechten es ehrlich aus!
Wohlauf, wohlauf, über Berg und Fluss
Dem Morgenrot entgegen,
Dem treuen Weib den letzten Kuss,
Und dann zum treuen Degen!
Bis unsre Hand in Asche stiebt,
Soll sie vom Schwert nicht lassen;
Wir haben lang genug geliebt
Und wollen endlich hassen!
Die Liebe kann uns helfen nicht,
Die Liebe nicht erretten;
Halt du, o Hass, dein Jüngst Gericht,
Brich du, o Hass, die Ketten!
Und wo es noch Tyrannen gibt,
Die lasst uns keck erfassen;
Wir haben lang genug geliebt
Und wollen endlich hassen!
Wer noch ein Herz besitzt, dem soll's
Im Hasse nur sich rühren;
Allüberall ist dürres Holz,
Um unsre Glut zu schüren.
Die ihr der Freiheit noch verbliebt,
Singt durch die deutschen Straßen:
Ihr habet lang genug geliebt,
O lernet endlich hassen!
Bekämpfet sie ohn' Unterlass,
Die Tyrannei auf Erden,
Und heiliger wird unser Hass
Als unsre Liebe werden.
Bis unsre Hand in Asche stiebt,
Soll sie vom Schwert nicht lassen;
Wir haben lang genug geliebt
Und wollen endlich hassen!
Welch edler Charakterzug, sich doch immer wieder für aufopferungsvolle Hilfsbereitschaft zu entscheiden!
Sobald immer man ihrer bedarf!
Zur Behauptung Deiner selbst,
dei'm Stolz und Gier immer mehr verfällst,
musst der Mensch vor ewig Jahren,
am Leib die Sklaverei erfahren.
Heut mit Luxus gut kaschier'n,
den Menschen weiterhin dressier'n,
mit Lügen aus der Medienhand,
das freie Reden wird verbannt.
Verfolgst mit Antrieb deine Sünden,
diese als gerecht verkünden,
wirst größer deine Macht entfalten,
Kultur und Freiheit weiter spalten.
Ob juristisch, monoton
vegetiert die staatliche Person.
Von Geburt an stets verpflichtet,
wurd das Mensch-Sein bös vernichtet.
Doch wer nicht lernt aus der Geschicht,
zu einem Zeitpunkt selbst zerbricht,
die Menschen die sich fühl'n gefangen,
ein freies Leben neu erlangen!
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns des Lebens freun,
Denn einst liegt's wie das Gold im Grab,
Und geht nicht mehr die alten.
Der Sommer war so lang und schön,
Vergaß ihn, wer da wollte;
Nun reißt sein letztes Blatt der Wind
Hinweg, und es verhüllet
Die Erde sich in Winterkleid,
Und träumt von Maienwonne.
So zieh'n dahin die Lebenszeit,
Ein Jahr nach dem andern;
Wir wollen sie im Becher sehn,
Und fröhlich uns bewahren,
Denn einst liegt's wie das Gold im Grab,
Und geht nicht mehr die alten.
Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß auch nicht, wo er steht, noch weniger, wohin er geht. Wir können nur einen Weg machen: zu uns zurück. Wir sind fremd geworden in unserer Welt und das kommt einzig und allein daher, weil wir über unser Eigenstes, unsere Herkunft, unser besonderes Wesen nichts mehr wissen, weil wir unseres Lebens Strombett seit rund tausend Jahren, ja noch länger, nicht mehr aus eigenen geistigen und körperlichen Quellen gespeist haben und es darum versiegen mußte, wie ein Strom, dem man den Oberlauf abgräbt, ableitet. Heimkehr, Einkehr heißt darum die Losung! Meister sein, unwidersprochener Meister in unserem Eigenen, das ist die Forderung
Zum Genius ward sie an des Helden Seite,
Zum Edelstein in seinem Ruhmesschild.
All seinen Schritten gab sie das Geleite,
Ein holder Freund, freimütig, schön und mild,
In aller Demut doch ein wundergleiches,
Erhabnes Licht des frohen, jungen Reiches!
Mitternacht war's, da sah ich's wohl,
Und im Traume das Märchen erblickte ich hell;
Ein Märchen, wie's nie eines ward erzählt,
Von einem Land, das in Ketten lag,
Und von einem Volk, das sich erhob,
Und von einem König, der weinte sehr,
Und von einem Dichter, der lachte laut.
Ich sah das Land, das lag in Banden,
Und ich sah das Volk, das brach die Kette,
Und ich sah den König, der weinte sehr,
Und ich sah den Dichter, der lachte laut.
