Freundschaft ist so schnell gesagt
Und es hört so schlicht sich an,
Doch das Herz wird nicht gefragt,
Ob es Freundschaft halten kann!
Erst reihe dich dem Ganzen ein,
Dann magst du ein Besond`res sein!
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Freundschaft ist so schnell gesagt
Und es hört so schlicht sich an,
Doch das Herz wird nicht gefragt,
Ob es Freundschaft halten kann!
Erst reihe dich dem Ganzen ein,
Dann magst du ein Besond`res sein!
Sieh, das ist die Scholle,
darauf sie lebten, die Väter,
ein hartes Leben.
Es ist oft karger Boden,
ihre Hände wurden schwielig,
und früh zeichnete die Arbeit
ihnen tiefe Furchen ins Antlitz.
Aber sie ließen sich’s nicht verdrießen,
waren stark im Glauben an Gott,
der sie in ihrer Arbeit segnete,
und waren lebensstarke und freudige Menschen.
Sie überwanden die Zeit und den Tod,
denn das Geschlecht lebte durch die Jahrhunderte
und der Hof kam vom Vater auf den Sohn
in der langen Reihe der Generationen. –
Waren Volk und Vaterland in Gefahr,
so kamen sie still, ihre Pflicht zu tun,
kämpften und opferten
und kehrten schweigend zurück,
wie sie ausgezogen.
Sieh, das ist die Scholle,
darauf sie lebten, die Väter,
und Dir ein heiliges Vermächtnis ließen:
zu leben in Arbeit und Pflicht wie sie,
getreu der Vergangenheit
und treu in die Zukunft
als Deutsche auf deutscher Erde.
Sieh, das ist die heilige Scholle!
Nach klarem Lichte greift ein Schatten
Streckt sich hin zum goldnen Schein
Was vom Chaos ausgespien
Will Herrscher über allem sein
Erloschen ist so manches Licht
Hat einst geleuchtet und gestrahlt
Doch edel war's im Innern nicht
Hat nur den Schein als Trug bewahrt
Unaufhaltsam scheint der Tod
Dunkelheit verschluckt das Land
Wann wendet sich nur diese Not
Erwacht des Lichtes Widerstand
Ein Schattenpfahl das Herz durchbohrt
Doch eilt herbei die neunte Nacht
Tote Glieder neu beseelt
Und klar der trübe Geist erwacht
Von alter Weisheit wach geküßt
Gedanken schlagen hell empor
Und mit der Kraft von tausend Sonnen
Bricht ein neuer Gott hervor
Volkhaft steht der Göttersproß
In einem Dom aus Sonnenlicht
Schwertzeit, Blut und tausend Wunden
Beugten ihn am Ende nicht
Die Allmacht hat ihn auserwählt
Der seinem Schicksal folgen mußt
Ein jeder von uns trägt den Funken
Auch in seiner eignen Brust!
Der Gorilla, der den kompliziertesten Computer erfindet und bedient, ist mir durchaus geläufig. Aber der Gorilla, der die g-moll-Sinfonie von Mozart schreibt oder nur ein Gedicht von Goethe oder von wem immer – den gibt es nicht!
Nordseewacht
Fest und stark sind unsre Deiche,
Und sie halten treue Wacht,
Daß das deutsche Land nicht weiche
Vor der Flut in Wetternacht.
Kommt es brausend dann geflogen,
Blitzumfunkelt, wolkenschwer,
Tönt ein Halt den wilden Wogen:
Durch kommt ihr hier nimmermehr!
Sind auch fest des Deiches Wälle,
Fester ist des Schiffes Bord,
Das gepanzert, flügelschnelle
Zieht zum Schutz der Heimat fort.
Deutsche Flotte, unsre stolze,
Wohlgefügte Meeresburg,
Wachst gestählt mit Eisenmarke
Und laßt keinen Feind hindurch.
Fester noch als Deich und Flotte
Ist das treue deutsche Herz,
Das dem alten Schicksalsgotte
Tief vertraut; mit starrem Erz
Hat es trotzig sich umgeben.
Wenn der Tag des Zorns erscheint,
Ruft es ohne Furcht und Beben:
Durch kommt nimmermehr der Feind!
Nordseewacht, vor unsern Toren
Hab auf alle Feinde acht!
Uns zu Schutz und Schirm erkoren,
Friedenswacht und Schlachtenmacht,
Sicher ruht in deinen Händen,
Helgoland, die stolze Burg,
Stets bereit, den Gruß zu senden:
Halt, kein Brite kommt hier durch!
