Ich will mein Herz in deine Hände legen;
Ich will dir still mein ganzes Leben weih'n,
Mein Leitstern du auf allen meinen Wegen
In dir beschlossen sei mein ganzes Sein.
Ich will zur Nacht für dich die Hände falten,
In dir fand meine Seele Heim und Ruh,
An jedem Tage will ich Andacht halten,
Mein Gott auf Erden aber - das bist du!
Und kommen Tage, tiefverhüllt von Schatten,
Und kämpfst auch du mit Widerpart und Pein,
Dann ist die Frau der Kamerad des Gatten,
Ich möchte deines Dunkels Lichtschein sein!
Dir leise von der Stirn die Sorgen streichen...
Und dann mit liebevoller Zärtlichkeit
Den Tisch dir decken, Trank und Stärkung reichen.
Sei lieb! - Sei froh! - Uns hat das Glück gefeit!
In dir gestillt ruht all mein Wunsch und Sehnen!
Machtlos für mich sind Ränkesucht und List!
Ich will mein Haupt an deine Schulter lehnen,
Was kann geschehen, wenn du bei mir bist?
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Vaterland, mit Herz und Munde
Weih`ich Dir mein ganzes Sein;
Vaterland, zu jeder Stunde
Will ich preisen Dich allein!
Mögen dunkle Wolken ziehen
Über deine Fluren hin,
Mag das Glück Dich neidisch fliehen,
Nach Dir steht mein Herz und Sinn.
Was die Mutter mir gesungen,
Was der Vater mich gelehrt,
Was des Mannes Herz bezwungen:
Vaterland, so hoch und wert,
Vaterland, des Wortes Klingen
Tönt mir wie aus bess`rer Welt,
Wünsche und Gebete dringen
Heiß für Dich zum Sternenzelt.
Vaterland, des Himmels Segen
Mög` Dir neu beschieden sein;
Geh` der Zukunft kühn entgegen,
Gott wird Mut und Kraft verleihn!
Vaterland, und sollt ich lassen,
Was ich bin und hab für Dich,
Vaterland, noch im Erblassen
Dir mein Alles weihe ich!
Wir haben verlernt, in Ketten zu gehn,
seit wir die Freiheit ermessen.
Wir haben den Mut, in Stürmen zu stehn,
wie ihn die Väter besessen.
Wir haben verlernt, demütig zu sein,
seit wir das Maß uns erworben,
die Heuchler zu sehn im Heiligenschein
und Brüder, die sie verdorben.
Wir haben gelernt, im harten Gebot
das Sein der Freiheit zu schenken.
Da mag sich verschleiern grausame Not.
Wir wollen die Nacken nicht senken!
Sieh, das ist es, was auf Erden
Jung dich hält zu jeder Frist,
Daß du ewig bleibst im Werden,
Wie die Welt im Wandeln ist.
Was dich rührt im Herzensgrunde,
Einmal kommt's und nimmer so;
Drum ergreife kühn die Stunde,
Heute weine, heut sei froh!
Gib dem Glück dich voll und innig,
Trag es, wenn der Schmerz dich preßt,
Aber nimmer eigensinnig
Ihren Schatten halte fest.
Heiter senke, was vergangen,
In den Abgrund jeder Nacht!
Soll der Tag dich frisch empfangen,
Sei getreu, doch neu, erwacht.
Frei dich wandelnd und entfaltend,
Wie die Lilie wächst im Feld,
Wachse fort, und nie veraltend
Blüht und klingt für dich die Welt!
Ein Fall Jahrhundert ist dahin geschwunden
Seit jenem Tag, da voller Heldenkraft
Ein Jüngling unserer Stadt, der tief empfunden
Das Weh des Vaterlandes, sich aufgerafft
Kühn zu befreien, was schmählich lag, gebunden
In Sklavenketten der Tyrann schafft!
Von Schillers Tell und Jungfrau, heilgem Fühlen
Durch glüht, strebt er zu gleichen hohen Zielen.
Den Schillers Geist und Vaterlandsliebe,
Sie waren seiner Tat geweihte Triebe!
