Seiet nicht so strenge,
ihr Wächter des Wortes!
Sagt also nicht,
dieser Dichter wurde verboten!
Sagt einfach nur:
Seine Gedanken wurden verstaatlicht.
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Es gibt eine Sorte im deutschen Volk,
Die wollen zum Volk nicht gehören;
Sie sind auch nur die Tropfen Gift,
Die uns im Blute gären.
Und weil der lebenskräftige Leib
Sie auszuscheiden trachtet,
So hassen sie nach Vermögen ihn
Und hätten ihn gern verachtet.
Und was für Zeichen am Himmel stehn,
Licht oder Wetterwolke,
Sie gehen mit dem Pöbel zwar,
Doch nimmer mit dem Volke.
Jahr: 1885
Die Sprache eines Volkes angreifen,
heißt sein Herz angreifen.
Tischsprüche
Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd,
bei manchem ist es umgekehrt,
ein flotter Trinkspruch, zugegeben,
doch sollte man nicht danach streben.
Auch wissen wir, dass Menschen essen,
bei den Tieren heißt es fressen.
Die Schlange kann jedoch nur schlingen,
um es mal auf den Punkt zu bringen.
Man sieht so manchen Menschen laufen,
um rasch noch etwas einzukaufen,
bei den Pferden heißt das traben,
das ist nichts mehr für alte Knaben.
Die Steigerung nennt man salopp
bei unseren Pferden den Galopp,
beim Menschen sagt man dazu rennen,
um es richtig zu benennen.
Ich liebe unsere deutsche Sprache,
mit der man gut fast jede Sache
detailliert beschreiben kann,
verständlich so für jedermann.
Warum soll man in vielen Dingen
die Wörter stets in Englisch bringen?
Die deutsche Sprache ist doch schön
und sollte nicht verloren geh’n!
Wenn der Russe über uns kommt,
kann man nur sagen fürchterlich!
Wenn der amerikanische Einfluß noch 20-30 Jahre bleibt,
ist vom deutschen Volk nichts mehr da,
wir sind nicht mehr wiederzuerkennen.
Jahr: 1981
Ein jedes Volk bestimmt sich selbst sein Los
zu Freiheit oder Sklaverei.
Und ist das Dunkel noch so groß,
ein Weg zum Licht ist immer frei!
Die Wege diese einst bestritten,
waren nie leicht und oft gelitten,
die Zeit auch ihren Laufe nahm,
nach dem ersehnten Wunsch Enttäuschung kam.
Wer hängend Kopfe niederkniet,
durch Selbstmitleid vor sich entflieht,
anstatt den Blick erneut zu richten,
um seiner Willen aufrecht sichten.
Zurück zur eigenen Besinnung,
ein jeder von uns lebt Bestimmung,
ganz gleich wer fühlt sein eigen Last,
bis zum Ende ohne Rast.
Ich möcht nicht sterben als ihr Knecht,
gelebt als Mensch in meinem Recht,
ist die Seele tief vernarbt,
die Hoffnung bleibt,
daß Tod ein neues Leben aufbewahrt!
Tischsprüche
Auf den Nacken der Gemeinheit sah ich seine Sohle stampfen,
An des Himmels Strahlenreinheit deines Atems Stürme dampfen.
In dem Rote, draus sie stammen, sah ich Knecht und Memme kauern,
wenn aus deiner Rede Flammen Donnerkeile niederschauern.
Immer tobe, du Vernichter! Mich entzückst du! Mich entrückst du!
Immer leuchtender und lichter die Titanenwaffen zückst du.
Magst mich immerhin verderben in dem Leuchten, in dem Lodern:
Besser in der Flamme sterben, als im faulen Schlamme modern!
Jahr: 1822–1847
Wir sind die Erde.
Erdhaft fest verbunden
Dem Weltensinn, der uns erschuf.
Wir können nichts als wachsen oder sinken
So tief verwurzelt sind wir unserem Sein.
Ihr aber schreitet...
Bleibt bei uns und geht vorüber.
Das Leben treibt euch hin durch tausend Welten.
Uns bleibt nur Eins:
Stille sein und warten
Und sein für Euch solch letzte Erdengabe
Wie Heimat und wie Mutter sein...
Wie Erde...
Das Leben selbst ist unser Gott,
Leiht guter Wehr und Waffen,
Damit wir uns nach niedrer Not
Des Geistes Freiheit schaffen!
Jeweils in den Häusern herrschend in den Emporen,
War ich kein Freund der niederen Kammern an den Toren.