Wenn dir ein Mensch ein Unrecht tut,
Und wird es dir zu bunt,
Beschimpfst du ihn in deiner Wut,
Und nennst ihn einen Hund!
Bedenkst nicht, daß dein Tier
Nie so sein könnt wie der —
Der Name Hund ist, glaube mir,
Ein Schimpfwort nimmermehr.
Ein treues Herz, ein treuer Blick,
Das gibt’s noch auf der Welt,
Denn auch im Schmerz, nicht nur im Glück,
Ein Wesen zu dir hält.
Doch suchst bei Menschen du die Treu’,
Vergeblich suchst du sie auf’s neu,
In Freud und Leid, zu jeder Stund’,
Hält einer treu zu dir: Dein Hund!
Er dankt für jedes kleinste Stück,
Und blickt dich an beseelt.
Er spricht zu dir mit seinem Blick,
Weil ihm die Sprache fehlt.
Erkenn’ den Wert, bevor’s zu spät,
Sei gut zu deinem Tier;
Denn wenn dein Hund zugrunde geht,
Hält niemand mehr zu dir!
Ein steter Kampf ist unser Leben,
Sein Wert Gefühl;
Wir ahnen, wünschen, hoffen, streben,
Und sind am Ziel!
Oft keimt aus allen unsern Tränen
Kein Glück uns auf,
Oft schließt mit ungestilltem Sehnen
Sich unser Lauf.
Des Lebens Strom rauscht wild und trübe
Durch Wüstenei'n,
Wir träumen Freundschaft, schwärmen Liebe,
Und steh'n allein!
Wir lieben, ach! Und sollten hassen
Zu unserm Glück.
Was wir mit Innigkeit umfassen,
Stößt uns zurück.
Verkannt, verachtet und betrogen
Um Trost und Ruh',
Schließt sich das Herz, zu hart belogen
Auf ewig zu.
Das Traumbild seliger Gefühle
Schwebt himmelwärts;
Nichts bleibt uns treu, sind wir am Ziele,
Als unser Schmerz!
Das ist die Murg, zum Fluß geworden,
Die erst als Waldbach dumpf gebraust, –
O drohe nur des Feindes Horden,
Der frech an Deinen Ufern haust!
Es kam der Reichsfeind über Rhein,
Badenser kämpfen mit Franzosen,
Und wieder heißt: ein Deutscher sein,
Sich zählen zu den Hilfelosen!
Die Festung Rohrburg ruft in Nöten
Reichstruppen auf zu Schirm und Wehr
Die Feinde drohen, brennen, töten –
Zur Rettung naht kein deutsches Heer!
Schon ist verloren Wall um Wall,
Schon stürmt der Feind an allen Thoren,
Singt trotz’ger Siegeslieder Schall –
In Rohrburg Jammerruf: Verloren!
Ein Bürger naht dem Kommandanten,
Ein deutscher Bürger schlicht und recht;
Der spricht: Noch sind wir nicht zu Schanden,
Ich werde kein Franzosenknecht!
Kein Markgraf will, kein Herzog helfen,
Kein Reichssoldat, kein General –
Sie dienen Waiblingern und Welfen –
Dem deutschen Volke bleibt die Qual!
Mir helfen zwanzig Königinnen
Mit ihres Volkes großer Schar;
Die sollen uns den Sieg gewinnen
Und von uns wenden die Gefahr.
Hoch oben auf dem Festungsbau
Sind schon die Truppen und Kasernen –
Kommt, haltet Eure Heeresschau,
Wollt meine Mannschaft kennen lernen!
Und oben auf den höchsten Schanzen
Des Bürgers Bienenkörbe stehen.
Ein Hurrah! – Wie zum lust’gen Tanzen
Zum Sturme die Franzosen gehen –
Und schaut! hinab in ihre Reihn
Ein Wurf in weitgeschwungnem Bogen –
Welch Summen, Brausen, Schütteln, Schrein –
Ein Korb dem seine Schar entflogen!
Und zwanzig so! – und Millionen
Von Bienen in der Feinde Heer;
Da gilt kein Rufen und kein Schonen,
Da hilft nicht Sturm und Gegenwehr!
Wie scharf und spitz der Bienenpfeil
Versandt mit zornig gift’gem Brummen, –
Und in der Flucht sucht jeder Heil
Vor diesem Stechen, diesem Summen!
Kein Mann hält Stand! die Kämpfer weichen
Vor solcher Freischar kühnem Flug.