Wohl müssen wir vom Herzensgrund beklagen,
Daß tollkühn er voraus gestürmt ist.
Doch wert ist er, daß man ihn nicht vergißt!
Jahr: 1809
Es ist mein unerschütterlicher Glaube, daß eine spätere Geschichtsschreibung zu einem objektiven und gerechten Urteil über die hohen militärischen Führer und ihre Gehilfen kommen wird...
Was mich betrifft, so glaube ich, kein Mensch kann besser handeln, als wenn er von den Zielen, die ihm erreichbar erscheinen, das höchste erstrebt.
Das und nichts anderes war die Richtschnur meines Handelns seit je, und deshalb werde ich, welches Urteil Sie, meine Herren Richter, auch über mich fällen, diesen Gerichtssaal ebenso erhobenen Hauptes verlassen, wie ich ihn vor vielen Monaten betreten habe. Wer mich aber einen Verräter nennt an der ehrenvollen Tradition der deutschen Armee, oder wer behauptet, daß ich aus egoistischen, persönlichen Gründen auf meinem Posten geblieben wäre, den nenne ich einen Verräter an der Wahrheit.
In einem Krieg wie diesem, in dem Hunderttausende von Kindern und Frauen durch Bombenteppiche vernichtet oder durch Tiefflieger getötet wurden, in dem Partisanen jedes, aber auch jedes Gewaltmittel anwandten, das ihnen zweckmäßig erschien, sind harte Maßnahmen, auch wenn sie völkerrechtlich bedenklich erscheinen sollten, kein Verbrechen vor Moral und Gewissen. Denn ich glaube und bekenne: die Pflicht gegen Volk und Vaterland steht über jeder anderen.
Diese zu erfüllen, war mir Ehre und höchstes Gesetz.
Möge diese Pflicht in einer glücklicheren Zukunft ersetzt werden durch eine noch höhere, durch die Pflicht gegen die Menschheit!
Jahr: 1946
Unser großer deutscher Kanzler
führt das arme Volk ins Glück,
durch seine Kraft und Willensstärke
ruht auf ihm ein jeder Blick.
Um zu erfüllen seine Sendung,
hat ihn die Allmacht auch geweiht.
Heil dem Kanzler, der im Reiche
von der Knechtschaft uns befreit.
Brüder all von Nord und Süden
kämpfen um ihr ehrlich` Recht,
geben Blut und auch ihr Leben,
weisen ab, was bös und schlecht.
Wollen die, die blind noch hassen,
auch den Frieden, den wir gemeint.
Heil dem Kanzler, der uns alle
In Ein Reich, ein Volk vereint.
Heil dem Retter, diesem Manne,
Deutschlands Stolz und höchste Zier,
der auch für Deutsche jeder Heimat
kämpft mit offenem Visier.
Bleib gottbegnadet unser Lenker,
den noch ein heißer Wunsch beseelt,
ein einig Deutschland über alles,
über alles in der Welt!
Von allen Losen, die der Krieg verhängt,
Ist dies mir stets als bitterstes erschienen:
Gefangen in des Feindes Frohnde dienen,
Den Nacken krumm, den Blick in Scham gesenkt.
Verlacht, in jedem Heiligsein gekränkt,
Verachtung und Triumph in allen Mienen –
Und Feige sind doch selten unter ihnen,
Die einst auch opferfroh ein Schwert geschwenkt.
Wie viele waren übermannt vom Grauen,
Wie viele lagen wund, gelähmt, zerhauen,
Als sie der Feind von blutger Walstatt las-
Sie tragen Erdenjammers Übermaß,
Schmach, Fremde, Knechtschaft – laßt für sie mich bitten,
Die auch für euch gestritten – und gelitten!
Wir wollen frei sein, denn noch nie
Hat Deutschland Knechtschaft lang ertragen,
Sich fremdem Joch gefügt;
Nicht Rom, nicht auch Napoleon`s Genie
Ist es gelung`n und stets nach Niederlagen
Erhob sich Deutschland wieder unbesiegt.