Und rings umher war's still und kalt,
Und über mir hing das Himmelszelt,
Und unter mir lag die weite Welt,
Und über der Welt brannte das Licht,
Das Licht der Freiheit, das nie erlischt.
Das wird eine große,
große Zeit,
die keine Helden und Märtyrer mehr braucht...
Ohne Opferbereitschaft aus Idealismus
ist eine Volksgemeinschaft
auf die Dauer nicht möglich!
Die Nachwelt errichtet ihre Denkmale nicht den Knechten der Welt, den Volksschmeichlern und Heuchlern, sondern den Überwindern der Welt, den Volksbändigern, den Helden der Wahrheit.
Diese werden die Lieblinge der Nachwelt, auch wenn die Mitwelt sie geschmäht, gesteinigt, gekreuzigt hat!
Ich bin aus Deutschlands Mitte, dort, wo die Eichen stehen,
Wo die Fluren sich dehnen, wo die Wälder säuseln,
Dort bin ich geboren, dort will ich auch sterben.
Die Heimat ist mein Leben, mein Herz schlägt für sie.
Wenn alle untreu werden,
So bleiben wir doch treu;
Daß immer noch auf Erden
Für euch ein Fähnlein sei.
Gefährten unsrer Jugend,
ihr Bilder bess’rer Zeit,
Die uns zu Männertugend
und Liebestod geweiht.
Wollt nimmer von uns weichen,
uns immer nahe sein,
treu wie die deutschen Eichen,
wie Mond und Sonnenschein.
Einst wird es wieder helle,
in aller Brüder Sinn,
sie kehren zu der Quelle
in Lieb und Freude hin.
Es haben wohl gerungen
die Helden dieser Frist,
Und nun der Sieg gelungen,
übt Loki neue List.
Doch wie sich auch gestalten
im Leben mag die Zeit,
Du sollst uns nicht veralten,
o Traum der Herrlichkeit.
Ihr Sterne seid uns Zeugen,
die ruhig nieder schau’n,
wenn alle Brüder schweigen
und falschen Götzen trau’n.
Wir woll’n das Wort nicht brechen
und Buben werden gleich,
woll’n predigen und sprechen
vom heil’gen Deutschen Reich!
Gezimmert ist sie aus Zirbenholz,
Drauf steht der Name der Sippe stolz.
Die Bäuerin sieht ihn, sie liest ihn kaum,
Doch immer geht er durch ihren Traum.
Sie schaukelt sinnend das Wiegenband.
Die Urahn hält ihre Treue Hand.
Die Wiege ist bunt mit Blumen bemalt,
Drin ruht der Frühling in Kindes Gestalt.
Keine Bauernstube ist gut und gerecht,
In der nicht gewiegt wird ein junges Geschlecht.
Die heilige Zahl an der Wiege blieb,
Vor dreihundert Jahr sie der Bauer schrieb.
Und lächelt das Kind zu der Bäuerin Lied,
Dann singen dreihundert Jahre mit!
Was mir Verblieb wenn ich einmal frei sein werde,
Frag´ ich mich, wie wird das sein?
Grabe dann in deine Erde,
Heimat, tief die Hände ein.
Gehe einsam durch die Straßen,
Wie in einem stillen Traum;
Kann die Freiheit noch nicht fassen,
Lehn den Kopf an einen Baum.
Wenn mich jemand wollte fragen,
Wo ich denn gewesen bin -
Werde ich verhalten sagen:
Ich war in Allvaters Mühlen drin.
Sah die Müller Spuren mahlen
In der Menschen Angesicht
Mußte mit dem Herzblut zahlen
Wie in meinem Leben nicht.
Wenn ich einmal frei sein werde,
Frag´ ich mich, was mir verblieb:
Dich du deutsche Heimaterde,
Dich hab ich von Herzen lieb!
Jahr: 1946
Wir glauben nicht,
daß diese Welt
ein Ort des Jammers ist.
Wir glauben nicht,
daß wir die Seligkeit
mit Brot und Wein,
mit Rauch und Kreuz
erkaufen müssen!
Wir hören auf das Singen
tief in der Brust,
und unsres Blutes Klingen
sind wir bewußt.
Wir haben nicht gemein
mit Singen und Beten.
Wenn wir vor die Schöpfung treten,
sind wir allein!
Wir lachen des Banns
und des Jüngsten Gerichts.
Wir wissen uns stark
und fürchten nichts.
Wir schicken als ein starkes Heer
unsre Taten selber vor uns her.
Wer stark ist, ist ewig.
Wer schwach ist, vergeht!
Das ist der Spruch,
der geschrieben steht
im Buch
unseres Lebens.
Und der lebt vergebens,
der das Heute verläßt
um des Himmels willen,
der seine Tat nicht tut,
weil seine Zeit
den Gebeten gehört.