Unten flutete alltäglichen Trubels Strom,
Oben läuteten die Winde wie im Dom.
Wenn in den Wintern eisene Zinnen standen,
Kühle Boten kamen aus den nordischen Landen:
Oben breiteten sich weithin weiße Gehänge,
Unten beschmutzte sie vieler Füße Gedränge.
Sonniger Tage Glanz durch hölzerne Gestühle,
Ich durchlebte euch ganz im höheren Gefühle!
Wenn ich nieder zum Tor sinkende Stufen stieg,
Fand kein Singen das Ohr, und das Lichtgetön schwieg.
Dennoch härmten sich meine Sinne wund,
Dennoch wurde mir deutliche Botschaft kund,
Die die Strahlen und Winde auf den Fittichen führen:
Größe und Ewigkeit sind nicht hinter Türen!
Tue die Tore auf! Gehe ins Land hinaus!
Lerne der Welten Lauf, lerne die Schöpfung aus!
Hebe die Füße nur! unten, da sieh dich für,
Wo die Kümmerlinge wohnen an der Tür!
Niemals wohnt hoher Sinn an den Kammern am Tor,
Aus den Räumen am Licht nur geht er hervor,
Weiten muß er sich, da, wo man fällt und fehlt –
Bis zur Heimkehr zum Licht, groß, frei, und gestählt!
Botschaft der Winde belehrt ihn aufs neue
Nun naht des Jahres gnadenvollste Zeit
Im blassen Gold der heilgen Ährenreife,-
Mir wars, als ob mit schrillem Singen heut
Schon erster Sensenklang feldüber streife.
Und in der Gärten stilldurchsonnter Luft
Blühn hell und reich die letzten Sommerrosen,
Die blassen gelben mit dem schweren Duft,
Und süßgedrängt die dunkelroten, losen!
Trink ein, mein Herz, trink ein mit vollem Schlag
Den starken Trunk von Sonne, Duft und Farben,-
Stehst du nicht auch wie dieser Sommertag
In letzten Rosen und in ersten Garben!
Von allem, was die Menschen erfunden und ausgedacht, bei sich gehegt und einander überliefert, was sie im Verein mit der in sie gelegten und geschaffenen Natur hervor gebracht haben, scheint die Sprache das größte, edelste und unentbehrlichste Besitztum. Unmittelbar aus dem menschlichen Denken empor gestiegen, sich ihm anschmiegend, mit ihm Schritt haltend, ist sie allgemeines Gut und Erbe geworden aller Menschen, das sich keinem versagt, dessen sie gleich der Luft zum Atmen nicht entraten könnten!
Geh' wieder über die Äcker hin,
Lieg' wieder im stillen Walde:
Ist noch das alte Buchengrün,
Die alte Hügelhalde.
Der Gotenstein, der graue Fels,
Ragt noch wie einst in die Lüfte,
Trägt noch den alten moosigen Pelz,
Schaut stumm auf versunkene Grüfte.
Und drüber spannt sich der Himmel aus
Mit seiner stillen Bläue –
In meiner Seele regt sich was,
Wie eine geheime Reue!
Jahr: 1864
Wenn auch die nächsten Menschen uns verließen,
Wenn selbst der Freundschaft Sonne nicht mehr loht',
Ja, träf' sogar des Herzens heiße Liebe
Im Wechseltanz der Zeit ein jäher Tod,
Du, Mutterliebe, wirst uns immer bleiben;
Verachtung, Spott, Du trägst es treulich mit;
Du segnest uns, Du linderst all die Qualen,
Die Deines Herzens Stolz, Dein Kind erlitt.
O Mutterliebe, die wir oft belächeln,
Und deren Sorgfalt wir so gerne flieh'n,
Du leuchtest herrlich, wenn die düstern Wolken
Vor unsres Daseins gold'ne Sterne ziehn;
Gleichwie aus einem ewig-reichen Füllhorn,
So streust Du Deiner heil'gen Gaben Flut,
O Mutterliebe, der wir alles danken,
Du bist der Erde reinste, höchste Glut!
O Wonnequell, so nehm‘ ich Sinn und Sein:
Ich trinke dich wie Tau in mich hinein,
Ich sauge dich in aller Welten Grund,
Ich küsse dich mit aller Frauen Mund;
Ich blühe Dir mit aller Blumen Blüh’n,
Ich glühe dir mit aller Herzen Glüh’n,
Ich lebe dir mit aller Seelen Sein
Ich glänze dir mit aller Sterne Schein.