Wir wollen frei sei von den Fron`n,
Zu denen uns der Fein verpflichtet,
Der uns durch Hinterlist gezwungen,
Daß wir uns selbst, - o Spott und blutiger Hohn! -
Der Schuld am Kriege ganz allein bezichtigt,
Nachdem uns das Geständnis abgerungen.
Wir wollen frei sein von dem Schein
Erborgten Reichtums, eitler Mode,
Die unseren Feinden ist entlehnt;
Wir wollen stolz auf unsere Armut sein,
Die, schwer erkämpft, uns mit dem Tode
So vieler uns`rer Brüder erst versöhnt.
Wir wollen frei sein von den Titeln
Vergang`ner Zeit, die uns nicht mehr gebühr`n,
Da uns nur Ein`s, der Name Bettler ehrt,
Solang wir noch im eig`nen Land von fremden Bütteln
Uns fühl`n bedroht und unsere Tür`n
Geöffnet ihnen steh`n und unverwehrt!
Wie wird verlorene Freiheit wiedergewonnen?
Durch einen aus der Tiefe des Volkes kommenden Stoß und Sturm der sittlichen Kräfte!
Ich hab' ihn zerschmettert!
Da liegt sein Leib.
Am Strande verröchelt der Drache.
Unter leuchtenden Wolken
Wogt brüllend das Meer
Leckt lüstern die blutige Lache.
Nie soll mehr verpesten
Das deutsche Land
Sein tückisches, giftiges Fauchen.
Und sein modernd Gebein
Soll in salziger Flut
In ewiger Vergessenheit tauchen
Noch gerötet vom Blut
Wie ein flammendes Kreuz
Erheb' ich mein treffliches Schwert,
Wie der Vater mir's gab,
Vermach ich's dem Sohn:
Zerschroten, doch unentehrt.
Du bist mein Glauben.
Der Hort meines Herd's.
In allen Gefahren bewährt.
Von Freiheit singe,
Von Frieden und Sieg,
Du herrliches, deutsches Schwert!
Oktobermorgen. Dampfgewordner Tau
Erhebt zur Sonne sich in lichten Säulen.
Der Park liegt traumhaft noch im blassen Grau.
Vom Stoppelfelde klagt Maschinenheulen.
Verschlafen reibt die Stirn der junge Tag.
Die Krähen ziehn. Von schweren Flügelschlägen
Wird in der Linde leiser Luftzug wach.
Aufschauernd sinkt der gelbe Blätterregen.
Sinkt mir aufs Haupt. Ich wollt, ich wäre blind
Und könnte mit dir durch die Stille schreiten
Und träumen, daß es deine Hände sind,
Die segnend über meine Haare gleiten!
Niedrige Polizeikräfte weisen eine hohe Staatsgesinnung auf!
Uns biegt kein Sturm, beugt keine Not,
bleibt blank das Herz und rein.
Und unser Sterben ist kein Tod,
muß es ein Opfer sein.
Ein Leben, reinen Sinns vollbracht,
kann nie vergessen sein.
Es strahlt noch in der letzten Nacht
durch seiner Reinheit Schein.
Wer in der Welt die Fackel trägt,
von Finsternis umdroht,
der hat der Welten Lauf bewegt
ins letzte Morgenrot!
Ich kann es ja nicht lassen, ich muß mich sorgen um das arme, elende, verlassene, verachtete, verratene und verkaufte Deutschland, dem ich ja kein Arges, sondern alles Gute gönne,
als ich schuldig bin meinem lieben Vaterland!
Verbotenes ist immer anziehend!
Du liebes deutsches Heimatland,
Mit den Tannenhügeln am Ostseestrand,
Mit den Seen, die silberhell schimmern,
Mit den alten Ruinen, den felsigen Höh´n.
O, deutsche Heimat, wie bist Du so schön.
So schön noch in Deinen Trümmern!
Versinkt auch das Ziel, das vor mir ich hab`,
zerbricht auch mein morscher Wanderstab,
Die Treue geht nimmer in Scherben!
Ja, wäre selbst Alles hin, Alles vorbei:
O deutsche Heimat, ich bleibe Dir treu,
Bleib treu Dir im Leben und Sterben!
Dein war mein Leben, Dein war mein Blut!
