Sonnentage in unserm Leben
Sind selten wie geschenkte Rosen.
Manchem mag das Glück sehr viele geben,
Viele Rosen mögen seine Stirne kosen.
Aber nur, der sie zu senken weiß
In die Vase der Erinnerung,
Für den sind sie göttliches Geheiß,
Für den bleiben diese Rosen jung.
Und ihr Duften ist ein keusches Fragen
Nach vergangner wundersamer Zeit.
Und als Antwort aus den Sonnentagen
Blüht dir eine ganze Seligkeit!
Wie wenn das Leben wär nichts andres
Als das Verbrennen eines Lichts!
Verloren geht kein einzig Teilchen,
Jedoch wir selber gehn ins Nichts!
Denn was wir Leib und Seele nennen,
So fest in eins gestaltet kaum,
Es löst sich auf in Tausendteilchen
Und wimmelt durch den öden Raum.
Es waltet stets dasselbe Leben,
Natur geht ihren ew'gen Lauf;
In tausend neuerschaffnen Wesen
Stehn diese tausend Teilchen auf.
Das Wesen aber ist verloren,
Das nur durch ihren Bund bestand,
Wenn nicht der Zufall die verstäubten
Aufs neu zu einem Sein verband!