Wir türmen im Stillen
Stein auf Stein
und Stock auf Stock.
Und unsre Burg wird stärker sein
als alle Tempel
und Kapellen.
Wir werden uns selbst
auf die Zinnen stellen
und Wächter,
Rufer
und Krieger sein.
Wir Verächter
aller Geborgenheit.
Wir sind bereit:
unser die Zeit
und die Ewigkeit!
So nehm ich oft und als Gebrauch,
wie ein Jeder und Du auch,
ein Zeitpunkt für ein innen Gleich,
Ruh für Energie im Seelenreich.
So erkennst du dessen Sinne,
Ausgleich deines Fühlens inne,
füllst somit deines Geistes Leck,
dein Handeln folgt dem eigen Zweck.
Der Mensch heut zweckeshalber,
wird nur benutzt von dem Gestalter,
um Sinn zu geben der Zerstörung,
des wahren theoretischem Verschwörer.
Hast deinen Sinn nun selbst erkannt,
nicht im knien, denn nur im Stand,
lässt dich nun nicht mehr nötigen,
von falsch, gekrönten Königen.
Bist jetzt dein Eigner Herr im Spiel,
es deinem König nicht gefiel,
das Du im Leben deinen Sinn,
erkannt hast selbst, denn dein Gewinn,
auch nicht nur für dich allein,
Erkenntnis gerne frei zu sein!
Man hat gesagt und wiederholt:
Wo mir's wohlgeht, ist mein Vaterland!
Doch wäre dieser tröstliche Spruch noch besser ausgedrückt, wenn es hieße:
Wo ich nütze, ist mein Vaterland!
Gib Liebe mir und einen frohen Mund,
Daß ich dich, Allvater, der Erde tue kund;
Gesundheit gib bei sorgenfreiem Gut,
Ein frohes Herz und einen festen Mut;
Gib Kinder mir, die aller Liebe wert;
Verscheuch die Feinde von dem trauten Herd.
Gib Flügel dann und einen Hügel Sand,
Den Hügel Sand im lieben Vaterland,
Die Flügel schenk dem abschiedsschweren Geist,
Daß er sich leicht der schönen Welt entreißt!
Ich kenn' ein Kind, das mag nicht schlafen,
Es liegt im Bett und ist noch wach;
Ich schleich' mich leis' zur Tür herein,
Ob's wohl für mich ein Plätzchen hat?
Ich bin der gute Knecht Ruprecht,
Ich bring' den Kindern schöne Gaben,
Doch wer nicht artig war und brav,
Dem geb' ich keinen Apfel ab.
Ich hab' die Rute mitgebracht,
Die ist für böse Kinder da;
Doch wer brav war, dem geb' ich viel,
Ein Apfel und ein' Nuss dazu.
So, nun geh' ich zur Tür hinaus,
Und wenn das Kind noch wach ist dann,
Dann kommt der Weihnachtsmann herein
Und bringt ihm noch viel mehr als ich.
Gemeinschaftliche Gefahren erwecken gemeinschaftlichen Mut;
Sie knüpfen also das edelste Band der Männer:
Die Freundschaft!
Ich bin aus Deutschlands Mitte, dort, wo die Eichen stehen,
Wo die Fluren sich dehnen, wo die Felder sich weiten,
Dort ist mein Heimatland, dort will ich immer sein,
Wo die alten Lieder klingen, wo die Herzen offen sind.
Der Minister des Äußern
kann sich nicht äußern;
der Minister des Innern
ist schwach im Erinnern,
der Kriegsminister
trägt Szepter und Kron' im Tornister,
der Minister der Finanzen
muß nach jedes Pfeife tanzen,
der Minister des Handels
ist unsichtbaren Wandels,
der Minister der Justiz
hat nicht Stimme, nur Sitz,
der Minister des Kultus
änderst Kultus in stultus
der Chef der Polizei
schüttelt den Kopf dabei!
Wer sich zu dichten erkühnt und die Sprache verschmäht und den Rhythmus, gliche dem Plastiker, der Bilder gehaun in die Luft!
Nicht der Gedanke genügt; die Gedanken gehören der Menschheit, die sie zerstreut und benutzt; aber die Sprache dem Volk:
Der wird währen am längsten von allen germanischen Dichtern, der des germanischen Worts Weisen am besten verstand!
Ich bin
eure Lügen leid
mit denen ihr
euch selbst
betrügt
die Seelen
anderer
verseucht
Verrat
am wahren
Leben übt!
Gründlich, wie die Deutschen sind, und ohne Instinkte zur Selbsterhaltung, wird das vorletzte Kapitel ihrer Geschichte logischerweise den überraschenden Titel tragen:
Ein Volk kämpft für seinen Untergang!