Dein alles Streben, das in mir ruht,
Froh trotzte ich jeder Beschwerde.
Und sollte man senken mich auch hinab,
O, deutsche Heimat, so schenk´ mir ein Grab,
Ein Grab nur in deutscher Erde!
So mancher Himmelsnaseweis,
Er opfert den Gelehrtenschweiß,
Um hoch im Sternenheer zu stöbern
Und Gottes Sonne zu umschnöbern,
Dieweil er huldigt jener Mär:
Daß alles Sein nur Stückwerk wär !
Und daß sie brennt, die Wissenskerze,
Schreibt er dann Bände Druckerschwärze !
Doch Hochmut kommt oft vor dem Fall,
Und aus dem hohen Weltenall
Ward mancher Schnüffler - angstentsetzt -
Per Sturzfall erdenrückversetzt !
Und seines Forschens A und O
Bleibt jetzt: wie flick ich den Popo ?
Da lob ich mir den Bauersmanm !
Er sieht die Welt als Ganzes an !
Was kümmern ihn der Sonne Flecken !
Die Gute dient ihm höhern Zwecken !
Ob sich die Erde wankend dreht,
Ob käser und sie, ob Ellipse
- Er hat nicht Zeit, daß er sie knipse -:
Wenn er nur selber feste steht !
Promt hält aufs T u n er Augenmerk,
Schafft Tagewerk auf Tagewerk,
Und wenn durchs Korn die Sense rauscht,
Er wohl mit keinem König tauscht !
Nutzt tapfer sich und nutzt uns allen,
Nie fehlgeleitet wird sein Kahn,
Er selbst nie aus den Himmeln fallen -
Nun klügle, wer gescheiter denn:
Ob der, der aus den Wolken purzelt,
Na oder der am Boden wurzelt ?
Land hinter sieben Bergen,
verkauft an seine Schergen,
verachtet von den Erben,
du sollst nun ganz verderben.
Geschaufelt ist dein Grab!
Du sollst den Tod erleiden
und nun für immer schweigen,
sollst bleich im Todesreigen
vergessen, was dein Eigen.
Brachen über dich den Stab!
Du Land aus Glück und Tränen,
aus Schmerz und heißem Sehnen;
den Quell kann keiner nehmen,
er fließt durch deine Venen.
Und göttlich ist der Pfad!
Jahr: 2025
Der Lichtdom baut sich bläulich zu den Sternen
und seine Pfeiler stehen rings ums Reich.
In ihren Grenzen gibt es keine Fernen,
die Kuppel überwölbt uns alle gleich.
Ihr sagt, es seien Vögel, die dort oben
taumelnd durchkreisen das erhabne Rund?
Mich aber dünkt’s, als täten sich von droben
geheimnisvolle Zeugen schwebend kund.
Hier stehn wir alle einig um den Einen,
und dieser Eine ist des Volkes Herz.
Das Herz, das wie die Quelle unter Steinen
standhielt dem tödlich starren Winterschmerz,
das aus der Erde schweren Ackerschweigen
sich unermüdlich pochend aufgekämpft,
und das kein Spuk und kein Dämonenreigen
im Glühn und Glauben für den Sieg gedämpft.
Stärker als alle Gletscher, alle Gluten
dies Herz – dein Herz, du Volk! – in Treue blieb,
bis es die eignen, lautren Lebensfluten
dir heiß bis in die fernsten Adern trieb,
bis durch dich, Volk, der Strom von neuem kreiste,
durch den du zu dir selbst berufen warst,
und du in einer Sprache, einem Geiste
dich selbst aus diesem Herzen neu gebarst.
In Gold und Scharlach, feierlich mit Schweigen,
ziehn die Standarten vor dem Gotte auf.
Wer will das Haupt nicht überwältigt neigen?
Wer hebt den Blick nicht voll Vertrauen auf?
Ist dieser Dom, erbaut aus klarem Feuer,
nicht mehr als eine Burg aus Stahl und Stein,
und muß er nicht ein Heiligtum, uns teuer,
ewigen Deutschtums neues Sinnbild sein?