Ich flamme dir mit aller Sonnen Tag,
Ich juble dir mit aller Lerchen Schlag,
Ich süße dich mit aller Früchte Kranz,
Dir blitze ich im Heldenaugen-Glanz;
Daß ich dich ewig neu gebären muß,
Das dank ich dir mit aller Mütter Kuß,
Mit jeder Faser, die in mir erbebt,
Mit jedem Hauch, in dem dein Leben lebt.
O Gott und Gatte, Wodan, nimm mich hin!
In dir von Sinnen sein ist all‘ mein Sinn!
Ich danke dir, Urmächtiger und Mann,
Daß ich dir Lust und Leben spiegeln kann,
Und wo dein Müdes sich im All vergreist,
Leg‘ ab die Hülle, ew’ger Gott und Geist:
Im Schoß der Mutternächte reife du
Unendlich deinem ew‘gen Lichte zu.
Du, der Sonnen Seele,
Die in meinem Sehen sieht!
Aller Himmel Lust
Jauchzt in meiner Brust,
Verlang‘ ich dich,
Umfang‘ ich dich,
Erleb‘ ich mich,
Ergeb‘ ich mich
Meiner Kraft,
Die Leben schafft!
Du, der Sinne Seele,
Die mit meiner Liebe liebt!
Die mein Kuß beglückt!
Die mein Blühen schmückt!
Du wurdest Weib,
Ich wurde Leib - -
Erschließe mich!
In Erglühn.
Will ewig blühn!
Du der Welten Seele,
Tochter, Mutter, bette mich!
Meine Allmacht quillt,
Die dein Sehnen stillt:
Ich bin der Geist,
Der Dich umkreist!
So nimm mich hin,
Ich bin dein Sinn,
Seligkeit
In Ewigkeit!
Tischsprüche
Als von des Friedens heilgen Talen,
Wo sich die Liebe Kränze wand,
Hinüber zu den Göttermahlen
Des goldnen Alters Zauber schwand,
Als nun des Schicksals ehrne Rechte,
Die große Meisterin, die Not,
Dem übermächtigen Geschlechte
Den langen, bittern Kampf gebot,
Da sprang er aus der Mutter Wiege,
Da fand er sie, die schöne Spur
Zu seiner Tugend schwerem Siege,
Der Sohn der heiligen Natur;
Der hohen Geister höchste Gabe,
Der Tugend Löwenkraft begann
Im Siege, den ein Götterknabe
Den Ungeheuern abgewann.
Es kann die Lust der goldnen Ernte
Im Sonnenbrande nur gedeihn;
Und nur in seinem Blute lernte
Der Kämpfer, frei und stolz zu sein;
Triumph! Die Paradiese schwanden,
Wie Flammen aus der Wolke Schoß,
Wie Sonnen aus dem Chaos, wanden
Aus Stürmen sich Heroen los.
Der Not ist jede Lust entsprossen,
Und unter Schmerzen nur gedeiht
Das Liebste, was mein Herz genossen,
Der holde Reiz der Menschlichkeit;
So stieg, in tiefer Flut erzogen,
Wohin kein sterblich Auge sah,
Stillächelnd aus den schwarzen Wogen
In stolzer Blüte Cypria.
Durch Not vereiniget, beschwuren
Vom Jugendtraume süß berauscht
Den Todesbund die Dioskuren,
Und Schwert und Lanze ward getauscht;
In ihres Herzens Jubel eilten
Sie, wie ein Adlerpaar, zum Streit,
Wie Löwen ihre Beute, teilten
Die Liebenden Unsterblichkeit. –
Die Klagen lehrt die Not verachten,
Beschämt und ruhmlos läßt sie nicht
Die Kraft der Jünglinge verschmachten,
Gibt Mut der Brust, dem Geiste Licht;
Der Greise Faust verjüngt sie wieder;
Sie kömmt, wie Gottes Blitz, heran,
Und trümmert Felsenberge nieder,
Und wallt auf Riesen ihre Bahn.
Mit ihrem heilgen Wetterschlage,
Mit Unerbittlichkeit vollbringt
Die Not an Einem großen Tage,
Was kaum Jahrhunderten gelingt;
Und wenn in ihren Ungewittern
Selbst ein Elysium vergeht,
Und Welten ihrem Donner zittern –
Was groß und göttlich ist, besteht. –
O du, Gespielin der Kolossen,
O weise, zürnende Natur,
Was je ein Riesenherz beschlossen,
Es keimt' in deiner Schule nur.
Wohl ist Arkadien entflohen;
Des Lebens beßre Frucht gedeiht
Durch sie, die Mutter der Heroen,
Die eherne Notwendigkeit. –
Für meines Lebens goldnen Morgen
Sei Dank, o Pepromene, dir!