Ihr Summen ist ihr Siegeszeichen,
Ihr Stachel mehr als Schwerter schlug.
Die Feinde rings in toller Flucht –
Sie werfen von sich Wehr und Waffen,
Im schnellen Lauf ein jeder sucht
Sich den Verfolgern zu entraffen.
Gerettet ist die deutsche Veste,
Gerettet durch den deutschen Fleiß.
Ein solcher Lohn, er ist der beste,
Der Bürger und der Arbeit Preis! –
In Baden, wo die Veste lag
Die Bienen man als Mucken kennet –
Und Rohrburg ward seit diesem Tag
Zum Danke Muckensturm benennet!
Das Gesetz ist ein Netz
Mit Maschen, engen und weiten;
Durch die weiten schlüpfen die Gescheiten,
Und in den engen
Bleiben die Dummen hängen!
Und mögen sie dichten und singen
Vom alten deutschen Rhein.
Mein Lied soll der Weser erklingen,
Soll ihr gewidmet sein!
Die Werra und Fulda, die beiden,
Die haben’s wohl erkannt,
Die wollen zusammen durchgleiten,
Vereint das Vaterland.
Die wollen treu halten zusammen
Mit einem Wort genannt,
Weil beid aus Germanien stammen,
Dem alten Vaterland! –
Im Land, das die Weser durchwallet,
Erklang einst Hermanns Wort,
Und Dröhnen der Schilde erschallet,
Schlachtruf tönt fort und fort.
Wir wollen uns schützen und schirmen
Vor römischem Uebermut!
Wir wollen Aliso erstürmen,
Vernichten Römerbrut!
Hier halle den römischen Heeren
Ein trotzig deutsches: Halt!
Hier werden die Völker sich wehren,
Am Weserfluß und -Wald.
Hier werden sie kämpfen und stehen
Für ihr germanisch Recht,
Und werden als Sieger sich sehen
Im heiligsten Gefecht! –
Cheruskas Fürst an der Spitze,
So ziehen sie in den Streit,
Vernichten wie rächende Blitze
Die römische Herrlichkeit.
Die Römer, die leicht überschritten,
Den breiten, stolzen Rhein,
Sind nicht an der Weser gelitten.
Die Weser kann befrein. –
So war es vor uralten Zeiten
Als solches hier geschah.
Und wieder gilt es zu streiten –,
Ist denn kein Hermann da?
Kein Hermann und keine Germanen
Zu Schutz und Trutz bewehrt,
Die heilige Freiheit der Ahnen
Zu wahren mit dem Schwert?
Die Werra und Fulda, die beiden,
Die haben’s wohl erkannt,
Die wollen zusammen durchgleiten
Vereint das Vaterland.
Die sind längst zusammen gezogen
Durch Deutschlands Au und Hain.
Es flüstern und murmeln die Wogen:
Die Weser kann befrein!
Und die an den Ufern es hören,
Vertrauen ihr sich an,
Und ziehen in traurigen Chören
Zu ihren Schiffen heran.
Und fliehen vom heimischen Lande,
Dem fremden sich zu weihn,
Und flüstern zum Meer noch vom Strande:
Die Weser kann befrein!
Leb wohl o germanische Erde,
Uns winkt Amerika –
Sie rufen’s mit Trauergebärde –
Ist denn kein Hermann da?
Kein Hermann und keine Germanen,
Daß Deutschland verzweifeln muß,
Verdienen die heiligen Ahnen
Nur einen Abschiedsgruß?
Und was aus uralten Zeiten
Die Weser noch erzählt –!
Ihr sollt es so falsch nicht deuten,
Daß Ihr Auswanderung wählt! –
Die Werra und Fulda, die beiden
Die haben’s wohl erkannt,
Die möchten vereint durchgleiten
Ein einig Vaterland!
Die Neigung, sich für fremde Nationalitäten und Nationalbestrebungen zu begeistern, auch dann, wenn die selben nur auf Kosten des eigenen Vaterlandes verwirklicht werden können, ist eine politische Krankheitsform, deren geographische Verbreitung leider auf Deutschland beschränkt ist!
Man kann anderen Leuten hochtrabende Sprüche erzählen,
tiefgreifende Philosophie weismachen,
eine falsche Richtung vorgeben,
die gelöffelte Weisheit predigen und
einen Bären aufbinden.
Eine Frage bleibt dabei immer offen:
Ob am Ende des Tages das angestrebte Ergebnis auch jenes ist,
welches vor dem eigenen Gewissen Bestand hat?