In hoher Kuppelrundung wallt die Wolke
bewegt von rätselhaftem Flügelschlag.
Wer ist’s, der vom vorausgegangnen Volke
sich zugesellt dem großen deutschen Tag?
Ach, zahllos sind sie mit uns angetreten,
auf zu den Sternen staffelt sich der Chor,
zu grüßen: Heil ihm – und: Hilf ihm!
die Unsichtbaren tragen es empor!
Wir wagten zur Höhe zu fliegen,
Als Kriechen Parole war,
Wir glaubten durch Liebe zu siegen,
In Zeiten, die Haß gebar.
Wir ließen uns nur diktieren
Von Gott und des Volkes Not,
Wir wollten nicht kapitulieren
Vor fremder Völker Gebot.
Wir nahmen das Herz in die Hände
Und gruben nach Gold in ihm,
Und brachten es Deutschland zur Spende,
Geführt von dem Motto Ich dien.
Wir holten aus unserm Blute,
Aus unserer Seele die Kraft,
Um frei zu kaufen das Gute,
Weil alles Edle in Haft.
Wir kannten nicht Rast noch Erlahmen,
Zur Tat rief uns zweierlei Recht :
Die Forderung edelster Ahnen
Und die Freiheit fürs junge Geschlecht.
Was machte der Hohn aller andern
Uns Frauen im blau-Leinen Kleid?
Wir wußten den Weg, den wir wandern
Und scheuten nicht Kämpfe noch Leid.
Nun ist es endlich erstanden
Das Reich, zu dem wir gestrebt,
Nun reichen wir, die wir uns fanden,
Das Werk, für das wir gelebt
Dem Einem des Volkes, dem Wahren,
Und jede einzelne spricht
Wir geben den Dienst Dir von Jahren
Etwas besseres haben wir nicht!
Der Morgen küßt die Erde,
Im Grase blitzt der Tau,
Es scharren unsre Pferde -
Leb` wohl, geliebte Frau!
Nun gilt`s ein heißes Wandern;
Zeig` mir ein stolz Gesicht!
Und weinen all die andern -
Du nicht!
Dein Bild soll in den Schlachten
Begleiten meinen Ritt,
Ich werd` es noch betrachten,
Wenn ich vom Sattel glitt.
In seinen Traum ein Treuer
Die holden Züge nimmt,
Wenn still das Lagerfeuer
Verglimmt.
Und deckt mich fern der Rasen,
Wo nimmer geht dein Fuß,
Die schweren Reiter blasen
Heimkehrend meinen Gruß.
Hat mich die Schlacht genommen,
So denk`: Ihn rief die Pflicht, -
Als Sieger will ich kommen;
Sonst nicht.
Jahr: 1935
Wolltet ihr aber die Naturstimme Steuermann sein lassen, ihr würdet nicht Schiffbruch leiden!
Bauern, Fürsten, Knechte, Freie:
Alle Träger unsres Blutes.
Aber nicht die lange Reihe
altverbriefter Väter tut es.
Ritt der Ahn in Gottfrieds Heere,
war der Löwe ihm gewogen -
gut, wenn er in Zucht und Ehre
seines Weges ist gezogen!
Schwang am Amboß er den Hammer,
führte Nadel oder Besen,
sann und schrieb in stiller Kammer -
gut, wenn er ein Kerl gewesen!
Ewigkeit geht still die Runde,
Jahre fliehn, Geschlechter sterben.
Ringe, bis dich ruft die Stunde,
und das Beste gib den Erben!
Ein Frühling so hold, der Sommer war nah,
so viel versprechend erschien er uns da,
Hoffnung schürend auf wärmende Sonne,
auf Vogelzwitschern und süße Wonne.
Dann kam der Sommer in rauem Gewand,
kein lauschiges Plätzchen im warmen Sand.
War morgens noch sonnenglitzernd der Tau,
bezog sich am Mittag der Himmel grau.
Nun tanzen schon Blätter bunt und leise,
Vogelscharen rüsten zur großen Reise.
Ich hab diesen Sommer nur selten getroffen,
muß frohgemut auf den nächsten hoffen.
Im Nebel ruhet noch die Welt.