Ein Saitenspiel und süße Sorgen
Und Träum und Tränen gabst du mir;
Die Flammen und die Stürme schonten
Mein jugendlich Elysium,
Und Ruh und stille Liebe thronten
In meines Herzens Heiligtum.
Es reife von des Mittags Flamme,
Es reife nun vom Kampf und Schmerz
Die Blüt am grenzenlosen Stamme,
Wie Sprosse Gottes, dieses Herz!
Beflügelt von dem Sturm, erschwinge
Mein Geist des Lebens höchste Lust,
Der Tugend Siegeslust verjünge
Bei kargem Glücke mir die Brust!
Im heiligsten der Stürme falle
Zusammen meine Kerkerwand,
Und herrlicher und freier walle
Mein Geist ins unbekannte Land!
Hier blutet oft der Adler Schwinge;
Auch drüben warte Kampf und Schmerz!
Bis an der Sonnen letzte ringe,
Genährt vom Siege, dieses Herz!
Die Ersten
Die Ersten sind's, sie sind im besten Zug
Vom willenlosen Haufen sich zu lösen.
Erkennend eitel Schimmer, seichten Trug
Der großen Reden abgenützte Blößen,
Klangvolle Phrasen, ein vereinter Schwall
Der überflutet Erdehöhen und Täler,
Allüberall der gleiche Wiederhall,
Der gleiche Köder und der gleiche Wähler.
Wohl wächst der Massen Schrei nach Glück und Brot
Doch übertönt er nicht die Worte der Vertreter,
Es fallen Opfer tiefster Seelennot,
Die Masse fällt dein Zeichen der Verräter.
So lausch ich freudig, wenn mit wildem Schrei
Die Brust erfüllt von froher Zukunft ahnen
Sich einer ringt vom Heerdentaumel frei
Kraftvoll empor auf selbstgewollten Bahnen!
Wie sinnlos die Welt dir erscheinen mag, vergiß nie, daß du durch dein Handeln wie durch dein Unterlassen dein redlich Teil zu dieser Sinnlosigkeit beiträgst!
Ein Schulmeister hat lieber zehn notorische Esel als ein Genie in seiner Klasse, und genau betrachtet hat er ja recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden, sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner. Wer aber mehr und Schwereres vom anderen leidet, der Lehrer vom Knaben oder umgekehrt, wer von beiden mehr Tyrann, mehr Quälgeist ist, und wer von beiden es ist, der dem anderen Teile seiner Seele und seines Lebens verdirbt und schändet, das kann man nicht untersuchen, ohne bitter zu werden.
Lieber sterbe ich auf dem Schlachtfeld im Kampf für das was ich liebte,
als als Feigling das Schlachtfeld niemals betreten zu haben!
Einst waren wir die großen Denker,
Damals, gar nicht erst so lange her,
Wir bekannt als liebevolle Lenker,
Strebten hin, zum Guten allzu sehr,
So dass das irdisch höchste Amt gedachte,
Sich dabei reichlich auch ins Fäustchen lachte,
Den Deutschen Geist gar gänzlich zu vernichten,
Ihm Bös' und Weltenschuld alleinig anzudichten,
Ungedenk was solch maßlos Lüge mit sich brachte,
Versuche zu Verderben, den Geist stets nur stärker machte. Die Welt ward sichtbar krank und kränker,
Aussichtslos schien vielen hier die Kehr,
Doch dann, eigenständig ging das Amt zum Henker,
Denn sein Körper, der war vollends seelenleer,
Von 'Stuhl Petri' sprach man künftig nimmermehr!
Tischsprüche
Wenn man Religion auffaßt als das Streben, Gott den Schöpfer und – durch seine unabänderlichen Gesetze – Lenker der Welt zu erkennen und zur Sicherung der diesseitigen und jenseitigen Glückseligkeit die eigene Lebensführung mit ihm nach Maßgabe der jeweiligen Erkenntnis in Übereinstimmung zu bringen, wenn man ferner die Entwicklung zum Höheren, Vollkommeneren als das uns zunächst erkennbare Ziel der Schöpfung, Kraft und Gesetzmäßigkeit als die augenfälligsten Eigenschaften des Schöpfers erkannt hat, so wird man nicht bestreiten können, daß unsere Vorfahren – wie auch andere Naturvölker – mit ihrem Naturdienst von Bäumen oder Gestirnen, besonders der Sonne, auf dem rechten Wege zur Erkenntnis des Schöpfers, seines Wesens und Willens waren, auf demselben Wege, den nach langer Unterbrechung uns die Naturwissenschaften erneut gehen lehren, der aber von den christlichen Glaubensboten in vollkommener Verständnislosigkeit unterbrochen worden ist. Das Jahrhundert ist vielleicht herangerückt, in welchem wir die heilige Religion der Heimat wieder erhalten werden: denn wir sind nach langer Verirrung für dieselbe wieder reif geworden!