Sie haben mit dem Beile dich zerschnitten,
Die Frevler – hast du viel dabei gelitten?
Ich selber habe sorglich dich verbunden
Und traue: Junger Baum, du wirst gesunden!
Auch ich erlitt zu schier derselben Stunde
Von schärferm Messer eine tiefre Wunde.
Zu untersuchen komm ich deine täglich,
Und meine fühl ich brennen unerträglich.
Du saugest gierig ein die Kraft der Erde,
Mir ist, als ob auch ich durchrieselt werde!
Der frische Saft quillt aus zerschnittner Rinde
heilsam. Mir ist, als ob auch ich's empfinde!
Indem ich deine sich erfrischen fühle,
Ist mir, als ob meine Wunde kühle!
Natur beginnt zu wirken und zu weben,
Ich traue: Beiden geht es nicht ans Leben!
Wir beide prahlen noch mit unsern Narben!
Du sollst dich nie so weit verlieren,
Mit einem Esel zu disputieren.
Deine schärfsten Beweise erscheinen ihm ja
Als kollegiales Y—a, Y—a.
Fordre nicht, daß ich mit Worten sage,
Was mich quält und peinigt jeden Tag!
Müde bin ich, daß ich keine Worte
Auch von deinen Lippen hören mag.
Menschen haben mir so viel mit Weisheit
Und mit leerem Troste zugesetzt,
Daß vor ihrer wortbehenden Liebe
Wahrlich sich mein scheues Ohr entsetzt.
Laß du mich in deine weichen Hände
Stumm vergraben Stirn und Wangen nur;
Dann empfind ich schauernd deine Liebe
Wie den leisen Odem der Natur.
Hin zu dir zieht mich dieselbe Lockung
Ewigen Friedens, der ich oft gelauscht,
Die aus Quellen flüstert und aus Blumen
Und von hohen, heiligen Bäumen rauscht!
Ein graugrün Dämmern schlummert überm Land,
Im Wiesengrunde wehen lichte Schleier,
Das Gras reckt nachtfeucht seine Spitzen auf,
Und freier atmet mählich alles Leben.
Schlaftrunken zwitschern sich die Vöglein wach.
Ein Rosenhauch erwärmt den fahlen Himmel,
Zur Messe klingen fern die ersten Glocken
Ihr lockend Jubellied dem jungen Morgen.
Glutheller Odem weht die Nacht hinweg,
Und klarer Glanz durchfließt den Dämmeräther.
Ein jubelnd Lied umklingt die Weltensphäre,
Die lichtdurchglüht der neuen Schöpfung harrt.
Da sprüht im Ost ein sieghaft Flammenlicht,
Den Nebeldunst durchleuchten glüh'nde Strahlen:
Der Tag! — Und lichtgebadet bebt das All
In heil'ger Wonne neuer Auferstehung...
An der Stellung zum Leid scheiden sich vornehme und geringe Naturen. Die vornehme Seele hämmert den Schmerz zu Gold; der Schwächling nörgelt, schimpft oder verkümmert und kommt nicht darüber hinweg!
Allmacht, wir rufen Dich,
Lichtwelt, wir suchen Dich,
Nachtgeister trüb übers Land noch sich breiten,
Wehren dem Lichte, die Wende bereiten,
Komm' Feuer starkes du,
Führ' uns der Sonne zu!
Allmacht, wir rufen Dich,
Lichtwelt, wir suchen Dich;
Flamme des Geistes, uns gnädig geschenket,
Weck' Flamm' der Liebe, die sonnwärts uns lenket,
Glut, lebensspendende,
Werde notwendende!
Allmacht, wir rufen Dich,
Lichtwelt, wir suchen Dich;
Heulend umhallet uns Haß ohne Gleichen,
Tragen wir trotzig das heilige Zeichen:
Sonnenrad, führe uns,
Heilsrune, ziere uns!
Sonne, die Du bist im Himmel,
leuchte hell uns, scheine klar!
Glühtest schon seit Urbeginnen -
Brennen sollst Du, immerdar!
Lass' uns wachsen, wohl gedeih'n
ob Deines Antlitz' Herrlichkeit!
Heil'ge Stifterin des Lebens
strahle in die Ewigkeit!
Laßt die Gläser klingen zur Sonnenwend!
Es wendet sich alles auf Erden.
Was heute noch herrscht, ist morgen ein Nichts.
Das Leben ist nur ein Werden.
Wir sehen das Ziel, wo die Sonne sich hebt
wo ihr Strahl eine neue Erde belebt!