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt.
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen!
Ist Deutschland bereits verloren?
Solange es noch genügend von uns gibt, die dieses Land nicht aufgeben, ist es nicht verloren.
Aufgeben kann und darf niemals eine Option sein!
Ich habe es lange nicht gewußt,
Was Heimat sei und Vaterland.
Sprachs einer mit durchglühter Brust,
winkt ich nur spöttisch mit der Hand.
Von meiner Tage Not gewürgt,
Sprach ich mit haßverzerrtem Mund:
Nicht einmal hat für mich gebürgt
Der Heimat hochgepriesner Grund.
Hab` keinen Acker, und mein Feld
Ist einer Kammer Dielenholz.
Mir wuchs aus keiner eignen Welt
Der Scholle harter Bauernstolz.
Wenn ich im Sonntagsfrieden ging
Ins wälderfrohe Land hinein,
Mein Herz ein böses Weh empfing
Durch das Gefühl: es ist nicht dein.
Es ist nicht dein, was ringsum blüht
Es ist nicht dein, was ringsum wächst.
Bist aus dem nächtlichen Geblüht,
Das nur für andre schafft und ächzt.
Und fremd war mir, was mich umgab,
Was blühend stand und rauschend floß,
Weil es in Fremdheit wie ein Grab
Mein heißes junges Sein umschloß.
Da kam des Krieges rote Flut –
Ich hörte, wie die Erde schrie:
Du bist mein Fleisch, du bist mein Blut!
Steh auf, steht auf und banne sie!
Ein Rauschen sprang in meiner Brust
Empor und wurde wilder Brand –
Auf einmal ward es mir bewußt,
Was Heimat heißt und Vaterland!
Stark sein und standhaft, wenn der Sturm über uns dahinfährt oder der Frost des Leids unsere Seele erstarren lässt.
Kraft schöpfen aus der Tiefe!
Das gilt für den Einzelnen, für die Geschlechter und für unser ganzes Volk!
Zersplissen ist mein Haupt
Von schwarzem Wolkenwetter;
Herbstwind und Regen raubt
Die abgestorbenen Blätter:
So rag' ich ganz allein
Aus ödem Haidekraut
Und träume von dem Hain,
Der weit verloren blaut.
Oft, wenn mit grimmer Wucht
Mich packt ein nächtlich Brausen,
Raff ich mit jähem Grausen
Zusammen mich zur Flucht;
Doch halten zähe Schollen
Mich an den Wurzeln fest. -
Da steh' ich nun mit Grollen,
Wild schüttelnd mein Geäst…
@DeutscheDD
Wir gehen hellen Blickes in diesen Herbst
und den klaren Winter hinein mit dem Gedanken,
nicht, daß die Stürme an unserem Hause vorbeigehen mögen,
sondern daß wir sie bestehen!
Der höhere Mensch ist das Wesen, welches den Sinn sucht – nicht, weil er muß, sondern weil er es kann!
Das eigentliche deutsche Übel heißt:
Kleinlichkeit, Neid, Engherzigkeit, Pedanterie, Unbescheidenheit, Schulmeistergeist, Strebertum, Kopflosigkeit und Mangel an Grazie.
Kurz Philistertum, und Pharisäertum von jeder Art.
Wer jung und tapfer ist in Deutschland, soll hiergegen das Schwert ziehen!
Jahr: 1851-1907
Von meiner Treppe, im Abendschein,
seh ich die Bauern jahraus, jahrein,
wie sie mit Wagen, zu Fuß und zu Pferd,
müde kehren zum eigenen Herd.
Sie haben mit Pflug und Sense gewerkt
Und sich aus dem Wasserkrug gestärkt,
schweißklebend die Stirne, gebräunt die Hand,
so schritten sie über das Ackerland.
So kehren sie heim, wenn die Sonne geht
und Abendrot über den Bergen steht;
Ein starkes, gläubiges Bauerngeschlecht,
das beides ist: Hofherr und Ackerknecht!
Ein jedes Gesetz hat seine Kehrseite, eine jede Änderung von Gesetzen hat etwas Verdrießliches, und die gesetzgebende Gewalt oder die Regierung, welche die Initiative derselben ergreift, kann in der Regel nur zwischen zwei Übeln das kleinere wählen!