Die heil'gen drei Könige aus dem Morgenland,
Sie frugen in jedem Städtchen: Wo geht der Wirth zur Krippe?
Die Wirthin sprach: Da drüben im Wirthshaus zur Krippe,
Da liegt er in dem Stalle bei dem Ochs und Esel.
Die Könige betraten das Wirthshaus zur Krippe,
Sie sahen den Knaben liegen im Stalle bei dem Ochs und Esel,
Und wie sie ihn sahen, fielen sie nieder und beteten ihn an,
Und öffneten ihre Schätze und brachten ihm Gaben dar:
Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Das war der erste Besuch, den der Knabe empfing,
Und noch heute kommen die Könige aus dem Morgenland,
Und bringen ihm Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Doch nicht nur die Könige kommen, auch die Hirten kommen,
Und bringen ihm Gaben dar: Lämmer und Tauben.
Und so kommen sie alle, die ihn lieben und verehren,
Und bringen ihm Gaben dar, wie sie können und vermögen.
Und der Knabe nimmt die Gaben an, und er dankt ihnen,
Und er segnet sie alle, die ihn lieben und verehren.
Jahr: 1844
Es lebt ein Lied in unserm Land:
Um Einzelkampf zu ehren,
Zog Hildebrand vor Hadubrand
Zum Zank zwischen zwei Heeren.
Ach, Ahn und Erbe rückten so
Rock, Rüstwerk recht zur Fehde,
Sie hielten Helme heldenfroh
Und ritten rasch zur Rede:
Herr Hildebrand hob also an,
Als Weis’rer war er würdig,
Und frug den Feind, wess Vaterstamm
Er sei, wess Volk gebürtig.
Der trug es vor im trotz‘gen Ton:
Heiß Hadubrand, so höre!
Des Hildebrandes hehrer Sohn,
So lautet Landsmanns Lehre.
Zur Fern‘ ging vormals Vaters Gang,
Ließ Weib und wehrlos Wiege,
Odakers Arg ihn ostwärts zwang,
Dient Dieterich im Kriege.
Bei fern Gefolg und fern Gefild,
Im Heere Erster immer,
Des tapfern Teutrichs Treueschild,
Er – lanzverliebt – lebt nimmer.
Da Hildebrand das Herze stand:
Der Himmel es verhüte
Dass Blut dem Blutband eng verwandt
Zum Reckenringen riete.
Fang diesen friedlich‘ Freundschaftsring
Aus Hunnenherrschers Horte.
Doch höhnend Hadbrand Hildbranding
Warf walgewillt die Worte:
Nur Speer zu Speer und Spitz zu Spitz!
Dein Hehl und Huld ich hasse!
Du Hunne! Meinst, dein heller Witz
Lenkts, dass ich Lanzen lasse?
Von West, vom Wendelsee mir war
Des Kaufmanns klare Kunde:
Hildbrand, Herbrandes Sohn man sah
Auf Walstatt, welk der Wunde!
Welch Weh! Fünfdutzend Winter ganz
Erklang des Klügern Klage
War ich verschont bei Schlacht und Schanz,
Muss morden mich der Mage?
Wähnst schon Gewinn im Wettestreit
An Balg und Brünn, wies Sitte?
Oh Unheil! Enden wird’s im Leid!
Soll Sohn ich sehren, Sippe?
Doch wer nun Waffen dir verwehrt,
Nie fänd der Feigling Frieden.
So scheide, gutes Schicksalsschwert
Den Sieger vom Besiegten!
Da barsten Bannergere bald,
Sie missten jede Milde.
Gefährlich grub mit Grimmgewalt
Sich Schwert in schwere Schilde.
Ein arges Ende ahnt das Herz,
Scheu schweigen die Geschichten.
Wer kann denn ohne schlimmsten Schmerz
Von diesen Dingen dichten?
Jahr: 830
Der Antigermanismus scheint wie der Antisemitismus zu den Grundstimmungen der Welt zu gehören; er bedarf keiner Begründungen.
Wenn man heute eine Zeitung aufschlägt, sieht man, wie ihm gefrönt wird wie einer Orgie, auch von Landsleuten.