Wir wenden nach Osten unser Gesicht:
Vorwärts zur Wahrheit! Vorwärts zum Licht!
Wald und freie Bergluft haben mich zur Furchtlosigkeit erzogen, zu gläubiger Lebensfreude, zu dankbarem Staunen vor aller Schönheit, zur Wissenschaft von der ewigen Wiederkehr des Frühlings, zum Glauben, daß alle Torheit ein Umweg zur Klugheit ist, aller Schmerz ein Weg zur Freude!
Der KAISER, sagt: Ich fordere den Tribut.
Der EDELMANN, sagt: Ich habe ein freies Gut.
Der PFARRER, sagt: Mir gehören die Stölgebühren.
Der JUDE, sagt: Ich muß von dem Profite leben.
Der SOLDAT, sagt: Ich bezahle nichts.
Der BETTLER, sagt: Ich habe nichts.
Der BAUER, sagt: Ich lasse den Allvater walten, ich muß ja euch alle sechs erhalten!
Laß mich gehn, Mutter, laß mich gehn!
All das Weinen kann uns nichts mehr nützen,
denn wir gehn das Vaterland zu schützen!
Laß mich gehn, Mutter, laß mich gehn.
Deinen letzten Gruß will ich vom Mund dir küssen:
Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!
Wir sind frei, Vater, wir sind frei!
Tief im Herzen brennt das heiße Leben,
frei waren wir nicht, könnten wirs nicht geben.
Wir sind frei, Vater, wir sind frei!
Selber riefst du einst in Kugelgüssen:
Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!
Uns ruft Gott, mein Weib, uns ruft Gott!
Der uns Heimat, Brot und Vaterland geschaffen,
Recht und Mut und Liebe, das sind seine Waffen,
uns ruft Gott, mein Weib, uns ruft Gott!
Wenn wir unser Glück mit Trauern büßen:
Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!
Tröste dich, Liebste, tröste dich!
Jetzt will ich mich zu den andern reihen,
du sollst keinen feigen Knechten freien!
Tröste dich, Liebste, tröste dich!
Wie zum ersten Male wollen wir uns küssen:
Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!
Nun lebt wohl, Menschen, lebet wohl!
Und wenn wir für euch und unsere Zukunft fallen,
soll als letzter Gruß zu euch hinüberhallen:
Nun lebt wohl, ihr Menschen, lebet wohl!
Ein freier Deutscher kennt kein kaltes Müssen:
Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!
Es wäre gut Bücher kaufen,
wenn man die Zeit, sie zu lesen,
mitkaufen könnte,
aber man verwechselt meistens
den Ankauf der Bücher
mit dem Aneignen ihres Inhalts!
Habt Ehrfurcht vor dem Baum.
Er ist ein einziges großes Wunder,
und euren Vorfahren war er heilig.
Die Feindschaft gegen den Baum ist ein
Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes
und von niederer Gesinnung des einzelnen!
Preis dir, Hermann, Volkserretter
der wie Gottes Donnerwetter
in die Feinde Deutschlands schlug
der die Knechtschaft und die Schande
samt der Zwingherrn frecher Bande
aus dem deutschen Lande jug
Preis dir, starker Volkeskrieger
Preis dir, frommer, edler Sieger
unsres Volkes reinster Held
Deutschlands Freiheit, Deutschlands Einheit
alter Sitte Kraft und Reinheit
riefen dich ins blutge Feld
Was dir teurer als das Leben
hast du freudig hingegeben
für dein Volk und Vaterland
Weib und Kindlein lag in Ketten
doch das Vaterland zu retten
gabst du auf dein liebstes Pfand
Keiner hat wie du gestritten
keiner hat wie du gelitten
Hermann, unsres Volkes Zier
Immer soll dein Geist uns leiten
wie im Leiden, so im Streiten
wachst du auf, wir folgen dir!
Was geschaffen uns zum Heil
ward gegründet von den Vätern.
Aber das ist unser Teil
es zu erhalten für die Spätern!
Meine Kirche — wo ich bete,
Ist der schöne, grüne Wald,
Der von hellen Jubelpsalmen
Bunter Sänger wiederhallt.
Mein Gebet — das stets ich bete,
Ohne Rast und ohne Ruh’:
Füge nie, was dir nicht recht ist,
Einem andern Menschen zu!
Und statt Muttergottesbilder
Hängt am Bette wunderfein,
Stets das Bild von meinem lieben,
Herzensguten Mütterlein.
Und mein Gott — der bin ich selber;
Deshalb trag’ ich hoch mein Haupt
Und bedaure jeden Menschen,
Der an fremde Götter glaubt!