Durch Korn und Klee ein sanfter Weg,
Und Lerchenwirbel im Blauen.
Ein blumiger Bach, ein schmaler Steg
Und augenblanke Frauen.
Und dann das Dorf, verschwiegen im Baum,
Und Herdrauch und Glockenklingen:
So fühl ich die Heimat, im Wachen, im Traum
Durch meine Seele schwingen!
Jahr: 1979
Ich habe wohl jahrein, jahraus
Stumm meiner Sehnsucht nachgehangen,
In meiner dunklen Träume Haus
Lag ich verwunschen und gefangen.
Der Frühling tropfte um das Dach,
Da schlich ich heimlich und mit Zagen
Hinaus und lief den Wünschen nach,
Wie Kinder bunte Falter jagen.
Die Welt schien leuchtend mir ins Herz,
Die Ströme brausten mir entgegen,
In Seligkeit und süßem Schmerz
Empfing ich meiner Jugend Segen.
Die hundert Straßen weit im Land
Erklangen unter meinem Fuße,
Und was ich an den Straßen fand,
Das sang und blühte mir zum Gruße. –
Nun hör’ ich in der stillen Nacht
Des Lebens Flut von ferne rauschen,
Mein Herz ist jäh vom Schlaf erwacht
Und will erschreckt und dürstend lauschen,
Allein ein Atem weht und weht
Wie Sommerwind so süß und linde,
Daß alle Sehnsucht schlafen geht, …
Ich bin daheim bei meinem Kinde!
Die Lieder der Heimat sind auch die Lieder der Schlachten,
sie sind die Urquellen der Siege!
Der Glaube ist zum Ruhen gut,
doch bringt er nichts von der Stelle.
Der Zweifel in ehrlicher Männerfaust,
der sprengt die Pforten zu Hölle.
Der eine fragt: Was kommt danach?
Der andre fragt nur: Ist es recht?
Und also unterscheidet sich der Freie
von dem Knecht.
Vom Unglück erst
Zieh ab die Schuld;
Was übrig ist,
Trag in Geduld!
Wunderquellen fließen durch der Heimat Land,
um der Berge Füßen rinnt ihr silbern Band.
Trinke, Seele, trinke aus der Heimat Born,
daß du wie die Väter Treue dir erkor´n
Glockenlang voll Süße steigt aus Waldesgrund,
goldne Sagengrüße gehn von Mund zu Mund.
Lausche, Seele, lausche alter Mären Klang
in die grauen Tage dir ihr Leuchten sang.
Wenn die Berge träumen blau im Abendwind,
leises Goldverschäumen durch das Tal verrinnt.
Singe, Seele, singe von der Heimat Glanz
und um deine Stirne grünt der Sehnsucht Kranz.
Tausend Sterne brennen Fackeln in die Nacht
und die Berge nennen den, der sie entfacht.
Seele, blicke auf zum Sternenzelt,
daß dir erhalte deiner Heimat Welt.
In der Täler Schweigen Lärm und gelbe Glut,
aus den Schächten steigen Rauch und Feuers Flut.
Schmiede, Seele, schmiede rein und stark wie Erz
mit der Hämmer Schlägen dir das deutsche Herz!
Jahr: 1935
Laß uns deine Schönheit trinken,
Daß im Strom der Alltagswellen –
Deine Kinder nicht versinken!
Aus dem Borne der Geschichte
Raune von vergang’nen Tagen!
Künd’ im Liede und Gedichte
Deine Märchen, deine Sagen!
Heimat, deine Sonne breite
Auf dein Volk, das schreit nach Licht,
Daß die Freude es geleite
Bei der harten Werktagspflicht!
So reißet vom sonnigen Erker
Die letzte brennende Lieb;
Die Treue zu Deutschland war stärker,
Das Heiligste, was uns blieb.
Wir nehmen sie mit im Herzen,
Für and’re dereinst Symbol;
Sie stille des Heimwehs Schmerzen:
Leb wohl du, mein Südtirol!