Pflanz einen Baum,
Und kannst du auch nicht ahnen,
Wer einst in seinem Schatten tanzt,
Bedenke Mensch:
Es haben deine Ahnen,
Eh' sie dich kannten,
Auch für dich gepflanzt!
Es ist immer so gewesen,
hexen können nur die Bösen.
Sie durchbrechen die Gesetze –
und zu ihnen fließen Schätze.
Treiben ihre Hütchenspiele
mit so mancher Immobile,
machen aus dem Wasser Wein,
können sehr bestechend sein.
Menschen, Akten, sie verschwinden,
falsche Zeugen sie erfinden,
zaubern oft mit Wertpapieren,
werden dann zu Geldvampiren.
Und es täuschen Illusionen,
die sich für die Hexer lohnen.
Doch durchschaun wir ihre Tricks,
bleibt von großen Hexern nix!
Leibeigenschaft war nur der Rumpf,
Nur halb erlegte man den Drachen,
Der noch aus dem feudalen Sumpf
Zu uns herüberreckt den Rachen;
Behalten blieb es bessern Tagen,
Das freche Haupt herabzuschlagen!
Das Hinschwinden des Mittelstandes, die Spaltung des Volkes in wenig Überreiche und zahlose Arbeiter ist der vornehmste Weg, auf welchem die freien und in Blüte stehenden Nationen altern und verfallen!
So wie unsere Vorfahren den Boden, auf dem wir heute stehen nicht vom Himmel geschenkt erhielten, sondern durch Lebenseinsatz erkämpfen mußten,
so wird auch uns heute wie in Zukunft den Boden und damit das Leben keine göttliche Gnade zuweisen, sondern nur die Gewalt eines siegreichen Schwertes!
Der alte Brunnen spendet leise
sein Wasser täglich gleicherweise.
Ich möchte diesem Brunnen gleichen,
was in mir ist, stets weiterreichen.
Doch geben, geben alle Tage,
sag’ Brunnen wird das nicht zur Plage?
Da sagt er mir als Jochgeselle:
Ich bin doch Brunnen nur – nicht Quelle:
mir fließt es zu – ich geb’ es weiter,
das macht mein Dasein froh und heiter.”
So leb’ ich nach des Brunnens Weise,
schöpf’ täglich Kraft zur Lebensreise
und will – beglückt – stets weitergeben,
was mir die Quelle schenkt zum Leben!
Wer die Wahrheit verrät, verrät sich selbst.
Es ist hier nicht die Rede vom Lügen, sondern vom Handeln gegen Überzeugung!
Der Helden Söhne werden Taugenichtse!
Auswendig gelernte Gedichte oder Gedichtstellen verschönern das einsame Leben und erheben oft in bedeutenden Momenten.
Ich trage mich von Jugend auf mit Stellen aus dem Homer, aus Goethe und Schiller, die mir in jedem wichtigen Augenblicke wiederkehren und mich auch in den letzten des Lebens nicht verlassen werden;
denn man kann nichts besseres tun, als mit einem großen Gedanken hinübergehen!
Wenn die Sonne in den Löwen geht,
Die größte Hitze im Jahr entsteht,
Drum acht jetzt auf Waschen und Bad.
Schätze die Früchte sowie den Salat.
Salat mit Eiern und Salbei,
Sei dem Menschen Speis und Arznei.
So die Arbeit machet jetzt heiß,
Wechselt das Geld, wischt ab den Schweiß.
Schweiß darf nicht auf der Haut erkalten,
Will man seine Gesundheit erhalten.
Süße Speisen sind nicht gut
Jetzt im Monat für das Blut.
Kalter Trank verdirbt den Magen.
Meid denselben, laß Dir's sagen.
Im Garten jetzt auf Samen sehe,
So über's Jahr gut Frucht entstehe.
Unkraut im Garten, auf Wegen Gras,
Einer Hausfrau wie schadet das!
Liedlein, welche lieblich klingen,
Soll man zweimal, dreimal singen!
Wahrheit war mein Ahnen, und mein Leben
Ward nicht wie Spreu dem Winde hingegeben,
Und stirbt nicht hin mit dieser Spanne Zeit!
Auf meinen Träumen ruht Unsterblichkeit!
Es kommt die Zeit in unserem Leben, in welcher wir mit Lächeln auf unsere eigene Vergänglichkeit herabblicken und den Tag, an dem sie sich erfüllen wird.
Es ist die Zeit, in der wir uns so tief in das unauslöschliche Leben der Welt hinein empfunden haben, daß wir über der kleinen Trauer unseres Todes die unendliche Heiterkeit ewigen Lebens strahlen fühlen!