Es blühn an allen Wegen viel schöne Blümelein.
Ich muß hinaus jetzt wandern, geschieden muß es sein.
Mein Weg führt über Heide, durch Wiese, Feld und Wald.
O Wandern meine Freude: Ein frohes Lied erschallt.
Viel Sternlein stehn am Himmel und halten treue Wacht.
Ich muß hinaus jetzt wandern und wünsch dir gute Nacht.
Es geht ins Sachsenland, ins schöne Heimatland,
dich will ich lieben bis in den Tod!
Hart ist's an dem Grab zu steh'n
Derer, die du heiß geliebet,
Hart auch, wie am Fels der Zeit
Traum um Traum in Nichts zerstiebet.
Bittrer als des Todes Raub,
Und was kalt die Zeit entwendet,
Ist's, wenn du dein best Gefühl
An Unwürdige verschwendet.
Wie ein Bettler stehst du da,
Der sein Alles hingegeben,
Dem nichts blieb von seinem Schatz,
Als das nackte, arme Leben.
Wie, von roher Hand gestürzt,
Liegt ein Götterbild im Staube,
Also ist ein Trümmerhauf'
Deines Herzens schönster Glaube!
Neue Rosen bringt die Zeit,
Frisches Grün das Grab umkleidet,
Aber öd' bleibt dieser Platz
Und kein Thau drauf niedergleitet!
Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein!
So frei der Großstädter in geistiger Beziehung ist, so ein Sklave ist er an Charakter.
Wer im höchsten Grade gesellig lebt, kollektiv denkt und herdenweise fühlt, kann unmöglich individuell und unabhängig sein.
Verlangen Sie jeden Mut, jedes Opfer von ihm, nur nicht, daß er eine Krawatte trage, die verpönt ist, daß er sich zu einer Ansicht bekenne, die für lächerlich gilt.
Kein Despot tyrannisiert seine Untertanen widerstandsloser, als die Gebote der Gesellschaft den Großstädter!
Wir tragen ein Licht in das Dunkel der Zeit
getreu nach dem Erbe der Väter.
Das Leben der Pflicht und der Jugend geweiht,
blicken wir vorwärts und kennen kein Später.
Wir schließen den Ring, der alle verbindet
vom Anbeginn bis auf den heutigen Tag.
Der von Sippe zu Sippe sinnvoll sich windet
zur Kette, die niemand zu brechen vermag.
Wir tragen im Herzen den lodernden Brand,
den Glauben an Ehre und Pflicht,
zu dem Millionen sich vor uns bekannt.
Vergesst das Gebot der Gefallenen nicht!
Wir tragen das Leben nach göttlichem Wort
voll Hoffnung und ohne zu klagen.
Uns bindet nicht Zeit, uns hindert kein Ort,
wir kennen kein weichliches Zagen.
Wir dienen dem Volke, der Heimat, dem Herd;
hoch fliegen der Freiheit Gedanken.
Für sie ist der Einsatz des Lebens wert -
Wir fordern die Zeit in die Schranken!
Steh ich in finsterer Mitternacht,
So einsam auf der Lausejagd,
So denk ich an die Drogerie,
Ob sie nichts hat fürs Lausevieh.
Und bin ich dann des Nachts erwacht,
Sitzt alles bei der Lausejagd.
Als ich zum Kriege fortgemusst,
Hab ich nichts von dem Vieh gewusst,
Bis ich nachher so manche Nacht,
Durch dieses Vieh vom Schlaf erwacht.
Es biss mich sehr in Brust und Bein,
Dass ich vergass das Schlafen ein.
Sie sind uns treu, doch mir nicht gut,
Sie saugen gern Soldatenblut,
Noch nie schlugs Herz uns warm bei Nacht,
Wenn wir durchs Lausevieh erwacht
Wir Stehen dann vom Schlafen auf,
Und reiten dann Attacke drauf.
Wie glücklich lebt ihr doch daheim,
Die ihr nichts wisst von dieser Pein,
Ihr schlafet ruhig jede Nacht,
Wenn wir sind auf der Lausejagd,
Doch für uns ist’s doch keine Schand,
Denn wir sind ja im Lauseland.
Ein wunder ist’s wohl sicher nicht,
Dass wir erfunden solch Gedicht.
Noch Ratten gibt es hier und Mäuse,
Doch nicht so viel wie Nikoläuse,
Die sieht man hier in jeden Haus,
Vielleicht auch bei Nikolaus.