Auch die Freiheit ist nicht ein leerer Traum.
Da ist Freiheit, wo du ohne äußern Zwang dem König und der Obrigkeit gehorchst,
wo du in den Sitten und Weisen und Gesetzen deiner Väter leben darfst,
wo keine ausländischen Henker über dich gebieten und keine fremden Treiber dich treiben,
wie man das Vieh mit dem Stecken treibt.
Dieses Vaterland und diese Freiheit sind das edelste Gut,
das ein guter Mensch auf Erden besitzt und zu besitzen begehrt!
1. Gedenke, daß du ein Deutscher bist!
2. Du sollst Geist und Seele rein erhalten!
3. Halte deinen Körper rein!
4. Du sollst, wenn du erbgesund bist, nicht ehelos bleiben!
5. Heirate nur aus Liebe!
6. Wähle als Deutscher nur einen Gatten gleichen oder artverwandten Blutes!
7. Bei der Wahl deines Gatten frage nach seinen Vorfahren!
8. Gesundheit ist Voraussetzung auch für äußere Schönheit!
9. Suche Dir für die Ehe nicht einen Gespielen, sondern einen Gefährten!
10. Du sollst Dir möglichst viele Kinder wünschen!
Zu Verden auf der Heide schwarzmähnig stürmt die Nacht. –
Was greifst du, Vater, die Hand mir, was schreitest du so sacht?
Schweig‘ still, du Kind, schweig‘ stille, bis wir vorüber sind! –
Was hebt sich aus der Erden ein geisterhaft Gesind? –
Eile, mein Kind, so eile, eh‘ uns der Troß gesehn! –
Ich kann nicht weiter, Vater, ich muß hier bleiben stehn!
Was hebt so blutige Hände? Was öffnet sich der Schlund?
Ein roter Schein bricht blutig aus schwarzem Heidegrund? –
Vorüber, Kind, vorüber! – Was steigt die rote Glut
Zu schwarzen Wolkenbrüsten? O Vater, ist das Blut? –
Das ist das Blut, vergossen von edler Sachsen Not:
Viertausend edle Sachsen liegen hier unten tot! –
Was, Vater, taten jene, daß sie so schwer gebüßt? –
Sie gaben Treu‘ um Treue, das haben sie gebüßt! –
Was, Vater, wandelt dorten so hoch und bluterhellt? –
Und das ist Karl der Kaiser, er wandelt um das Feld! –
Was trägt er seine Krone schwer in den Händen sein? –
Er wischt mit seinem Mantel die blutige Krone rein! –
Was murmelt er im Barte? Wie Wolken stürmt die Stirn!
Was hebt er nun die Hände bis an des Himmels Firn? –
Vorüber, Kind , vorüber! Wer Kaiser Karl gesehen
Zu Verden auf der Heide, der darf nicht stillestehn! –
Halt an, halt an, o Vater! O sprich mit ihm ein Wort! –
Wer je verstand sein Murmeln, der läßt nicht diesen Ort! –
Ich will den Ort nicht lassen, eh‘ ich sein Wort verstand,
Was Erdenrot bedeutet und was des Himmels Brand! –
Das ist in späten Herbsten alljährlich eine Nacht,
Da Kaiser Karl der Schlächter zu seiner Reu erwacht!
Die Priesterschergen flüstern, und Kaiser Karl gebeut’s:
Viertausend edle Sachsen tilgte das fremde Kreuz!
Und ob sie Treu geschworen, ihm galt die Treue nichts:
Des rötet sich alljährlich der Gram seines Angesichts! –
O Vater, lieber Vater, er hebt das Haupt zum Wort! –
Von hinnen, Kind, von hinnen! Seiner Stimme Ton ist Mord! –
Ihr edlen Sachsenhäupter, die ich verblendet schlug,
Wann endet mir das Wandern, habt Rache ihr genug?
Mein Schwert hab‘ ich gewaschen, des Reiches Krone auch:
Was rötet ihr sie alljährlich mit blutigem Heiderauch?
Ich will ja Buße geben, ein Rächer soll erstehn!
Ich selbst will wiederkommen, will selbst voran euch gehen!
Ich selbst will blutig rächen der alten Götter Tod,
Der Fürsten und der Mannen, des deutschen Landes Not!
Die Toten will ich rufen, die Lebenden hervor:
Vater und Sohn soll hören, was Kaiser Karl beschwor! - -
*
Zu Verden auf der Heide, da rötet sich die Nacht,
Da ist in Nordlichtschimmern Walhallens Bild erwacht!