Aus den Gärten komm ich zu euch, ihr Söhne des Berges!
Aus den Gärten, da lebt die Natur geduldig und häuslich,
Pflegend und wieder gepflegt mit dem fleißigen Menschen zusammen.
Aber ihr, ihr Herrlichen! steht, wie ein Volk von Titanen
In der zahmeren Welt und gehört nur euch und dem Himmel,
Der euch nährt' und erzog, und der Erde, die euch geboren.
Keiner von euch ist noch in die Schule der Menschen gegangen,
Und ihr drängt euch fröhlich und frei, aus der kräftigen Wurzel,
Untereinander herauf und ergreift, wie der Adler die Beute,
Mit gewaltigem Arme den Raum, und gegen die Wolken
Ist euch heiter und groß die sonnige Krone gerichtet.
Eine Welt ist jeder von euch, wie die Sterne des Himmels
Lebt ihr, jeder ein Gott, in freiem Bunde zusammen.
Könnt ich die Knechtschaft nur erdulden, ich neidete nimmer
Diesen Wald und schmiegte mich gern ans gesellige Leben.
Fesselte nur nicht mehr ans gesellige Leben das Herz mich,
Das von Liebe nicht läßt, wie gern würd ich unter euch wohnen!
Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut!
*
Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!
Wer weiß, wo ich mein Leben einst beende,
Und wie? — ich frage nicht, es ist mir gleich;
Nur eines: faltet ja nicht meine Hände,
Wenn mich gefällt des Sensenmannes Streich.
Zu Fäusten sollt Ihr meine Hände ballen,
Und statt ein Kreuz, steckt mir auf’s Grab ein Schwert;
Ein trotzig Lied soll über meinen Hügel schallen.
Ich weiß nicht — wie man Kämpfer besser ehrt!
Gestern war ich so wie ihr,
jemand der angesehen war.
Heut braucht ihr ein Teufelstier
und treibt mich zur Arena.
Ihr schraubt mir Hörner in den Kopf,
so werde ich zum Vieh.
Von euren geilen Fressen tropft
der Schaum der Hysterie.
Alle gegen einen,
einer gegen alle,
alle auf den Beinen
und einer in der Falle.
Alle gegen mich,
schlachte mich Torero
mit'm Degenstich.
Schon zeigst du mir das magische Tuch,
schon muß ich dir entgegen.
Du drehst dich und wie immer sucht
nach meinem Herz dein Degen.
Wie dreckig muß es ihnen gehen,
dass sie so wie eben
ab und zu einen sterben sehen wollen
um zu überleben.
Alle gegen einen,
einer gegen alle,
alle auf den Beinen
und einer in der Falle.
Alle gegen mich,
schlachte mich Torero
mit'm Degenstich.
Gestern warst du so wie sie,
heut singst du mir
das Lied vom Tod
und morgen früh bist du
vielleicht der Stier.
Der Mensch, der seinen Krieg bejaht,
Wird Heiliger von dieser Welt,
Und wenn ihn seine rasche Tat
Im Sturmlauf vor dem Ziele fällt.
Der Mensch, der seine Wege geht,
Wird stärker als die Vielen sein.
Wenn auch der Wind sein Grab verweht:
Er geht doch zu den Sternen ein.
Ein Volk, das sein Gesetz erkennt,
Erwirbt sich die Unsterblichkeit.
Sein helles Freiheitsfeuer brennt
Zum Trotze aller Dunkelheit!
Die Zeit ist zu kostbar, um sie mit falschen Dingen zu verschwenden!
Die Zeit ist zu kostbar, um sie mit falschen Dingen zu verschwenden!
Große Schurken stehen fest.
Auf ihrem Schild ist Ehrenmänner aufgemalt.
Ganze Völker stürmen vergebens gegen sie.
Ruhig verzehren sie ihren Raub.
Erst die Geschichte zermalmt sie!
Wer gab uns Augen, Glück und Leid zu sehn
Und die Vernunft, den rechten Weg zu gehn?
Woher die Zaubermelodien der Nachtigallen,
Die uns in Maiennächten in die Träume fallen?
Wer läßt Lilien unterm Sonnenstrahl erblühn
Und den kalten Winter vor dem Frühling fliehn?
Wer kennt der Himmelslichter übergroße Zahl
Und der Gestirne Lauf im Weltenall?
Seht doch, wie alles klein beginnt und endet,
Wie der helle Morgen sich zum Abend wendet,
Die wilden Meere zu vertrauten Ufern fliehn,
Und schwere Wolken mit den Stürmen ziehn.