Die alten Götter raunen in roten Glanzes Wehr?
Wer beut den ewigen Göttern die Krone bluteschwer?
Was glänzt die alte Krone in seligem Glanze neu?
Ist Karl entsühnt, der Kaiser? Half ihm Jahrtausendreu?
Reicht Wodan ihm die Rechte? Tritt Balder ihm zur Seit‘?
Gibt Freia seinen Schritten lichtlockiges Geleit?
Ist Heil uns widerfahren? Versank des Blutes Schein?
Kehren die seligen Götter nun wieder bei uns ein? –
*
Zu Verden auf der Heide umgeht ein alt Gebot,
Was trägt der Knab‘ am Hute?
Ein Heidesträußlein rot!
Die Verdener Heide
Kennst du die schlafenden Tage?
Da kommt die leuchtende Sonne nicht,
Verloren hat sie ihr Flammenlicht;
Ein träger Schimmer fließt herab;
Die Welt ist umschattet wie ein Grab.
Über die Dächer, der Türme Bau
Schleicht ein ewiges Wolkengrau.
Du bist allein – und die Welt des Lichts
Ist versunken ins schweigende Nichts. –
Wohl kenn' ich die schlafenden Tage!
Da ruht das Herz, und mit leisem Schlag
Folgt es dem still verrinnenden Tag;
Nur in den Adern rollt das Blut,
Verborgen rinnt die Lebensflut.
Die Stille, die das All durchfließt,
Allmächtig sich ins Herz ergießt –
Kein Glück, kein Schmerz durchglüht die Brust,
Vergessen ist alles: Leid und Lust –
Ich liebe die schlafenden Tage.
Die schlummeratmende Seele schafft
Für den kommenden Kampf die siegende Kraft,
Die Kraft, die das blühende Glück erträgt
Und die kein Unglück zu Boden schlägt.
Hoch von den ziehenden Wolken auch
Weht hernieder ein Geisterhauch:
"Not ist Freude, Freude Not,
Tod ist Leben und Leben ist Tod!"
Kennst du die schlafenden Tage?
Jahr: 1862
Es stehen Scheunen Ställe leer,
keine Kuh und kein Schweinchen mehr.
Was in Jahrzehnten schafften Hände,
verfällt und bitter ist das Ende.
Der alte Bauer begreift es noch nicht,
ihm stehen Tränen im Gesicht.
Bei Mehrarbeit und wenig Lohn,
verlässt den Hof so mancher Sohn.
Jahrhundertelang in unserem Land,
war Rückgrat stets der Bauernstand.
Und mancher denkt bei vollem Tisch,
Die Bauern brauchen wir doch nicht.
Die Menschen planen, doch es lenkt
ein anderer anders als man denkt.
Ein Blick weit in die Welt uns lehrt
Das eigene Brot ist Goldes wert!
Wer sich von seinem Volk abwendet, es im Stich läßt, verliert mehr als nur sein Leben!
Jahr: 2023
Tischsprüche
Einst waren wir Menschen,
Die Waffen tragen, –
Aber das war! –
Heute sind wir Getier,
Das vom Gestern nichts weiß
Und vom Morgen nichts will. –
Wann werden wir wieder Menschen werden,
Die Willen haben,
Vom Reiche träumen
Und Waffen schmieden
Zu neuem Brückenschlag?
Einst wird kommen der Tag!
In einem fernen Land im hohen Norden lebte einst ein Volk von Eisbären. Sie hatten sich über ungezählte Generationen von Ahnen an das raue und entbehrungsreiche Leben im ewigen Eis angepaßt. Die weiten Jagdgründe und die feindliche Umwelt führten dazu, daß das vormals junge, starke und blühende Eisbären-Volk nicht weiter wachsen konnte. So beriefen sie einen Bärenrat ein, der über die weiteren Maßnahmen zur Absicherung der ungewissen Zukunft entscheiden sollte. Ein älterer, schon etwas verwirrter Bär mit Namen Grinpetz, der in seiner Jugend auf einer Eisscholle in fremde Länder getrieben wurde, ergriff das Wort:
Brüder, vor vielen Monden spülte mich das Meer an die fernen südlichen Gestade, in denen unsere Vettern, die Braunbären, wohnen. Sie leben in einem grünen, bunten Land, wo Milch und Honig fließen, sie ernähren sich gesund, sind jung, weiblich, klug und fleißig. Wir hingegen ernähren uns einseitig, leben in einem weißen Land und haben auch selbst keine Farbe, weil wir, und das ist, Brüder, unsere Erbsünde, alles Grün weggefressen haben. So blieb uns nur noch die jämmerliche, stinkende Meeres-Nahrung. Nun stecken wir im Teufelskreis. Da wir zu viel Fisch und zu wenig Gemüse fressen, wird es immer wärmer und unser Lebensraum schmilzt. Wir sind ein sterbendes Volk! Wer soll uns, wenn wir älter sind, den Pelz lausen, uns das Futter bringen und uns über das Eis schieben? Ich gebe Euch die Antwort, Brüder: Mit der nächsten Scholle fahre ich rüber an’s Land und frage unsre braunen Vettern, ob sie nicht zu uns kommen mögen."
Und kaum war ein Jahr vergangen, da brachte Grinpetz schon die ersten Braunbären in's heimatliche ewige Eis und sie wurden von den Eisbären frenetisch mit Willkommensschildern begrüßt. Und da man in der Eiswüste vor feindlichen Jägern sicher war und Grinpetz den Braunbären das Schlaraffenland versprochen hatte, kamen jeden Monat mehr und mehr Braunbären aus aller Welt.
Doch die Rechnung der Eisbären ging nicht auf: Die Braunbären waren zwar, wie von Grinpetz versprochen, jung, aber weder weiblich, noch klug, noch fleißig. Meist lagen sie nur auf der faulen Bärenhaut und ließen sich, weil sie nicht so gute Jäger und schlechte Schwimmer waren, von den Eisbären durchfüttern und vergnügten sich in der Zwischenzeit mit den jungen Eisbärinnen. Doch der ständige Müßiggang, die ungewohnten Meeresfrüchte und das ewige Weiß, schlugen den Braunbären auf Gemüt und Magen, sie fühlten sich benachteiligt, in ihrer Kultur und ihren Sitten beeinträchtigt, sie bekamen Hunger auf richtiges Fleisch. Das Bild begann sich zu wandeln, die arbeitslosen Braunbären gingen ihrem Hobby nach und vermehrten sich. Die Eisbären wurden immer älter und kamen kaum noch nach, das Futter für die braune Baggage ranzuschaffen, und Tag für Tag verschwand ein weiterer Eisbär auf unerklärliche Weise, von einem braunen Vetter ermordet und verspeist.
Als der alte Grinpetz dieses Elend sah, sprach er: Es ist vollbracht. Wir sind ein sterbendes Volk. Das ist die gerechte Strafe für die Erbsünde der alten weißen Eisbären! Schließlich bestieg er eine Eisscholle und floh in die Fremde.
Die Fabel vom Volk der Eisbären
Habe den Mut, du selbst zu sein
in einer geifernden Welt.
Besser ist stolzes Einsamsein,
als dem Geschrei unterstellt.
Wisse, es ist so wichtig nicht,
ob einer leuchtend dich nennt.
Wenn du nur stehst in deiner Pflicht
und deine Flamme dir brennt!
Wer sich ins Gras legt,
Wer lang liegt, für den ist
Zeit und Mühn nichts.
Wer liegt, der vergißt.
Was sich um ihn bewegt,
Wenn er liegt,
Bewegt ihn sanft mit.
Er wird gewiegt.
Ihn verläßt, ihn flieht
Zahl und Zeit.
Er entrinnt, ihm verrinnt
Lust und Leid.
Weise wird er, still
Wie das Gras, das grüne Moos.
Er bettet sich tief
In der Himmlischen Schoß.
Der Wind kommt und geht.
Die Wolke zieht.
Der Falter schwebt. Der Bach
Murmelt sein Lied.
Halm und Laub
Zittern und flüstern leis.
Wasser und Wind
Gehen im Kreis.
Was kommt, geht. Was geht, kommt
In der Wiederkehr Gang.
In der Himmlischen Bahn
Wird die Welt Tanz, wird Gesang.
Jetzt ist nicht die Zeit zum Mühlen,
Nicht Zeit für die Partei,
Jetzt ist es Zeit, zu fühlen,
Daß eins das Größte sei:
Das Land, aus dessen Schoße
Uns Leib und Geist erstand,
Das heilige, das große,
Das deutsche Vaterland!
Immer gibt es einen der die erste Geige spielen muss,
ob er's denn kann, merkt man erst zum Schluss.
Das Umfeld bekommt es meist zu spüren,
wenn manche sich ihr Ego aufpolieren.
Überheblichkeit und Arroganz sind der Weg,
der den Dummkopf in die Höhe trägt,
bis er den Ast auf dem er sitzt absägt!