Alles ist ein stetes Werden und Vergehn,
Was der Zeit gehört, wird der Wind verwehn.
Wir können nicht mehr sein, als uns gegeben,
Von jeher vorbestimmt für alles Erdenleben.
Es trügt der Schein, der eitle Narren macht.
Wir sind nur blinde Wanderer in der Nacht!
Deutsch ist uns alles was durch deutsche Geschichte gegangen ist,
deutsches Blut in sich hat und deutsche Sprache spricht!
Man spricht von Alters wunderbar
Von mancher That des Christes,
Heut spricht man auch vom Volk sogar,
Als gäb’s zu dieser Frist es.
Doch weil ich als ein Criticus
An allen Dingen zweifeln muß,
So frag’ ich stets: Wo ist es?
Und fabelhaft dünkt's meinem Geist.
Ich glaub’, es ist der Alte,
Der Überallundnirgends heißt.
O sagt mir, wo ich’s halte!
Wohl seh’ ich Leute, Wolk’ an Wolk’;
Doch Leute machen noch kein Volk,
Das sich als Eins gestalte.
In Kneipen sitzt es vollgedrängt
Und raisonnirt zu Zeiten,
Und wenn der Sommer gar anfängt,
Strömt’s aus von allen Seiten,
Es trinkt Kaffee und grüßt und spricht,
Volk ist das wohl, das Volk ist’s nicht;
Das Volk muß anders schreiten.
Wenn einer in's Gefängniß muß,
Seh' ich viel hundert laufen,
Auch brannt' einmal ein Haus am Fluß,
Da lief's herbei in Haufen.
Viel tausend waren's, ohne Kern,
Sie thaten nichts, als maulaufsperr'n,
Und gaffend sich verschnaufen.
Den, der nichts will, und der nichts thut,
Kann ich nicht gelten lassen,
Er ist auch nicht, sprech' ich mit Muth,
Wär' er in allen Gassen.
So ist das Volk beim Sonntagsball,
Bei der Parad', kurz überall,
Und nirgends doch zu fassen.
Doch seh' ich's einst voll Majestät
Gleich einem Mann sich rühren,
Bereit, was ihm die Freiheit räth,
Selbstkräftig zu vollführen:
Nicht nirgends mehr, noch überall;
Das Volk ist da! (ruf' ich mit Schall)
Gehorcht ihm nach Gebühren!
Deutsch ist uns alles was durch deutsche Geschichte gegangen ist,
deutsches Blut in sich hat und deutsche Sprache spricht!
Mit einer oft wahrhaft komischen Leichtfertigkeit nimmt heutzutage jede Partei die Zustimmung des Volkes für sich in Anspruch!
Heimatland Heimatland, dein gedenk' ich immerdar, du liebes Heimatland, wo ich froh und glücklich war !
Heimatland, Heimatflur, fern bin ich und ganz allein, könnt" ich ein einz'ges Mal, einmal nur still bei dir geborgen sein.
Nachts im Traume glänzen deine Sterne hernieder zu mir, und ich denke dein in weiter Ferne; o wie sehn' ich mich nach dir !
Heimatland, Heimatland, sei gegrüßt viel tausendmal !
Heimat, ich höre deine Glocken klingen, Heimat, dein Ruf dringt zu mir, Heimat ich möcht' deine Lieder singen, Heimat, ich sehn' mich nach dir !
Möchte nur ein einz'ges Mal deine Berge wiederseh'n, durch das stille Heimattal Hand in Hand mit dem Liebsten geh'n !
Wo die Wiesen grün sich dehnen zwischen Bergen, Wald und Feld,
Heimat, dir gehört mein Sehnen,
bist mein Glück, bist meine Welt !
Heimatland, Heimatland, dein gedenk ich immerdar, du liebes Heimatland, wo ich froh und glücklich war !
Heimatland, Heimatland, fern bin ich und ganz allein, könnt' ich ein einz'ges Mal, einmal nur still bei dir geborgen sein.
Nachts im Traume glänzen deine Sterne hernieder zu mir, und ich denke dein in weiter Ferne, o wie sehn' ich mich nach dir !
Heimatland, Heimatland, mein geliebtes, stilles Tal, mein schönes Heimatland, Heimatland, sei gegrüßt viel tausendmal!
Es kann nicht Aufgabe der Gesetzgebung sein, das, was dem Volke heilig ist, zu ignorieren!
Es kann nicht Aufgabe der Gesetzgebung sein, das, was dem Volke heilig ist, zu ignorieren!